Mit von der Partie: das Thüringer Bach Collegium. Bild: Jan Kobel
Mit von der Partie: das Thüringer Bach Collegium. Bild: Jan Kobel

Sachsens jüngstes Klassikfestival

Das Kammermusikfest Oberlausitz wird nach seiner erfolgreichen Premiere im Jahr 2020 vom 10. bis 17. September 2021 eine zweite Auflage erleben. In 7 Konzerten an 6 verschiedenen Schlössern und Kirchen werden über 30 internationale Klassikstars auftreten.

Zum Stelldichein der Künstlerstars gehören u. a. der Bratschist Nils Mönkemeyer, der Konzertmeister des Hessischen Rundfunkorchesters Florin Iliescu, das Klavierduo Ariane Haering & Ardita Statovci, der Leipziger Nikolaikantor Lucas Pohle, ein Kammerchor des Dresdner Kreuzchores („Kruzianer“) sowie die beiden Kammerorchester Thüringer Bach Collegium und l’arte del mondo. „Das Festivalmotto „Begegnungen“ steht für musikalische Entdeckungsreisen mit seltener aufgeführten Kompositionen, musiziert von außergewöhnlichen Künstlern in ganz unterschiedlichen Ensembles“, sagt Festivalintendant Dr. Hagen W. Lippe-Weißenfeld.

Festspielorte sind die kulturhistorischen „Perlen der Oberlausitz“, u. a. die Schlösser Milkel (Gemeinde Radibor), Gröditz (Stadt Weißenberg), Kuppritz (Gemeinde Hochkirch) und Königshain (Gemeinde Königshain), das Barockschloss Oberlichtenau (Stadt Pulsnitz), das Zinzendorf-Schloss Berthelsdorf (Stadt Herrnhut) sowie die Ev.-luth. Kirche Baruth (Gemeinde Malschwitz). Darüber hinaus öffnet die berühmte sächsische Klavier- und Flügelmanufaktur C. Bechstein (Gemeinde Seifhennersdorf) ihre Tore für zwei Führungen.

Das Kammermusikfest Oberlausitz wird durch Kooperationen mit dem internationalen Kammermusik-Festival Krzyzowa-Music (Kreisau/Polen), dem Kommen und Gehen – Sechsstädtebundfestival, dem Sächsischen Musikrat, dem Sorbischen National-Ensemble und der Carl Bechstein Stiftung musikalisch bereichert.

Abwechslungsreiche Landpartien

Das Eröffnungskonzert am Freitag, den 10. September 2021 wird das renommierte Kammerorchester Thüringer Bach Collegium gemeinsam mit dem Konzertmeister des Hessischen Rundfunkorchesters, dem rumänischen Geiger Florin Iliescu sowie dem Leipziger Nikolaikantor Lucas Pohle (Orgel) in der Ev.-luth. Kirche Baruth gestalten. Am Samstag, den 11. September werden Streichquartette der Staatskapelle Weimar und des Sorbischen National-Ensembles Delikatessen klassischer und sorbischer Kammermusik-literatur auf Schloss Milkel darbieten.

Das international bekannte Klavier-Duo „ariadita“ mit der schweizerischen Pianistin Ariane Haering und der kosovarisch-österreichischen Pianistin Ardita Statovci wird am 12. September in der Kulturscheune des Zinzendorf-Schlosses Berthelsdorf an zwei Bechstein-Flügeln auftreten. Für Montag, den 13. September sind Vormittags zwei Führungen durch die berühmte Klavier- und Flügelmanufaktur C. Bechstein in Seifhennersdorf geplant.

