Hochschule positioniert sich weiter im Bereich der Forschung (v. links): Prof. Dr.-Ing. Malte Kob, Dr. Timo Grothe sowie Hochschulrektor Prof. Dr. Thomas Grosse freuen sich über Patenterteilung © HfM Detmold/Plettenberg
Hochschule positioniert sich weiter im Bereich der Forschung (v. links): Prof. Dr.-Ing. Malte Kob, Dr. Timo Grothe sowie Hochschulrektor Prof. Dr. Thomas Grosse freuen sich über Patenterteilung © HfM Detmold/Plettenberg

Forschungsobjekt Blasinstrument

Die Hochschule für Musik Detmold hat erfolgreich ein Patent angemeldet. Ein Forschungsteam aus dem Lehr- und Forschungsbereich Musikalische Akustik am Tonmeisterinstitut hat ein spezielles Messverfahren entwickelt.

Mit diesem lässt sich die Schwingfreudigkeit eines Blasinstruments bei einer bestimmten Frequenz ermitteln. Patenterfinder sind die beiden Wissenschaftler Dr. Timo Grothe (Detmold) und Dr. Johannes Baumgart (Dresden). Von den daraus gewonnenen Erkenntnissen kann die Instrumentenbaubranche profitieren. „Im Namen der gesamten Hochschule gratuliere ich dem Team zu seiner Erfindung. Dass diese zudem noch patentiert wurde, verdeutlicht eindrücklich, wie Forschung auch an Musikhochschulen an Bedeutung gewonnen hat", so Prof. Dr. Thomas Grosse, Rektor der Hochschule für Musik Detmold. 

Die Erfindung kommt aus dem Bereich der akustischen Impedanzmessung, die seit den 1950er Jahren auch für Blasinstrumente entwickelt wird. Dort wird anhand der Resonanzkurve ermittelt, bei welchen Frequenzen ein Ton z. B. bei einem Blasinstrument anspricht. Instrumentenspezifische Unterschiede ließen sich dabei bisher aber kaum hörbar machen. Im Unterschied zur bewährten Messtechnik imitiert das neue Verfahren nun die Funktion des Mundstückes. Es schickt einen lauten Druckimpuls mithilfe eines Schnellschaltventils und eines Druckluftreservoirs durch das Instrument. Dies gleicht dem normalen Puls, der bei einem Blasinstrument und dessen Mundstück beim Spielen einige hundert Mal pro Sekunde ausgesendet wird. Die Antwort auf den Impuls ist ein deutlich hörbarer Klang, der eine realistische Vorstellung davon vermittelt, wie das Instrument beim Spielen klingt.  

Der Forschungsbereich Musikalische Akustik am Tonmeisterinstitut der HfM Detmold arbeitet interdisziplinär und global vernetzt mit Forschungsteams aus der ganzen Welt. So untersucht u. a. der indische Doktorand Jithin Thilakan im Rahmen des Marie Curie EU-Projekts „VRACE" die Ursachen und Eigenschaften des Ensembleklangs von Orchesterinstrumenten. Ein weiteres Projekt ist die Entstehung eines Online-Wörterbuches der Musikalischen Akustik für Musizierende zusammen mit einem Team der McGill-Universität in Montreal. Die Hochschule für Musik Detmold bietet zu diesem Forschungsbereich den Masterstudiengang „Master of Science Music Acoustics" sowie ein Promotionsstudium an. In beiden Studiengängen geht es um die akustischen Dimensionen des Musizierens. Gegenstand sind Klangerzeugung, Interaktion zwischen Musik, Instrument, Raum und Hörenden sowie die Messtechnik für Musikinstrumente. 

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