Heike Hoffmann, Leiterin der Schwetzinger Festspiele. Bild: Elmar Witt
Heike Hoffmann, Leiterin der Schwetzinger Festspiele. Bild: Elmar Witt

Schwetzingen wird Schürmann-Bau

Mit Georg Caspar Schürmann steht ein Komponist im Mittelpunkt, dessen Wirken bisher noch wenig Beachtung erfahren hat.

Während beim Barock-Fest "Winter in Schwetzingen" der Fokus der vergangenen Spielzeiten auf der Ausgrabung selten gespielter italienischer Meisterwerke lag, widmet sich das Festival nun einem Porträt der deutschen Barockoper.

»Die getreue Alceste« wird am 1. Dezember 2019 das Barock-Fest eröffnen – mit drei Akten voll Täuschung, Travestie und Tod. All das spinnt einen verhängnisvollen Reigen rund um die griechische Königstochter Alceste – natürlich im Namen der Liebe. Alcestes Trauer um ihren im Kampf gefallenen Gatten Admetus erweicht die Götter. Er darf ins Leben zurückkehren, wenn ein anderer dafür sein Leben hergibt. Alceste bringt sich selbst zum Opfer, das Schicksal der beiden Liebenden scheint für immer besiegelt …

Knapp 300 Jahre nach der Uraufführung ist Schürmanns Oper im Rokokotheater Schwetzingen erstmals wieder als szenische Aufführung zu erleben. Zu verdanken ist dies der israelischen Dirigentin und Musikalischen Leiterin des barockwerk hamburg Ira Hochman, die das Werk 2016 in einer halbszenischen Aufführung in Hamburg vorstellte und eine CD dazu einspielte.

In Schwetzingen erweckt Regisseur Jan Eßinger die Opernrarität zu neuem Leben. Er inszenierte zuletzt »Faust« von Charles Gounod, die Eröffnungspremiere der neuen Intendanz am Landestheater Detmold, sowie Neuproduktionen von Engelbert Humperdincks »Hänsel und Gretel« am Theater Bielefeld und »Albert Herring« von Benjamin Britten am Theater Koblenz. Im Sommer 2019 feierte er mit »Eugen Onegin« von Peter Tschaikowski bei den Bregenzer Festspielen Premiere.

Die international gefeierte Lautenistin Christina Pluhar hat das Werk, auf Basis der Edition Ira Hochmans, für die Schwetzinger Aufführung neu arrangiert und übernimmt die musikalische Leitung der diesjährigen Barockproduktion.

Die Titelpartie singt die belgische Sopranistin Sophie Junker. Nach ihrem Studium in ihrer Heimat sowie in London gewann sie 2010 den Londoner Händel-Wettbewerb und feierte damit ihren internationalen Durchbruch. Es folgte der Sieg beim Cesti Wettbewerb der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Sophie Junker tritt regelmäßig mit Spitzendirigenten wie Harry Bicket, Laurence Cummings, Christian Curnyn, Richard Egarr, Paul McCreesh, Christophe Rousset, Masaaki Suzuki und Stefano Montanari auf.

Mit dem Schwetzinger Opernstudio ermöglicht das Theater und Orchester Heidelberg erstmals vier jungen Sängern, Aline Quentin, Lars Conrad, Maximilian Haschemi und Baiba Urka, sich in kleineren Partien auf der Bühne des Schwetzinger Rokokotheaters vorzustellen.

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