Festspielhaus Baden-Baden. Bild: Thomas Straub
Festspielhaus Baden-Baden. Bild: Thomas Straub

Stadt Baden-Baden übernimmt Festspielhaus

Die Kommune kommt mit dem Kauf der Immobilie einer vertraglichen Verpflichtung nach.

Die Stadt Baden-Baden übernimmt durch ihre städtische Gesellschaft gGENF zum 1. Juli 2020 die Immobilie Festspielhaus Baden-Baden. Damit geht das Eigentum am Gebäude auf die Stadt über. Die Stadt Baden-Baden stellt auch weiterhin die spielfertige Bühne zur Verfügung und sorgt für den Unterhalt des Gebäudes. Die Immobilie wird der Betreibergesellschaft für die Vertragslaufzeit von zunächst 25 Jahren zur Verfügung gestellt.

Die das Haus und die Festspiele wie bisher betreibende Festspielhaus und Festspiele gGmbH finanziert unter dem Dach der Kulturstiftung Festspielhaus Baden-Baden den laufenden Betrieb inklusive des Programms und behält die Programmhoheit.

Die Verpflichtung zum Kauf der Festspielhaus-Immobilie geht auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 1996 zurück. Darin wurde vertraglich festgelegt, dass die derzeitige Eigentümerin der Festspielhaus-Immobilie, die TANJA Grundstücksverwaltungs-GmbH & Co. Objekt Festspielhaus-KG, über ein sogenanntes Andienungsrecht die Stadt zum Abkauf der Immobilie verpflichten kann. Von diesem Recht machte die TANJA im Jahr 2017 Gebrauch. Vor diesem Hintergrund wurde bereits im Jahr 2010 die Gemeinnützige Gesellschaft zum Erwerb und anschließender Nutzungsüberlassung des Festspielhauses Baden-Baden mbH (gGENF) als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt gegründet.

„Die Festspielhaus-Betriebsgesellschaft hat nun eine neue Vermieterin und ist eine entsprechend glückliche Mieterin", sagte Intendant Benedikt Stampa. Er dankte der Oberbürgermeisterin und den Fraktionsvorsitzenden des Baden-Badener Gemeinderats sowie Stadtkämmerer Thomas Eibl für deren Bekenntnis zum Festspielhaus. „Aktuell steuern wir das Unternehmen durch unruhige Corona-Zeiten, doch bislang hat sich die Partnerschaft zwischen privaten Stiftern, Förderern und Sponsoren und der Öffentlichkeit in Gestalt von Stadt und Land als Fels in der Brandung bewiesen", so Stampa. Mit rund 50 bis 60 Millionen Euro Kaufkraftzufluss und einem noch höheren ‚Kunstkraftzufluss' stehe man europaweit bestens da. Der wirtschaftliche Effekt des Hauses wurde 2008 und 2011 von der Universität St. Gallen bestätigt. Daran gemessen sei der jährliche finanzielle Aufwand der Stadt in Höhe von zirka 3,6 Millionen Euro für den Gebäude-Unterhalt „sehr gut investiert", so der Intendant. Stifter, Förderer und Freunde des Festspielhauses spenden jährlich rund acht Millionen Euro für den Betrieb des Hauses. Einnahmen aus rund 180.000 Eintrittskarten-Verkäufen pro Jahr und der Gastronomie komplettieren das Budget.

„Mit dem Kauf der Immobilie Festspielhaus kommen wir gerne unseren vertraglichen Verpflichtungen nach", zeigte sich Oberbürgermeisterin Margret Mergen zuversichtlich, dass die Stadt auch trotz finanziell angespannter Zeiten die künftigen Aufgaben in Zusammenhang mit dem Erwerb zielgerichtet und mit Augenmaß schultern werde. „Das Festspielhaus ist der kulturelle Leuchtturm für Stadt und Region. Der Verantwortung, die nun vor uns liegt, stellen wir uns deshalb ohne Wenn und Aber."

Die Kosten des Kaufs der Immobilie belaufen sich auf insgesamt 18,4 Millionen Euro. Dies wurde vor dem Bau des 2.500 Plätze-Hauses festgelegt, der mit rund 60 Millionen Euro beziffert wurde. Durch mittlerweile gesunkene Zinsen sank auch die Belastung für den Haushalt der Stadt Baden-Baden im Hinblick auf den Rückkauf anders, als es in 1996 absehbar war. Gleichzeitig stellte die Stadt in ihrer Tochtergesellschaft, der gGENF, in den letzten Jahren finanzielle Mittel über sogenannte Kapitalzuführungen von bislang 7,1 Millionen Euro für den Kauf der Immobilie zurück. Neben den angesparten Mitteln werden die fehlenden Finanzierungsmittel über eine Darlehensaufnahme von 11,3 Millionen Euro bei der Sparkasse Baden-Baden Gaggenau gesichert.

 

 

 

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