Igor Levit. Foto: Felix Broede/Sony
Igor Levit. Foto: Felix Broede/Sony

Sozialutopie und Weltbürgertum

Der Pianist Igor Levit erhält im Dezember den Beethovenpreis der Beethoven Academy Bonn.

Der von Torsten Schreiber und Andreas Loesch initiierte Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion wird zum fünften Mal vergeben. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Er wird wieder von der Kölner Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Solidaris gesponsert. Die Preistrophäe „Evolute“ in Alabaster gestaltet ein weiteres Mal der Künstler Dirk Wilhelm.

Die Verleihung findet im Rahmen eines Festkonzertes mit zahlreichen Musikerinnen und Musikern statt, die zugunsten der Projekte der gemeinnützigen Beethoven Academy spielen.

Igor Levit äußert sich regelmäßig mit Statements im Geiste des Humanismus. Er bezieht dabei besonders Stellung für soziale Gerechtigkeit, gegen die Ausgrenzung bestimmter Gruppen und Minderheiten und gegen den Klimawandel.

Das Medium für seine politischen Meinungsäußerungen ist überwiegend der Mikrobloggingdienst Twitter. Hier hat er mehr als 23.000 Follower und ist täglich aktiv. Ebenso gab und gibt er Interviews in allen Medien im In- und Ausland, in denen er deutlich macht, dass er ein politischer Künstler ist: „Lieber spiele ich kein Klavier mehr, als dass ich mein Engagement aufgebe." sagte er in der Tageszeitung taz vom 22.09.2018. Im Konzertsaal macht er Statements nur, „wenn es nicht anders geht. Wenn ich eine absolute emotionale Dringlichkeit verspüre." Bei einem Konzert in der Kölner Philharmonie im Jahr 2018 appellierte an das Publikum für eine tolerante Gesellschaft.

Der 1987 geborene Pianist ist unbestritten einer der gefragtesten Beethoveninterpreten unserer Zeit. Im September 2019 erschien seine Einspielung aller Klaviersonaten von Beethoven. 

„Viel von dem, wie ich denke, hängt mit Beethoven zusammen… Sein Humanismus ist ein sehr starker Grund, warum er für mich die zentrale Figur ist. Beethoven hat über seine Missa solemnis ein Motto geschrieben, das für mich zum schönsten gehört, was es von Menschenhand an Worten gibt. Er schrieb ‚Von Herzen möge es wieder zum Herzen gehen‘. Und dieser Menschbezug, dieser Aufruf zum Miteinander, das war für mich immer ein ganz zentraler Begriff. Er ist grenzenlos, es ist eine universelle Idee, der Humanismus, der dahinter steht, und er war mir immer von allergrößter Bedeutung.“ so Levit.

Der Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion wird getragen von der Beethoven Academy. Er wurde ins Leben gerufen vom Intendanten der Beethoven Academy Torsten Schreiber, sowie vom Präsidenten des Festivals Junger Künstler Bayreuth, Andreas Loesch, der ebenfalls Gesellschafter der Academy ist. Weitere Gesellschafterin der Beethoven Academy ist die Pianistin Martha Argerich. 

Die Beethoven Academy stellt Ludwig van Beethoven als Sozialutopist und gesellschaftlichen Visionär in den Mittelpunkt ihrer Arbeit und erweitert mit neuen Konzertkonzepten die Rezeption des Komponisten weit über die übliche Hörerschicht hinaus. Damit hat sie im Hinblick auf das Beethovenjubiläum 2020 eine Vorreiterrolle übernommen, denn auch die im Sommer 2016 gegründete Beethoven Jubiläums GmbH hat sich u.a. diese Ziele als Programmschwerpunkte des Jubiläums zu Eigen gemacht. 

Das Konzert und die Preisverleihung finden statt am Freitag, 6. Dezember 2019, 17:30 Uhr,  Evangelische Erlöserkirche in Bonn-Bad Godesberg, Rüngsdorfer Str. 43, 53173 Bonn.

Zur Übersicht