Die Kölner Philharmonie startete mit Mega-Stars der Alten Musik in die neue Saison.
Die Kölner Philharmonie startete mit Mega-Stars der Alten Musik in die neue Saison.

Überglücklich mit "Felix"

Brillanter Auftakt, fulminanter Abschluss, dazwischen beste Unterhaltung: "Felix", das Originalklangfestival in Köln leitete die neue Saison ein.

Den Abschluss des Originalklangfestivals Felix bildete eine fulminante, temporeiche und hochklassige Interpretation von Musik Neapels des 17. Jahrhunderts mit dem Ensemble L’Arpeggiata in der Kölner Philharmonie. Star-Counter Valer Sabadus, der schlank und sauber singt, wurde dabei von den anderen Solisten noch in den Schatten gestellt, darunter Mezzo Luciana Mancicni, Tenor Alessandro Giangrande und Bass Joao Fernandes. Auch die italienische Tänzerin Anna Degi avancierte zum Pubikumsliebling.

Die Leistung Christina Pluhars, der Leiterin des Ensembles L'Arpeggiata, kann man gar nicht hoch genug veranschlagen. Ihr Gespür für den richtigen Ton ist ziemlich einzigartig, auch im mittlerweile so farben- und einfallsreichen Klangkosmos der Alten Musik. Auch das Programm Alla Napoletana kombiniert einfallsreich instrumentierte und ausgeführte "klassische" Musik mit volkstümlichen Elementen. Das Klangbild der Zeit, aus der diese Musik stammt, ist so lebendig und derart mitreißend, dass es das Publikum in der Kölner Philharmonie förmlich von den Sitzen riss.

Gestartet war das Festival mit einem Reigen von Vivaldi-Violinkonzerten, unterbrochen von zeitgenössischen italienischen Kompositionen. Auch hier durfte man schwärmen. Nicht nur wegen Patricia Kopatchinskajas unerschöpflicher Spiel- und Klanglust und ihrer technischen Meisterschaft, die in der Schwerelosigkeit verwurzelt ist. Auch das Ensemble Il Giardino Armonico und Giovanni Antonini sind nicht nur Legenden, sondern von Leidenschaft durchpulste Könner. Und dass man Neue Musik machen kann, die auf die Seele und damit die Philosophie, und nicht nur alla tedesca auf den mathematisch getunten Intellekt zielt, das stellten Komponisten wie Luca Francesconi, Stefano Gervasoni, Aureliano Cattaneo und Simone Movio unter Beweis.

Die vier Tage des Festivals, das vom 27. bis zum 30. August stattfand und das auch Dorothee Oberlinger und ihr Ensemble zu Gast hatte, waren geprägt von der Vielseitigkeit der Konzerte, die unter den Pandemie-Bedingungen großer Disziplin auf allen Seiten bedurften und am Ende 3000 Musikbegeisterte in die unterschiedlichen Spielstätten lockte. Für den überwiegenden Teil der Musikerinnen und Musiker waren es seit März die ersten Konzerte überhaupt.

Philharmonie-Intendant Louwrens Langevoort, Initiator und Leiter des Festivals, zeigt sich zufrieden: »Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, trotz der schwierigen Bedingungen durch die Corona-Pandemie ein breites Publikum anzusprechen und den Originalklang in schmerzlich vermissten Live-Konzerten erlebbar zu machen. Zum Auftakt der neuen Spielzeit haben wir damit ein Ausrufezeichen gesetzt: Das Erlebnis, Musik live zu hören, ist als geistige Nahrung unverzichtbar in unserer Gesellschaft«.

Das Festival »Felix! Original. Klang. Köln« 2021 wird auch wieder Ende August stattfinden, und zwar vom 26. bis 29. August 2021.  
 
Die Spielzeit setzt sich mit vielen Konzerten in der Kölner Philharmonie im September fort. Wir freuen uns auf unser Publikum. Durch das ausgeklügelte Hygienekonzept und das durchgängige Tragen des Mund-Nasen-Schutzes können sich alle ganz der Musik widmen.

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