Thielemann und de Staatskapelle. Bild: Mathias Creutziger
Thielemann und de Staatskapelle. Bild: Mathias Creutziger

Staatskapelle von Thielemanns Nichtverlängerung überrascht

Stellungnahme der Sächsischen Staatskapelle zur Nichtverlängerung des Vertrags von Christian Thielemann als Chefdirigent im Wortlaut und in Original-Schreibweise:

"Die Entscheidung der Staatsministerin für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, Frau Barbara Klepsch, den Vertrag von Christian Thielemann über 2024 hinaus nicht zu verlängern, traf uns als Orchestermitglieder unerwartet. Die Neubesetzung dieser wichtigen Position wird alle Kapellmusiker*innen in den nächsten Monaten intensiv beschäftigen. Unsere Entscheidung werden wir zum gegebenen Zeitpunkt verkünden.

Wir sind Christian Thielemann für zahllose musikalisch einzigartige Konzert- und Opernprojekte sowie Tourneen in den vergangenen neun Jahren, seit dem er uns als Chefdirigent vorsteht, über die Maßen dankbar. Besonders einprägsam waren eine ganze Reihe von qualitativ hochwertigen und international beachteten Konzertprogrammen, darunter zyklische Aufführungen der Symphonien von Beethoven, Brahms und Bruckner sowie Schönbergs »Gurre-Lieder«, und international euphorisch gefeierte Opernproduktionen wie Wagners »Meistersinger von Nürnberg«, den »Ring« von 2018 und zuletzt »Capriccio« von Richard Strauss. Weitere musikalische Höhepunkte werden in den nächsten drei Jahren folgen, darunter ein Meilenstein das Jubiläum zum 475. Gründungstag der Staatskapelle im September 2023. Und auch darüber hinaus – so der ausdrückliche Wunsch der Kapellmitglieder – möchten wir mit Christian Thielemann als Gast künstlerisch verbunden bleiben. 

Die Corona-Pandemie hat auch bei uns Musiker*innen nochmals eindrücklich die Notwendigkeit vor Augen geführt, für die Zukunft der Musikbranche neue Weichen zu stellen. Der Konzert- und Opernbetrieb in zehn Jahren wird ein anderer sein als heute. Die Erschließung neuer Zielgruppen und die Ausweitung digitaler Angebote können dabei nur zwei von vielen weiteren Schritten zur Neuausrichtung der Sächsischen Staatsoper sein. Auf das Angebot der Staatsministerin, an dieser Entwicklung konstruktiv und aktiv mitzuwirken, gehen wir gerne ein.

Für die kommenden Jahre sehen wir uns bestens gerüstet, um auf dem derzeitigen hohen musikalischen Niveau unserem treuen Publikum weiterhin herausragende Konzerte und Opernvorstellungen in Dresden und weltweit anzubieten. Dank unserer Medienpartner war dies auch in den vergangenen Monaten möglich. Auch wir hoffen auf die baldige Wiederaufnahme des Spielbetriebs und blicken mit großer Zuversicht auf die kommende Zeit.

Der Orchestervorstand der Sächsischen Staatskapelle Dresden"

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