Stuttgart WindsLortzing: Der Wildschütz

Stuttgart Winds | Lortzing: Der Wildschütz

Diese Produktion erfreut schon, bevor man den ersten Ton hört: In seinem ebenso informativen wie humorvollen Text erläutert der Arrangeur Andreas N. Tarkmann die Harmoniemusik im Allgemeinen, die Musik Albert Lortzings im Besonderen und seine Herangehensweise bei der Übertragung eines Opern-Sujets auf ein Bläserensemble.

Tarkmanns Einlassungen stimmen nachdenklich, denn in der Tat ist es schon bezeichnend, dass Albert Lortzing (1801-51), der Begründer der deutschen Spieloper, mit seinen „Hits“ wie „Zar und Zimmermann“, „Der Wildschütz“ u. a. fast gänzlich aus den Spielplänen verschwunden ist. Da wird mittlerweile eine ganze Kunstgattung ignoriert, von der Tarkmann so köstlich anmerkt, dass er sich bei ihr als junger Opernbesucher von der schweren dramatischen Kost mancher „Walküren“- oder „Elektra“-Aufführung erholen konnte.

Tarkmann ist es mit seiner Adaption des „Wildschütz“ sowie zweier Ouvertüren („Regina“, „Zar und Zimmermann“) wunderbar gelungen, Lortzings volkstümlich-heitere Tonsprache auf den Punkt zu bringen. Er belässt es dabei durchaus nicht bei der simplen Umsetzung der eingängigen Melodien, sondern versteht es meisterhaft, Ensemblepartien als Dialoge ohne Worte instrumental darzustellen.

Von der Besetzung mit je zwei Oboen, Klarinetten, Hörnern, Fagotten und einem Kontrabass folgt Tarkmann dem Vorbild der Harmoniebesetzung der Mozart-Zeit. Lediglich bei der „Regina“-Ouvertüre kommt aus instrumentaltechnischen Gründen eine Flöte hinzu.

Die Stuttgart Winds, das Bläserensemble des SWR-Symphonieorchesters, sind hörbar begeistert von Tarkmanns Lortzing. Streckenweise scheint man sich regelrecht in einen Klangrausch zu steigern! Das gerät jedoch nie außer Kontrolle: Mit perfektem Zusammenspiel werden immer neue Farben hervorgezaubert, stets unter Einhaltung der Ensembledisziplin.

Holger Arnold

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Lortzing: Der Wildschütz. Harmoniemusik von Andreas N. Tarkmann; Stuttgart Winds (2017); cpo

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