Preisträger des Wettbewerbs des Deutschen Musikinstrumentenfonds 2020 mit Irene Schulte-Hillen. Foto: DSM/Jann Wilken
Preisträger des Wettbewerbs des Deutschen Musikinstrumentenfonds 2020 mit Irene Schulte-Hillen. Foto: DSM/Jann Wilken

Streichinstrumente vergeben

Die Deutsche Stiftung Musikleben vergab beim Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds Geigen, Bratschen und Celli an junge Talente.

 

In diesem Jahr herrschte besonders große Konkurrenz: Das Niveau der Teilnehmer war hoch und die 26 neu zu vergebenden Streichinstrumente hart umkämpft. 57 junge Musiker im Alter von 13 bis 27 Jahren nahmen am 28. Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds teil, um sich eines der historischen Streichinstrumente alter Meister wie Rugeri, Goffriller und Vuillaume oder aus zeitgenössischen Meisterwerkstätten wie von Baehr und Augustin zu erspielen oder aber die Leihfrist für ein bereits geliehenes Instrument zu verlängern.

Über die Vergabe entschied eine Fachjury aus renommierten Solistenausbildern,diesmal unter dem Vorsitz von Prof. Tanja Becker-Bender (Violine, Hamburg), die vor 26 Jahren selbst erfolgreich am Wettbewerb um ein Instrument aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds teilnahm.

„In diesem Jahr haben wir uns besonders auf viele Neuentdeckungen gefreut. Wir konnten einigen noch eher jungen, aber bereits hervorragend entwickelten Begabungen eine Chance geben, am Wettbewerb teilzunehmen und waren alle überrascht von deren hohem Niveau“, resümiert Irene Schulte-Hillen, Präsidentin der Deutschen Stiftung Musikleben.

Zu den Gewinnern in diesem Jahr zählt die in London geborene und in Berlin studierende 19-jährige Louise Staples, die zum ersten Mal am Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds teilnahm. Sie errang unter den Neubewerbern die höchste Punktzahl und damit eine herrliche Violine von Lorenzo Storioni, 1774 in Cremona gebaut. Auch die jüngste Teilnehmerin des Wettbewerbs, die erst 13-jährige Maya Wichert aus Gröbenzell, wurde als eine der Höchstplatzierten mit einer klangschönen Geige des neapolitanischen Meisters Nicolo Gagliano aus dem 18. Jahrhundert, belohnt. Bei den Cellisten errang der in Berlin lebende Jonas Palm die höchste Bewertung und wurde mit der Leihgabe eines Cellos von Francesco Rugeri, Cremona um 1670-1680, ausgezeichnet.

Besonders erfolgreich unter den Leihverlängerern war die in Frankfurt geborene 25-jährige Mayumi Kanagawa, die „ihre“ Violine von Petrus Guarneri nun zwei weitere Jahre spielen kann. Die derzeit in Manchester studierende Lilya Tymchyshyn überzeugte die Jury mit ihrem Vorspiel auf einer Viola von Jean Baptiste Vuillaume. Und auch die 24-jährige Friederike Arnholdt, die bereits seit 13 Jahren auf einem Instrument aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds spielt, begeisterte in diesem Jahr wieder Jury und Publikum und konnte ihre Leihfrist für das Cello von Stefano Scarmapella (Mantua um 1900) ebenfalls um zwei weitere Jahre verlängern.

Das Preisträgerkonzert vor 250 geladenen Gästen, darunter zahlreiche Treugeber des Fonds aus ganz Deutschland, Freunde, Förderer und Kooperationspartner der Stiftung, wurde von Deutschlandfunk aufgezeichnet und kann am 5. Juli 2020 ab 21.05 Uhr nachgehört werden.

 

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