Sigfrid Karg-Elert. Foto: Karg-Elert-Gesellschaft
Sigfrid Karg-Elert. Foto: Karg-Elert-Gesellschaft

Sigfrid Karg-Elert

Die 1984 gegründete Karg-Elert-Gesellschaft setzt sich für die Verbreitung der Werke des Komponisten ein. Der scheidende Vorsitzende Johannes Matthias Michel zieht eine positive Bilanz.

Die 36. Jahrestagung der Karg-Elert-Gesellschaft e. V. fand in diesem Jahr in Saarbrücken in Zusammenarbeit mit der Akademie für Alte Musik und deren Festival TAMIS vom 31. Mai - 2. Juni statt. Dabei stellte sich der nordbadische Landeskantor KMD Prof. Johannes Matthias Michel aus Mannheim nicht zur Wiederwahl als Vorsitzender zur Verfügung. Michel (56), der die Gesellschaft seit dem Jahre 1984 führte, betonte: „Wir haben viel erreicht und Karg-Elerts Werke sind heute weltweit zugänglich und werden fleißig gespielt."

Neuer Vorsitzender ist der Musikwissenschaftler Dirk Mühlenhaus aus Bonn, der als stellvertretender Bundesgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Musikschulen tätig ist. Mühlenhaus (46) erläuterte zur Zukunft der Gesellschaft: „Wir werden die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Leben und Werk von Sigfrid Karg-Elert (1877 - 1933) verstärkt weiterführen." Weiterhin gehören dem Vorstand an Mark Richli (Zürich), KMD Michael Bender (Ravensburg), Matthias Berges (Heidelberg), Dr. Oliver Hilmes (Berlin), Dr. Reinhard Motz (Graz) und Barbora Breidenbach (Darmstadt).

Die Karg-Elert-Gesellschaft wurde 1984 in Heidelberg gegründet und veranstaltet seitdem jährlich eine Tagung, an der Konzerte und Vorträge rund um den Komponisten dargeboten werden. Die Stationen dieser Tagungen waren u. a. Zürich, London, Basel, Köln, Bremen und mehrfach Berlin, Leipzig und Heidelberg-Mannheim. Über 300 Künstler und Wissenschaftler aus aller Welt hielten 60 Vorträge und führten nahezu das Gesamtwerk von Karg-Elert rund 200 Konzerten auf. Die Wissenschaftliche Auseinandersetzung wurde in zahlreichen Jahrbüchern und Publikationen dokumentiert.

Der Leipziger Komponist Sigfrid Karg-Elert ist eine schillernde Musikerpersönlichkeit, dessen Personalstil die Spätromantik, den Impressionismus und den Expressionismus verbindet. Beeinflußt von Meistern wie Grieg, Skrijabin oder Debussy, warf man ihm im deutschnationalen Musikleben schon früh „Internationalismus" vor. Nach seinem Tod wurde er 1935 fälschlich in „Das musikalische Juden-ABC" aufgenommen, was die Rezeption seiner Werke auf den Nullpunkt brachte und auch in den ersten Jahrzehnten nach 1945 so blieb, so daß sich der Karg-Elert-Gesellschaft ein weites Betätigungsfeld bot.

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