Die Verwandlung. Bild: Frederik Köster/privat
Die Verwandlung. Bild: Frederik Köster/privat

Wenn es Frühling wird in Kassel

Der 12. Internationale JazzFrühling Kassel vom 06. bis 22. März 2020 macht auch vor der Klassik nicht Halt.

Wenn das Offenbach-Jahr gerade zu Ende gegangen ist und der Geburtstag von Ludwig van Beethoven sich zum 250. Mal jährt, kann auch der Jazz nicht umhin, der Klassik seine Ehre zu erweisen. Die Kooperationspartner Kafka e.V. und Theaterstübchen legen mit dem erneut rundum vielseitigen Festivalprogramm ein ganz besonderes Augenmerk auf Jazz, der sich mit klassischen Themen auseinandersetzt – und zieht damit für zwei Konzerte auch das erste Mal in den Kasseler Ständesaal ein. Ein besonderes Highlight wird dabei das Konzert des vielfach ausgezeichneten Bassisten Dieter Ilg mit seinem Trio sein, dessen Musik selbst der klassische Sänger Thomas Quasthoff mit „ein Hörgenuss nicht nur für eingefleischte Jazzfans, sondern für alle, die Musik lieben“ umschreibt.

Weitere Höhepunkte folgen, wenn der Jazztrompeter und Komponist Sebastian Studnitzky auf den Klarinettisten Sebastian Manz trifft und „Lenny“ Bernstein in außergewöhnlicher Weise ein musikalisches Denkmal setzt. Oder wenn Trompeter Frederik Köster dieses Mal mit seiner eigenen Formation „Die Verwandlung“ in Kassel die Veröffentlichung der neuen CD „Golden Age“ feiert. Außerdem haben die schwedische Sängerin Viktoria Tolstoy sowie die Schweizer Formation Hildegard lernt fliegen um den Vokalakrobaten Andreas Schaerer ihre brandneuen CDs im Gepäck. Mit ganz besonderer Freude erwartet das JazzFrühling-Team das erste Release-Konzert der Jazzlegende Klaus Doldinger zusammen mit China Moses und lädt unter dem Motto „Theaterstübchen geht fremd“ mit Vergnügen ins Staatstheater ein. Ebenso außerhalb des Theaterstübchens und beim Hauptsponsor Volksbank Kassel Göttingen zelebriert das Pasadena Roof Orchestra sein 50-jähriges Jubiläum und der Kasseler Bassist Heiko Pape schlägt ebendort mit seinen Arrangements für Solo-Bass und Streichquartett plus Piano und Perkussion eine Brücke von der Kammermusik zum Jazz.

Aber nach wie vor ist das Theaterstübchen die Heimat und das Herz des JazzFrühlings und die meisten Konzerte finden in der intimen Atmosphäre des Clubs statt. So präsentiert die Pianistin und Echo-Preisträgerin Anke Helfrich ihr Trio, der englische „Gentleman“ mit der fantastischen Stimme, Anthony Strong, bringt neben Jazz auch Blues und Motown mit, für Gypsy-Klänge sorgt Jermaine Landsberger mit dem Violinisten Sandro Roy und natürlich wird auch den Gewinnern des diesjährigen Kasseler Kunstpreises, Level Eleven, das Theaterstübchen offen stehen. Wer es lieber traditionell mag, der ist beim Jazzfrühschoppen mit Saxpack, bei Felix Truxa oder beim Dennis-Wenzel-Swingorchester herzlich willkommen und wenn sich die A-cappella-Combo Vocality mit drei Instrumentalisten zu Trio + Trio zusammentut, geht es lang nicht mehr nur um Jazz.

Der norwegische Tubist Daniel Herskedal ist schon lange kein Geheimtipp mehr und auf den internationalen Bühnen dieser Welt zuhause. Mit seinem Instrument und seinem federnden, melodischen, ja auch mal melancholischen Spiel fasziniert er immer wieder sein Publikum und ist ein rundum passender Auftakt für zwei Wochen voller unterschiedlicher Klänge! Nahezu als Gegensatz dazu werden The Cookers den Jazz der 60er-Jahre aufleben lassen und mit ihrem Post-Bop-Groove das diesjährige Festival im Theaterstübchen beschließen.

Zur Übersicht