Ein vokales Highlight wird das Konzert des Abiturjahrgangs des Dresdner Kreuzchores („twentytwo-ensemble“) am Montag, den 13. September Abends in der Musikakademie Schloss Kuppritz. Deren Eigentümer Sebastian Flämig war einst selbst Kruzianer. Am Dienstag, den 14. September wird das Barockschloss Königshain Schauplatz einer hochkarätig besetzten, kulturpolitischen Podiumsdiskussion zur Frage „Quo vadis Kultur in der Oberlausitz?“. Mit dabei sind Kulturministerin Barbara Klepsch (angefragt), Yvonne Magwas (MdB, Mitglied im Kulturausschuss des Bundestages), Dr. Claudia Maicher (MdL, Vorsitzende Kulturausschuss im Sächsischen Landtag), Joachim Mühle (Kultursekretär Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien), Dr. Hagen W. Lippe-Weißenfeld (Vorstand Kulturpolitische Gesellschaft) und MDR KULTUR-Moderatorin Heike Schwarzer.

Das Preisträgerkonzert am Mittwoch, den 15. September richtet sich insbesondere an interessierte, junge Nachwuchsmusiker: Sächsische Bundespreisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ werden gemeinsam mit den Preisträgerinnen des renommierten Carl Bechstein Klavierwettbewerbs, Adele-Marie Schäfer und Wilhelmine Freytag, im Barockschloss Oberlichtenau zu erleben sein.

Am Donnerstag, den 16. September findet im Schloss Gröditz ein Sonderkonzert als Beitrag zum deutsch-jüdischen Festjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben in der Oberlausitz“ statt, in dessen Rahmen es ein Gespräch mit Musikern von Krzyzwa-Music und ein anschließendes Kammerkonzert u. a. mit dem Klavierquintett des aus Polen stammenden, jüdischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg geben wird.

Zum krönenden Festivalabschluss wird am Freitag, den 17. September der international gefeierte Bratschist Nils Mönkemeyer mit dem Kammerorchester l’arte del mondo in der Ev.-luth. Kirche Baruth auftreten.

Die Veranstalter haben sich entschieden, neben dem Landkreis Bautzen auch den Landkreis Görlitz und damit den gesamten Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien zu bespielen. Festivalintendant Dr. Hagen W. Lippe-Weißenfeld: „Wir freuen uns sehr, dass es gelungen ist, den Landkreis Görlitz mit zwei besonders strahlkräftigen Schlössern – Königshain und Berthelsdorf – in das Festival einzubinden. Auf diese Weise bespielen wir nun den gesamten Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien. Wir wünschen uns sehr, den beiden deutschlandweit am schlimmsten von Corona betroffenen Landkreisen Bautzen und Görlitz mit dem Festival entsprechend seinem Motto einen Impuls der Hoffnung für wieder mögliche menschliche und musikalische Begegnungen nach Corona geben zu können.“

Festival mit viel Ehrenamt

Wie wichtig die große Gemeinschaft der Festivalunterstützer mit über 100 ehrenamtlichen Helfern, rund 40 prominenten Botschaftern aus Sachsen und ganz Deutschland - mit Ministerpräsident Michael Kretschmer an der Spitze - und der frühen Zusage zahlreicher internationaler Künstlerstars ist, zeigt auch die prominente Schirmherrschaft: „Es ist ein großartiges Zeichen der Einigkeit, dass das Land und beide Landkreise bei der Unterstützung dieses Festivals Hand in Hand gehen und gemeinsam den Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien kulturell weiterentwickeln und dadurch auch zur Erhaltung wichtiger Kulturstätten beitragen. Ich danke Kulturministerin Barbara Klepsch und den Landräten Michael Harig (Bautzen) und Bernd Lange (Görlitz) für die Übernahme der Schirmherrschaft, die Ausdruck großer Wertschätzung für dieses große bürgerschaftliche Kulturprojekt auf dem Land ist“, äußerte sich Intendant Hagen Lippe-Weißenfeld, dessen Familiengeschichte eng mit beiden Landkreisen und der Herrnhuter Brüdergemeinde verbunden ist und ergänzt: „Das große Besucherinteresse im letzten Jahr - über 650 Besucher strömten zu 6 umjubelten Konzerten-, die teils aus ganz Deutschland angereist waren, zeigt, welche Anziehungskraft die Oberlausitz als geschichtsträchtiger Kulturraum besitzt. Dieses Festival lebt von seiner familiären, bodenständigen, heiteren Atmosphäre und ist beste touristische Werbung für die Landkreise Bautzen und Görlitz.“

