Eingang zur Kölner Philharmonie.
Eingang zur Kölner Philharmonie.

Saisoneröffnung in der Kölner Philharmonie

Eine Baustelle mehr oder weniger - da kann der Kölner nur müde lächeln. Und sich an Bruckner erfreuen.

Dass die Saisoneröffnung der Kölner Philharmonie mit Baustelle vor dem Portal zum unterirdischen Konzertsaal stattfand, ist sicher durch die meisten Artikel des kölschen Grundgesetzes abgedeckt ("Et is wie et is"). In anderen Städten wäre es eine Peinlichkeit. In Köln freut man sich, wenn ein Kulturgebäude überhaupt noch in Betrieb ist. Demnächst soll ein Glasdach den kaum vorhandenen Vorplatz der Philharmonie überdecken.

Im Innern gab es dagegen höchst Erfreuliches: Nach dem neuen Originalklangfestival Felix spielte das Gewandhausorchester unter Andris Nelsons Bruckners Achte. Wunderbar, fast schon karajanesk organisch gelangen die sich steigernden Aufbauten.

Emotional packend hingegen war die Interpretation selten, die Geigen klangen mitunter bewusst unbrillant (Anfang des langsamen Satzes!), der Blechbläsersound kam geballt aus einer Ecke, statt etwa Posaunen und Trompeten räumlich von den Hörnern und Tuben zu trennen. Das nahm dem Klang Struktur und Brillanz. Gleichwohl war die Wiedergabe höchst transparent und natürlich bei diesem Niveau nie unkontrolliert. Dem Leuchten der Klangfarben hingegen schien nicht oberstes Ohrenmerk des Gewandhauskapellmeisters zu gelten. Aber wer weiß schon, wie nah das am Originalklang war ... J. Schmitz

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