Christian Thielemann am Pult der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Foto: Matthias Creutziger
Christian Thielemann am Pult der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Foto: Matthias Creutziger

Thielemann und die deutsche Großsinfonik

In seiner achten Spielzeit als Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden beginnt Christian Thielemann nach zyklischen Aufführungen der Symphonien von Brahms, Bruckner und Schumann nun einen Beethoven-Zyklus.

Neben den Sinfonien von Brahms, Bruckner, Schumann nun Beethoven gibt es auch Arnold Schönbergs monumentale »Gurre-Lieder«. »Die klanggewaltige Vertonung des Textes von Jens Peter Jacobsen ist ein Höhepunkt der musikalischen Spätromantik und eine Herausforderung für alle Beteiligten. Als Opern- und Konzertorchester wird die Staatskapelle gewiss einen besonderen Zugriff auf dieses Werk entwickeln«, so Thielemann. Ein hochkarätiges Solistenensemble, bestehend aus Stephen Gould, Camilla Nylund, Christa Mayer, Kwangchul Youn, Wolfgang Ablinger-Sperrhacke und Franz Grundheber sowie der Sächsische Staatsopernchor Dresden und der MDR Rundfunkchor sind hierbei in der Semperoper zu erleben.  

Auch mit den neuen Residenzkünstlern der Staatskapelle gestaltet Christian Thielemann gemeinsame Konzerte: Im Mai 2020 wird er in einem Schumann-Programm Aribert Reimanns Sieben Fragmente für Orchester in memoriam Robert Schumann leiten und Schumanns Violoncellokonzert mit Sol Gabetta aufführen.  

Nach zwei krankheitsbedingten Absagen in den letzten Spielzeiten plant die Staatskapelle Dresden für die Saison 2019/2020 zwei Symphoniekonzerte sowie drei Tourneen mit ihrem Ersten Gastdirigenten Myung-Whun Chung. Zusammen mit Yuja Wang, Kristīne Opolais und Seong-Jin Cho führt er deutsches, slawisches und russisches Repertoire in der Semperoper sowie in Europa und Asien auf.   Ehrendirigent Herbert Blomstedt eröffnet mit dem Patenorchester der Staatskapelle, dem Gustav Mahler Jugendorchester, seine Dresdner Konzertsaison und beschließt diese im letzten Symphoniekonzert gemeinsam mit Klavierlegende Krystian Zimerman.  

Als Capell-Virtuosin begrüßt die Staatskapelle mit Sol Gabetta eine international gefeierte Cellistin. In insgesamt dreizehn Konzerten – von Kammermusik, über Symphoniekonzerte bis hin zu Klassik Picknickt – wird sie in Dresden und auf Tournee zu erleben sein.  

Mit dem Berliner Komponisten Aribert Reimann konnte ein großer Musikdramatiker unserer Zeit als Capell-Compositeur gewonnen werden, dessen kammermusikalisches und symphonisches Schaffen im Fokus steht. Zehn seiner Werke werden von der Staatskapelle aufgeführt, darunter mit Fünf Stücken für kleines Orchester eine Uraufführung.  

Zum 250. Geburtsjubiläum von Ludwig van Beethoven plant die Staatskapelle von Kammermusik über Symphonie-, Chor- und Tournee-konzerte bis hin zu Kapelle für Kids eine intensive Auseinandersetzung mit dem Schaffen des einflussreichen Komponisten, der in einem seiner Konversationshefte notierte: »man hört allgemein, daß die Hofkapelle in Dresden die beste in Europa sey ...«.  

Anlässlich der Hochzeit von Kurprinz Friedrich August II. und Maria Josepha von Österreich im September 1719 komponierte Johann David Heinichen die Serenade »La gara degli dei« für die damalige Hofkapelle. Im Sonderkonzert am 471. Gründungstag der Staatskapelle kommt dieses Werk 300 Jahre später mit dem Doyen der Alten Musik, Ton Koopman, nun abermals zur Aufführung. Ein weiteres Sonderkonzert widmet sich unter der Leitung von Philippe Herreweghe, mit dem die Staatskapelle 2018 in einer ersten, fruchtbaren Zusammenarbeit die Johannes-Passion interpretierte, den letzten Symphonien Mozarts. Das Sonderkonzert am Vorabend der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch gestalten 2020 der Bolschoi-Musikdirektor Tugan Sokhiev und Capell-Virtuosin Sol Gabetta.  

Neben ihren Konzerten in der Semperoper und im Kulturpalast sucht die Staatskapelle auch in der kommenden Saison Kontakt zu neuen Publikumsgruppen und setzt die Formate Klassik Picknickt (gemeinsam mit ihrem Partner, der Volkswagen Aktiengesellschaft), das Porträtkonzert des Capell-Compositeurs im Festspielhaus Hellerau sowie »Ohne Frack auf Tour« in der Dresdner Neustadt fort.   Als weltweit gefragter Klangkörper ist die Staatskapelle wieder in den musikalischen Metropolen Europas und Asiens mit 45 Konzerten zu Gast. Das Programm der Osterfestspiele Salzburg, deren Residenzorchester die Staatskapelle ist, wird am 12. April 2019 bekannt gegeben.  

www.staatskapelle-dresden.de.

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