Die Veranstalter haben mit Blick auf notwendige Eigenmittel als geltende Bedingung öffentlicher Förderprogramme entschieden, Konzerttickets zu maßvollen Einheitspreisen in Höhe von 15,- EUR herauszugeben. „Wenn Corona uns nicht einschränkt, werden wir rund 900 Tickets für die 7 Konzerte anbieten können, so dass jede und jeder Interessierte eine Chance bekommt, unsere großartigen Künstlerstars live zu erleben. Der Ticketverkauf wird wahrscheinlich Anfang März starten, wenn absehbar ist, wie sich die Pandemie entwickelt“, kündigt Lippe-Weißenfeld an.

Im Rückblick auf die gelungene Festivalpremiere im Jahr 2020, bei der die Besucher statt Eintritt um Spenden für örtliche Projekte gebeten wurden ist äußerst erfreulich: „An allen Konzertorten kamen im Nachgang neue Projekte in Gang. In Baruth kann jetzt die Eule-Orgel saniert werden, in Gröditz können neue Stühle für den Konzertsaal angeschafft werden, in Kuppritz der Holzfußboden erneuert, in Oberlichtenau das Schlossdach repariert und im Schlosspark in Milkel die Baumbewässerung erneuert werden“, freut sich Festivalgründer Hagen Lippe-Weißenfeld über dessen Langzeitwirkung zum Erhalt wichtiger Kulturstätten mit prägender Wirkung für die ländliche Region. Auch im Jahr 2021 werden bei den Konzerten Spenden für die Fortsetzung der Projekte an den Konzertorten gesammelt.

Die junge Festivalhistorie

Das Kammermusikfest Oberlausitz ist ein im Jahr 2020 gegründetes Klassikfestival in Sachsen, was sich ganz der Kultur im ländlichen Raum, der musikalischen Nachwuchsförderung sowie dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und bürgerschaftlichen Engagement verschrieben hat. Drei Gemeinden und drei Städte im Landkreis Bautzen waren im Jahr 2020 Gastgeber der 6 Konzerte, in deren Rahmen renommierte Vertreter und Shooting-Stars der Klassikszene aus 10 Nationen auftraten. Festspielorte waren die kulturhistorischen „Perlen der Oberlausitz“, u. a. die Schlösser Milkel (Gemeinde Radibor), Gröditz (Stadt Weißenberg) und Kuppritz (Gemeinde Hochkirch), das Barockschloss Oberlichtenau (Stadt Pulsnitz) und die Ev.-luth. Kirche Baruth (Gemeinde Malschwitz). Darüber hinaus öffnete die berühmte sächsische Orgelmanufaktur Hermann EULE (Stadt Bautzen) ihre Tore für zwei Führungen.

Intendant ist Dr. Hagen W. Lippe-Weißenfeld, Ur-Enkel des ehemaligen Landesältesten des Markgraftums Oberlausitz, Mitglied des sächsischen Landtages und Eigentümer des Rittergutes Baruth bei Bautzen, Clemens Prinz zur Lippe-Weißenfeld (1860-1920) und selbst begeisterter Musiker (Bratsche). Seine Vorfahren zählten zur Herrnhuter Brüdergemeine und übersiedelten vor über 150 Jahren mit dem Wunsch nach mehr räumlicher Nähe zur Herrnhuter Brüdergemeine vom Lipper Land (Nordrhein-Westfalen) in die Oberlausitz, da ihre Hauslehrer Herrnhuter waren. Stammsitz des ehemaligen Fürstenhauses Lippe ist Schloss Detmold in NRW (Ostwestfalen-Lippe).

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