RIAS-Kammerchor Foto: Mathias Heyde
RIAS-Kammerchor Foto: Mathias Heyde

Usedom und die Frage nach der Heimat

Das Usedomer Musikfestival findet vom 21. September bis 12. Oktober statt und thematisiert erstmals die eigene Heimat als Schwerpunkt.

Die Vielfalt der Musik Deutschlands, da wo sie dem Meer verbunden war und ist, steht mit Virtuosen und Ensembles wie Ute Lemper, Matthias Goerne, dem Baltic Sea Philharmonic, dem RIAS Kammerchor oder dem NDR Elbphilharmonie Orchester im Mittelpunkt. Schlösser, Kirchen, der Kaiserbädersaal in Seebad Heringsdorf, Hotels und das imposante Industriedenkmal Historisch-Technisches Museum Peenemünde zählen zu den vielfältigen Spielorten. Auch im Achterland, der dem Festland zugewandten Seite der Insel, können Gäste und Musikliebhaber Konzerte erleben. Die pro Saison rund 40 Konzerte des Festivals ziehen jährlich rund 14.000 Besuchern an.

Zu den Highlights des 26. Usedomer Musikfestivals zählen unter anderen das Eröffnungskonzert des Baltic Sea Philharmonic, das junge Musiker aus allen zehn Ostseeanrainerstaaten vereint und sich bereits seit einigen Jahren einen Namen als Ensemble macht, das seinem Publikum innovative Konzerterfahrungen ermöglicht. Zum Auftakt präsentieren sie gemeinsam mit der US-amerikanischen Pianistin Simone Dinnerstein und Kristjan Järvi ihr Programm "Divine Geometry" im Kraftwerk Peenemünde.

Zum 150. Mal jährt sich der Todestag des Komponisten, Organisten, Dirigenten und Lehrers Carl Loewe. Er war die zentrale Gestalt im Musikleben Pommerns, der Heimatregion des Usedomer Musikfestivals. Mehr als vier Jahrzehnte versah er seinen Dienst als Kantor an der Jakobikirche Stettin, leitete dort die Erstaufführungen von Bachs Matthäuspassion und Beethovens Neunter Symphonie. Zur Erinnerung an den pommerschen Romantiker Carl Loewe veranstaltet das Usedomer Musikfestival eine Exkursion mit Musik nach Stettin (29.09.), ein Konzert mit dem Baltic Neopolis Orchestra aus Stettin (28.09., Liepe) und einen Salon mit dem Hamburger Loewe-Experten Cord Garben (29.09.).

Musik von Johannes Brahms, der seine erste Symphonie auf der Insel Rügen vollendete, von Felix Mendelssohn Bartholdy, der in Heiligendamm Badegast war, und von seiner Schwester Fanny Hensel, die 1839 die Ferien in Heringsdorf verbrachte, soll mit einem großen Peenemünder Konzert (5.10.) mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester, dem deutschen Spitzenbariton Matthias Goerne unter der Leitung von Pablo Heras Casado auf dem Programm stehen. Das Konzert feiert den Abschluss der Saison im Musikland MV. Die Peenemünder Konzerte sind eine Initiative des NDR, des Historisch-Technischen Museums und des Usedomer Musikfestivals.

Der RIAS Kammerchor mit seinem Chefdirigenten Justin Doyle wird gemeinsam mit der Capella della torre unter der Leitung von Katharina Bäuml den 119. Psalm von Heinrich Schütz vergegenwärtigen, der schon zu Lebzeiten als „Lumen Germaniae"  als „Licht Deutschlands" mitten im Dreißigjährigen Krieg  verehrt wurde. Zudem verbindet Schütz  als Hofkapellmeister sowohl des Kurfürsten von Sachsen wie des Königs von Dänemark Deutschland mit seinem nächsten Nachbarn über die Ostsee hinweg (27.9.).

Den mit 5000 Euro dotierten Usedomer Musikpreis der Oscar und Vera Ritter-Stiftung erhält in diesem Jahr der deutsche Violoncellist Tillmann Höfs (8.10.), dessen Vater Matthias Höfs, Deutschlands führender Solotrompeter der Gegenwart, ein echter Hanseat, in Lübeck geboren, in Hamburg lebend, nur wenige Tage zuvor (6.10.) in Seebad Zinnowitz zu erleben ist.

Das Junge Usedomer Musikfestival, die Initiative für Begeisterung in und an der Musik feiert 2019 ein Jubiläum. Mit dem Achterkerke-Wettbewerb findet das Format seinen Höhepunkt: Hier präsentieren Bundessieger des Wettbewerbs „Jugend musiziert" ihr Können und kämpfen um den begehrten Achterkerke-Musikpreis. Gefördert wird die Veranstaltung durch die Achterkerke-Stiftung für Kinder und die Sparkassen-Stiftung. Neben diesem Highlight erhalten Schülerinnen und Schüler der Region in Musikschulkonzerten und dem Kreativ-Event „Die Elemente" mit dem Musikpädagogen und Musiker Andreas Peer Kähler die Gelegenheit selbst kreativ zu werden.

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