Viano String Quartet. Foto: Jeff Fasano
Viano String Quartet. Foto: Jeff Fasano

Schumann-Festwoche in Leipzig

Das Schumann-Haus plant eine Festwoche mit vielen Beethoven-Bezügen.

Die Schumann-Festwoche in Leipzig kommt 2020 am Jubilar des Jahres nicht vorbei: Das Programm des Kammermusikfestivals im Leipziger Schumann-Haus verbindet vom 12. bis 20. September Werke von Clara und Robert mit denen Beethovens. Clara Schumann galt als die vollkommene BeethovenInterpretin ihrer Zeit. In den insgesamt acht Konzerten im historischen Salon des  Künstlerehepaares sind u.a. die Geigerin Antje Weithaas, die Pianistin Ragna Schirmer und das UWAGA! Quartett zu erleben.

Die Schumann-Festwoche eröffnen werden am 12. September die jungen Musiker das Viano Quartet, die 2019 den renommierten internationalen Streichquartettwettbewerb Banff für sich entscheiden konnten. Die für den Abend ausgewählten Streichquartette von Beethoven (op. 95 Nr. 11) und Schumann (op. 41 Nr. 1) verdeutlichen nicht nur die kompositorische Wertschätzung Schumanns dem Meister gegenüber – Robert Schumanns Werke für diese Besetzung markieren einen energiegeladenen Schaffensschwung und erlebten an Clara Schumanns 23. Geburtstag im Salon des heutigen Schumann-Hauses ihre Uraufführung.

Ebenso mit den Kompositionen Beethovens verbunden zeigten sich Clara Schumann und Joseph Joachim. Das Originalkonzert, welches die beiden am 7. November 1857 im Leipziger Gewandhaus spielten, stellen die Geigerin Antje Weithaas und der Pianist Thomas Hoppe zur Festwoche am 13. September nach. 238 gemeinsame Konzertauftritte von Clara Schumann und Joseph Joachim in Europa sind nach Programmzettel-Recherchen überliefert. Für ansteckende Spielfreude wird am 17. September das UWAGA! Quartett sorgen. Mit respektvoller Verneigung vor dem Genie Beethovens transferieren die Musiker dessen Werke, gewürzt mit Swing, Rock und Klängen aus dem Orient, in neue Musikwelten.

Mit Klangobjekten von Erwin Stache nähert sich am 15. September das Ensemble Atonor den Komponistengrößen Beethoven und Schumann. Im Gedankensalon am 16. September laden Chansonnier Sebastian Krämer und Philosoph Felix Krämer musikalisch und wortgewaltig zum Beethoven-Disput. Daniel und Edith Ochoa interpretieren am 18. September Beethovens Lieder-Zyklus „An die ferne Geliebte“. Einen Tag später sind Mitglieder des Gewandhausorchesters, der Konzertmeister Sebastian Breuninger und der 1. Solo-Cellist Christian Giger, begleitet von der Pianistin Yuka Kobayashi, zu erleben.

Im Abschlusskonzert am 20. September spannt Ragna Schirmer den Bogen ausgehend von Beethovens Kompositionen über Schumanns selten zu hörende Beethoven-Variationen bis hin zu John Coriglianos „Fantasia on an ostinato“, basierend auf dem markanten Anfangsmotiv des 2. Satzes aus Beethovens 7. Sinfonie. 

Alle Konzerte können mit einem kurzen Rundgang durch das erste Museum für ein Künstlerpaar ausklingen. Die im vergangenen Jahr eröffnete neue Ausstellung soll den Besucher inspirieren, seine persönliche Perspektive auf das Musikerpaar zu finden und eine Brücke von der Historie zur heutigen Zeit zu schlagen. Im Zentrum stehen die beiden im Schumann-Haus entstandenen Werke „Die Ehetagebücher“ und der gemeinsam komponierte Liederzyklus „Liebesfrühling“. Zu den innovativen Highlights im Schumann-Haus zählen „Claras Hand“, auf der der Museumsgast durch eine Installation von Erwin Stache Töne und Werke von der Pianistin zum Klingen bringen kann. Im Ehe-Experimentierraum verwandeln sechs Beamer einen Raum in drei Themenwelten. Featureautorin Magdalene Melchers entwickelte dafür „Visualisierte Features“. Inspiriert von Worten des Schumannschen Ehepaares wird die Zerrissenheit zwischen Liebe und Kunst, Freude und Last mit den Kindern, Reichtum an Gaben und Ringen um Geld sicht- und hörbar. Umringt von einer assoziativen Bildsprache erscheinen Zeilen in neuem Licht und lassen den Besucher eindrucksvoll in die jeweiligen Themen eintauchen.

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