Das Scharoun-Ensemble. Bild: Felix Broede
Das Scharoun-Ensemble. Bild: Felix Broede

Über allen Gipfeln ist Klang

Das Festival des Scharoun-Ensembles in Zermatt findet statt.

Das Programm steht bereits seit März 2020 und wurde inzwischen nach mehrfachen Überlegungen dahingehend umgestaltet, dass ein grösseres Augenmerk auf die Kammermusik gesetzt wurde und damit mehr Konzerte als ursprünglich angedacht, stattfinden können. Um den staatlichen Vorgaben zu genügen, haben wir die einzelnen Konzerte jedoch dahingehend neu ausgerichtet, dass sie ohne Pause gespielt werden und in der schönen Dorfkirche stattfinden, die von Musikliebhabern und Musikern (u. a. bereits von Pablo Casals in den Jahren 1950-60 ...) gleichermaßen wertgeschätzt wird. Diese Entscheidung ist auch aus sicherheitspolitischen Überlegungen angebracht – sowohl mit Blick auf die Konzertbesucher (ihre Anzahl wird auf 120 Personen pro Konzert bzw. ¼ der zulässigen Anzahl, beschränkt) als auch auf die Musikerinnen und Musiker, die mehr Platz auf der Bühne haben.

Für die Mehrzahl der eingeladenen Musiker ist Zermatt der lang ersehnte Moment, an dem sie endlich wieder vor Publikum spielen können. Für sie – aber auch für die Hotels, Restaurants und den Handel vor Ort, die vielen Partner des Festivals, angefangen vom Drucker bis zum Grafiker, vom Musikhaus, das den Flügel bereitstellt, bis hin zum Technikpersonal, hat der Stiftungsrat vor ein paar Tagen beschlossen, die diesjährige Veranstaltung als Zeichen der Hoffnung und der Solidarität stattfinden zu lassen.

Das Scharoun Ensemble der Philharmonie Berlin, unser Ensemble in residence, lädt schon seit vielen Jahren junge Musikerinnen und Musiker aus der ganzen Welt zu seiner Academy, aus der sich gleichzeitig auch das Festivalorchester rekrutiert.

Dieses Jahr werden wir in unseren Unternehmungen leider etwas ausgebremst, vor allem was neue Spielorte und Kooperationen anbelangt. Allen Hindernissen zum Trotz hat jedoch auch das Festival 2020 zahlreiche Projekte zu bieten. Die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Alpenfilmfestival (FIFAD) von Les Diablerets besteht weiter und der Gewinner des Grand Prix FIFAD wird dann am 10. September anlässlich der Vernissage im Cinéma Backstage gezeigt. Als roten Faden des Festivals von Zermatt können die Festivalbesucher – wie jedes Jahr – den Film In Sturm und Eis – À l'assaut de la montagne geniessen. Es ist der erste Film, der vom deutschen Bergfilmpionier Arnold Fanck auf über 4'000 m gedreht wurde. Die Filmmusik stammt von Paul Hindemith. Das Werk wird am 12., 13. und 19. September im Matterhorn Museum zu sehen sein. Eine neue kleine kammermusikalische Konzertreihe im Freien steht jeweils um 17.00 Uhr auf dem Kirchplatz auf dem Programm – mit dem Matterhorn als eindrucksvoller Kulisse! Der Eintritt ist frei. Diese Matterhorn Serenaden finden am 11., 12., 18. und am 19. September statt. Festival-Highlights sind die vier Wochenendkonzerte in der Kirche St. Mauritius: Der schottische Pianist Steven Osborne, Clara Haskil-Preisträger des Jahres 1991 und einer der ersten BBC New Generation Artists, pflegt eine enge Verbindung zur Westschweiz. Zu hören ist er am 11. (Beethoven) und 12. (Mozart) September. Am 12. September steht der Geiger Noah Bendix-Balgley, einer der Konzertmeister der Philharmonie Berlin, Mitglied des Scharoun Ensembles, Klezmer-Musiker und Mitglied mehrerer kammermusikalischer Besetzungen mit Werken von Johann Sebastian Bach auf dem Programm. Der Schweizer Komponist, Orchesterleiter und Oboist Heinz Holliger gibt uns am 17. September mit Werken von Hindemith und Schumann die Ehre und am 19. September mit Haydn und Dvořák. Für den 17. September hat sich der Schweizer Musiker die aus England stammende deutsche Sopranistin Sarah Wegener als Gast geladen.

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