Immer noch das Größte: Bachs Musik erklingt im Raum, wie hier beim Bachfest 2017 mit Thomaskantor Gotthold Schwarz. Foto: Jens Schlüter
Immer noch das Größte: Bachs Musik erklingt im Raum, wie hier beim Bachfest 2017 mit Thomaskantor Gotthold Schwarz. Foto: Jens Schlüter

"Verlässliche multimediale Informationsplattform zu Bach"

Das Bach-Archiv Leipzig schenkt der Musikwelt zum 333. Geburtstag von Johann Sebastian Bach eine multimediale Online-Plattform. Die Seite jsbach.de versteht sich als digitaler Reiseführer, der den Einstieg in Bachs Welt auf verschiedenen Wissensebenen ermöglicht.

Mittels historischer Quellen und audiovisueller Medien will jsbach.de kurzweilig und crossmedial auf der Basis der aktuellen Bach-Forschung informieren. Die Seite entstand in Kooperation mit der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen sowie Deutschlandfunk Kultur und wird kontinuierlich von der Forschungsabteilung des Bach-Archivs Leipzig weiterentwickelt.

Wer war Johann Sebastian Bach, wie klingt seine Musik, wie lebte er? Wer Internet-Suchmaschinen diesbezüglich befragt, wird an Wikipedia oder auf eine der zahlreichen Seiten von Bach-Enthusiasten verwiesen, die – mehr oder weniger umfänglich – Einblicke in Bachs Leben und Werk bieten.

Antworten liefert ab sofort jsbach.de, ein professionelles multimediales Bach-Lexikon des Bach-Archivs Leipzig, das Spaß macht und zum Surfen in Bachs Welt auffordert. Gefördert mit zahlreichen Privatspenden wurde die Plattform ab 2017 in Zusammenarbeit mit der Berliner Medien- und Design-Agentur KplusH aufgebaut. Sie ermöglicht dem Nutzer in einem ersten Modul, auf einem Zeitstrahl durch Bachs Leben zu gleiten, in die Tiefen der einzelnen Jahre, Monate und Wochen zwischen 1685 und 1750 zu zoomen und die originalen Bach-Dokumente wie Anstellungsgesuche, Briefe, Memoriale oder Orgelgutachten im Volltext zu lesen.

Weitere Ebenen des Zeitstrahls informieren parallel über die weltgeschichtlichen und anderen musikalischen Ereignisse der Bach-Zeit. Prof. Dr. Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs Leipzig: »Als die zentrale Bach-Forschungsinstitution muss das Bach-Archiv mit Angeboten für ein möglichst breites Publikum im Internet präsent sein. Nach den beiden professionellen Plattformen Bach digital und der Bach Bibliografie haben wir mit jsbach.de unser Online-Angebot nun entsprechend ergänzt.«

Dr. Michael Maul, Wissenschaftler am Bach-Archiv Leipzig und Initiator von jsbach.de: »Ich freue mich, dass wir nun mit einer verlässlichen multimedialen Informationsplattform zu Bach im Netz sichtbar sind und danke den vielen Partnern herzlich für ihr Engagement. Sollten die Privatspenden weiter so reichlich fließen, werden wir jsbach.de bald um weitere multimediale Module erweitern.«

Michael Maul ist Autor der von Deutschlandfunk Kultur produzierten Sendereihe Universum JSB. Die auf mehrere Jahre angelegte Serie erörtert in chronologischer Abfolge die einzelnen Stationen in Bachs Biografie. Die Features sind mit hörspielartigen Passagen durchsetzt, in denen bekannte deutsche Schauspieler und Hörbuchsprecher Briefe Bachs und bekannte Begebenheiten aus seinem Leben auf der Basis der Originalquellen lebendig werden lassen. Alle Sendungen sind in der Mediathek von jsbach.de dauerhaft abrufbar. Die unter anderem von Martin Seifert und Frank Arnold eingesprochenen Bach-Dokumente sind zudem Bestandteil des multimedialen Kalendariums. Hörproben stellt darüber hinaus die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen bereit, in Form von Videos ihrer derzeit laufenden Gesamteinspielung der Bachschen Kantaten.

In den kommenden Jahren wird jsbach.de systematisch ausgebaut. Geplant sind neue Module, die beispielsweise anhand historischer Zeichnungen und Kupferstiche Bach-Orte wie Leipzig oder Köthen lebendig werden lassen. Auch eine virtuelle Ausstellung zu Bachs Instrumentarium ist in Planung. Zudem wird die Seite zeitnah auf Englisch, Japanisch, Russisch und Spanisch verfügbar sein. 

Das Bach-Archiv Leipzig versteht sich als musikalisches Kompetenzzentrum am Hauptwirkungsort Johann Sebastian Bachs. Sein Zweck ist, Leben, Werk und Wirkungsgeschichte des Komponisten und der weit verzweigten Musikerfamilie Bach zu erforschen, sein Erbe zu bewahren und als Bildungsgut zu vermitteln. Präsident des Bach-Archivs Leipzig ist der britische Dirigent und Bach-Spezialist Sir John Eliot Gardiner.

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