Staatsminister Sibler besuchte die Hochschule in München und traf mit Präsident Redman zusammen. Bild: Orla Connolly
Staatsminister Sibler besuchte die Hochschule in München und traf mit Präsident Redman zusammen. Bild: Orla Connolly

Studium in Corona-Zeiten

Die Hochschule für Musik und Theater München arbeitet nach Kräften an Online-Lösungen.

Die Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) arbeitet seit Wochen nach Kräften daran, über Online-Angebote den Lehrbetrieb im Sommersemester 2020 sicherzustellen. Angesichts der umfassenden Einschränkungen in der Präsenzlehre infolge der Corona-Pandemie ist das für die HMTM, genauso wie für die Hochschulen für Musik in Nürnberg und Würzburg, eine besondere, enorme Herausforderung.

Wissenschafts- und Kunstminister Bernd Sibler betonte gegenüber dem Präsidenten der HMTM Prof. Dr. Bernd Redmann: „Priorität hat die Gesundheit. Ich bin mir voll bewusst: Musik, Tanz und Theater leben vom direkten Miteinander im Orchester, Chor oder Ensemble. Der unmittelbare Austausch zwischen den Studentinnen und Studenten und Dozentinnen und Dozenten ist mit Blick auf den hohen Praxisanteil eines Musik-, Tanz- oder Theaterstudiums elementar. Auch die Situation, vor Publikum aufzutreten, ist zentraler Bestandteil der Ausbildung. Doch in dieser Ausnahmesituation müssen wir alternative Lösungen suchen."

An der HMTM nehmen sich Studentinnen und Studenten mit ihren Dozentinnen und Dozenten gemeinsam mit großen Anstrengungen dieser Aufgabe an. Welche neuen Wege das konkret sind, ließ sich Minister Sibler von Präsident Prof. Dr. Redmann zeigen: Das Carl-Orff-Auditorium in der Luisenstraße sowie weitere Räume werden zu einem „Digitalen Klassenzimmer" umgebaut, das die Vorteile der Präsenzlehre, etwa das Demonstrieren von Musik am Flügel, mit digitalen Möglichkeiten verbindet. Um derartige Angebote machen zu können, seien erhebliche Investitionen notwendig, erklärte Präsident Redmann.

Leichter zu stemmen sind hingegen Online-Angebote in wissenschaftlichen und theoretischen Fächern. Der Unterricht in Musiktheorie, Musikwissenschaft oder Kulturmanagement und Musikjournalismus kann durch Konferenztools und e-Learning-Plattformen in den digitalen Raum verlegt werden. Digitaler Einzel- und Gruppenunterricht ist in Fächern wie Komposition, Komposition für Film und Medien oder Regie über sog. „shared desktops" weitgehend realisierbar. Auch künstlerischer Einzelunterricht in Gesang und Instrumenten oder Tanzunterricht kann vorübergehend online erfolgen.

Jedoch machte Redmann deutlich: „Die intensive Arbeit an Ausdruck, Klangfarben, Feinheiten der Technik usw. kann digital nur sehr eingeschränkt stattfinden. In den meisten künstlerischen Fächern können Online-Angebote die Präsenzlehre nicht ersetzen, sondern deren Ausfall lediglich überbrücken." Wissenschafts- und Kunstminister Bernd Sibler dankte allen Beteiligten für das enorme Engagement, die große Kreativität und Bereitschaft, sich auf alternative Lehrformate einzulassen: „Was Sie hier an der Hochschule für Musik und Theater München an Online-Angeboten entwickelt haben, stimmt mich zuversichtlich, dass wir diese schwere Zeit trotz der schmerzlichen Einschränkungen für Künstlerinnen und Künstler dennoch meistern werden."

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