Hermann Max und seine Ensemble bei der Arbeit. Bild: Thomas Kost
Hermann Max und seine Ensemble bei der Arbeit. Bild: Thomas Kost

Spätsommer mit Originalklang

„Nacht und Stürme werden Licht“: Mit einem Zitat aus Beethovens „Chorfantasie“ verbindet das Festival Alte Musik Knechtsteden in diesem Jahr schicksalsschwere Düsternis mit Rettungshoffnung.

Anlässlich des 250. Geburtstags Ludwig van Beethovens wirft das Originalklang-Festival in Knechtsteden bei Neuss einen Blick auf den prominentesten Jahresjubilaren, seine Wegbereiter und Zeitgenossen. Beethovens Werk umschließt das Festival als Klammer und zieht sich als roter Faden durch das ganze Programm.

Ein Exempel für Beethovens Umgang mit Traditionen ist seine 6. Sinfonie, die „Pastorale“, mit der das Festival am 18. September eröffnet wird. Ihr gegenüber steht das Oratorium „Die Könige in Israel“ sowie das „Violinkonzert op. 24“ seines Schülers und späteren Biographen Ferdinand Ries. Thomas Klug leitet die Rheinische Kantorei und das ensemble reflektor, ein junger Klangkörper, der schon 2018 in der Knechtstedener Klosterbasilika für Furore sorgte.

Intendant Hermann Max portraitiert in den folgenden Festivaltagen den Jubilar aus verschiedensten Perspektiven. Am 22. September geht es auf Spurensuche in Beethovens Bibliothek. 100 Jahre Musikeinflüsse von Vorbildern wie J.S. Bach und J.G Albrechtsberger aber auch Zeitgenossen wie Haydn, Ries, Salieri oder Hummel werden in einem Musikwelt-Pasticcio in großer Besetzung mit der Rheinischen Kantorei, dem Kleinen Konzert und Solisten aufgeführt. Zu einem Rheinischen Musiksalon mit Musik von Schumann, Meyerbeer, Chopin, Mendelssohn und Brahms -  darunter seine „Liebeslieder-Walzer“ - lädt das Klavierduo Danae und Kiveli Dörken samt hochkarätigem Solistenquartett am 23. September im Kreismuseum Zons ein.

Der junge Franz Schubert verehrte in Wien den übermächtigen Beethoven aus der Ferne und verewigte sich trotz großer Selbstzweifel doch als herausragender Liedkomponist in der „Winterreise“. Der Liederzyklus wird am 20. September im intimen Friedrich-Spee-Saal mit Veronika Winter und Klaus Heidemann am Hammerklavier zu hören sein. Beethovens selten aufgeführte Chorfantasie op. 80 ist am 26. September der festliche Abschluss des Festivals, zusammen mit Werken seiner Bonner Lehrmeister Neefe und Luchesi und zwei bisher unveröffentlichten Requiem-Sätzen von Ferdinand Ries in großer Besetzung mit der Rheinischen Kantorei und dem Kleinen Konzert unter der Leitung von Hermann Max.

Gäste des Festivals sind u. a. Dorothee Oberlinger und Dmitry Sinkovsky, Geiger und Counter in Personalunion. In ihrem Programm La Follia am 19. September geht es um Verrücktheit und lärmende Lustbarkeiten in der Barockmusik. Die Basilika ist auch Schauplatz der Romanischen Nacht, wenn das Frauen-Vokalensemble Tiburtina aus Prag, bereits im letzten Jahr ein Höhepunkt des Festivals, am 24. September Jungfrauen und Märtyrer in Hymnen und Motetten in glasklarer Vielstimmigkeit beschwört.

 

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