v. l. n. r. Doktorvater Prof. Dr. Martin Ullrich, Vorsitzende der Promotionskomission Prof. Dr. Renate Reitinger, Dr. Sebastian Trump und Präsident der Hochschule für Musik Nürnberg Prof. Christoph Adt. Foto: HfM Nürnberg
v. l. n. r. Doktorvater Prof. Dr. Martin Ullrich, Vorsitzende der Promotionskomission Prof. Dr. Renate Reitinger, Dr. Sebastian Trump und Präsident der Hochschule für Musik Nürnberg Prof. Christoph Adt. Foto: HfM Nürnberg

Trump promoviert in Nürnberg

Der Klangkünstler, Musikforscher und Saxophonist Sebastian Trump hat als erster Promovend in der Historie der Hochschule für Musik Nürnberg seine Dissertation erfolgreich verteidigt. Nun führt er offiziell den Doktortitel.

Der 35-Jährige Trump forschte etwa vier Jahre an seinem Projekt im Bereich der „genetischen Improvisation“, bei dem Erkenntnisse aus der Informatik, Musikwissenschaft und der Biologie zusammenspielen. „In meiner Dissertation ‚Genetische Improvisation. Eine empirische Untersuchung von improvisierter Musik anhand evolutionstheoretischer Prinzipien‘ geht es um den Ansatz, freie Improvisation als eine kulturelle Evolution von Klangzellen zu beschreiben. Die dazu entwickelte computergestützte Analyse berücksichtigt als hybrides Verfahren auch die Implikationen einer solchen Mensch-Maschine-Interaktion“, erklärt der junge Wissenschaftler. 

Er ging dabei den Fragen nach, wie sich musikalische Ideen im Verlauf einer Improvisation entwickeln und ob sich eine Klangzelle als genetischer Code beschreiben lässt. Die Promotion wurde durch die STAEDTLER-Stiftung unterstützt. Als Doktorvater betreute ihn Prof. Dr. Martin Ullrich, der an der Hochschule für Musik Nürnberg als Professor für Interdisziplinäre Musikforschung mit Schwerpunkt Human-Animal Studies lehrt und forscht.

Dr. Sebastian Trump wird sich nun dem Transfer der theoretischen Forschungserkenntnisse zurück in die künstlerische Praxis und ihrer Anwendung im Bereich der Musikinformatik widmen. Trump studierte Jazz-Saxophon und klassisches Saxophon an der Hochschule für Musik Nürnberg, sowie Sound Studies an der Universität der Künste Berlin. Bereits im Studium beschäftigte er sich mit Live-Elektronik und elektroakustischer Klangkunst. Sein digitales Musikinstrument Orphion fand weltweites Interesse und wurde u. a. im Medienmuseum des ZKM Karlsruhe (2012) und im Canadian Science and Technology Museum in Ottawa (2013) ausgestellt. Seit 2009 unterrichtet er Musikrealisation an der Hochschule für Musik Nürnberg und forscht an Schnittstellen zwischen Technologie und Performance. Seit 2018 ist er als künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter im hochschulübergreifenden LEONARDO – Zentrum für Kreativität und Innovation tätig.Die 300 Seiten starke Abhandlung ist online einzusehen: https://forschung.hfm-nuernberg.de/genetische-improvisation/

Zur Übersicht