Hans-Christoph Rademann und die Gaechinger Cantorey. Foto: Holger Schneider
Hans-Christoph Rademann und die Gaechinger Cantorey. Foto: Holger Schneider

Woche, Fest und Abonnements

Mit einigen strukturellen Neuerungen wartet die Internationale Bachakademie in der Saison 2019/20 auf: Das neue Konzertformat »Hin und weg!« bezieht die Zuhörer und die Stadt Stuttgart mit ein. Und eine neue Abokonzertreihe startet in Ludwigsburg.

Die Internationale Bachakademie hat die Abonnementkonzerte mit ihren Ensembles neu strukturiert: Es gibt eine Konzertreihe mit fünf Konzerten im Stuttgarter Beethovensaal der Liederhalle und eine weitere mit fünf Konzerten im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg. Gemeinsam ist beiden Reihen die Aufführung italienischer Weihnachtsmusik von Vivaldi, Corelli und Locatelli (7. und 8.12.19), von Mozarts c-Moll-Messe und der »Jupiter-Sinfonie« (22. und 23. 2.20) sowie Schönbergs »Friede auf Erden«, kombiniert mit der Sinfonie Nr. 9 von Beethoven (9. und 31.5.20).  

Jedoch setzt jede Reihe auch eigene Akzente: In Ludwigsburg startet die Saison mit einer traditionell im Forum stattfindenden »BachBewegt!Tanz!« Aufführung von Mozarts Requiem und Auszügen aus der »Symphonie funèbre« von Joseph Martin Kraus (10.11.19). Ein weiteres, ausschließlich in Ludwigsburg zu hörendes Konzert präsentiert die h-Moll-Messe von Bach (11.4.20).  

In Stuttgart wird die Abokonzertreihe mit Trauermusiken von Bach und Zelenka eröffnet (6.10.19) und mit dem Kyrie von Mozart, einem Vaterunser von Janáček und dem Te Deum von Berlioz weitergeführt (mit den Stuttgarter Philharmonikern am 23.11.19).  

Nach wie vor lädt die Bachakademie immer donnerstags vor den Stuttgarter Konzerten zum Musikalischen Salon in das Hospitalhof-Café, wo Henning Bey und Holger Schneider ihre illustren Gäste zum inhaltlichen Umfeld des jeweiligen Konzertthemas befragen. Eingeladen sind der Zelenka-Kenner Wolfgang Horn, der Sprecher Rudolf Guckelsberger, der Spezialist für Musik des 18. Jahrhunderts, Thomas Seedorf, und der Mozartforscher Ulrich Konrad.  

Im Herbst begibt sich die Gaechinger Cantorey unter Hans-Christoph Rademann auf eine »Pilgerfahrt« an historische Bach-Orte in Thüringen: In Bachs Geburtsort Eisenach führt das Ensemble in der Georgenkirche die h-Moll-Messe auf (13.9.19). In Bachs Traukirche Dornheim, wo er seine Cousine Maria heiratete, spielen Mayumi Hirasaki, Barockvioline, und die Cembalistin Christine Schornsheim ausgewählte Kammermusik des Komponisten (14.9.19). In der Stadtkirche St. Peter und Paul in Weimar wirkte Bach seit 1708 als Organist. Hier präsentiert die Gaechinger Cantorey seine Kantaten aus der Weimarer Zeit (14.9.19). In Arnstadt, dem ersten Wirkungsort des jungen Bach, endet die Pilgerreise der Gaechinger Cantorey: in der Bachkirche mit der Johannespassion (15.9.19).  

»Bach im Dialog mit seiner Familie« ist das Thema der Bachwoche 2020. Sie wendet sich an den musikalischen Nachwuchs und hat gleichzeitig Festivalcharakter. Meisterkurse in Sologesang halten die bewährten Dozenten Lothar Odinius, Emma Kirkby und Peter Harvey sowie erstmals Anke Vondung. Orchesterspiel auf Barockinstrumenten im Jungen Stuttgarter Bach Ensemble (JSB-Ensemble) lehren Andreas Helm sowie erstmals Nadja Zwiener und Joseph Crouch. Den JSB-Chor studiert erneut Kathy Romey ein.  

Bachwoche

Zum Auftakt präsentiert die Gaechinger Cantorey die Trauermusik des »Meininger Bachs« Johann Ludwig von 1724 (14.3.20). Cantus Cölln musiziert unter der Leitung von Konrad Junghänel das »Altbachische Archiv« mit Werken von Johann, Johann Michael, Johann Christoph und Johann Sebastian Bach (15.3.20). In zwei Werkstattkonzerten stellt das JSB-Ensemble Johann Sebastians »Köthener Trauermusik« vor (16. und 17.3.20), in zwei weiteren Werkstattkonzerten werden die Kantaten der Bachsöhne analysiert (18. und 19.3.20). Erstmals ist die Stiftsmusik Stuttgart Kooperationspartner der Bachwoche: Kay Johannsen stellt mit seinen Ensembles stimmkunst und Stiftsbarock Stuttgart im Rahmen der »Stunde der Kirchenmusik« drei Kantaten aus Johann Sebastian Bachs Anfangszeit vor (20.3.20). Beim traditionsreichen Abschlusskonzert zu Bachs Geburtstag führt das JSB-Ensemble die h-Moll-Messe auf (21.3.20).  

Das Programm wird durch die Möglichkeit zum Probenbesuch, Vorträge und Podiumsdikussionen abgerundet. Zusammen mit der Staatsoper, dem SWR-Symphonieorchester, den Stuttgarter Philharmonikern und weiteren Stuttgarter Institutionen plant die Internationale Bachakademie vom 12. bis zum 28. Juni 2020 ein Musikfest, das weit über die Grenzen Stuttgarts strahlen möchte. Das Motto heißt »heilignüchtern« und bezieht sich auf den schwäbischen Dichter Friedrich Hölderlin, der 2020 seinen 250. Geburtstag feiern würde.  

 

                                                                                     

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