Valer Sabadus. Foto: www.schneiderphotography.de
Valer Sabadus. Foto: www.schneiderphotography.de

Sabadus und die Händel-Festspiele Halle

Den „Händel-Preis der Stadt Halle, vergeben durch die Stiftung Händel-Haus“, des Jahres 2020 erhält der Countertenor Valer Sabadus.

Der Hallenser Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand verkündet: „Für seine besonderen Verdienste bei der Interpretation von Händels Musik erhält der Countertenor Valer Sabadus den Händel-Preis der Stadt Halle des Jahres 2020, vergeben durch die Stiftung Händel-Haus. Sabadus' Triumphzug durch die internationalen Opernhäuser begann mit seinem glanzvollen Auftritt in der Titelrolle der Händel-Oper „Rinaldo“ bei den Händelfestspielen 2011. Seitdem ist er als gefragter Countertenor weltweit unterwegs. Nun schließt sich der Kreis: Sein außergewöhnliches musikalisches Können zeigt Valer Sabadus gemeinsam mit dem „Baroque Orchestra“ Venedig im Rahmen des Preisträgerkonzertes am 30. Mai 2020 in der Georg-Friedrich-Händel Halle.“

Die Händel-Festspiele Halle sind das größte Musikfest des Landes Sachsen-Anhalt und zählen zu den ältesten und renommiertesten Festivals barocker Musik in Europa. Vor genau 100 Jahren wurde in Halle von Oskar Hagen, der an der dortigen Universität promovierte, die Idee geboren, eine Händel-Oper nach über 170 Jahren wieder szenisch aufzuführen. Inspiriert wurde er hierbei durch den damaligen Professor des musikwissenschaftlichen Seminars der halleschen Universität, Hermann Abert. Die erste Aufführung wurde dann 1920 in Göttingen umgesetzt, wohin Oskar Hagen einem Ruf der dortigen Universität gefolgt war. In Göttingen wurde er wiederum von einem Hallenser unterstützt: Paul Thiersch, dem damaligen Direktor der Handwerkerschule Halle, der die Ausstattung der Göttinger Händel-Opern übernahm. In Halle geboren, und von Göttingen ausgehend, begann somit vor 100 Jahren die Händel-Opern-Renaissance – ein bedeutendes Jubiläum, das in diesem Jahr gemeinsam von den Händel-Festspielen in Göttingen und Halle gefeiert wird.
 
Im kommenden Jahr finden die Händel-Festspiele in Halle vom 29. Mai. bis 14. Juni 2020 statt. An 17 Tagen erleben die Besucher in über 100 verschiedenen Veranstaltungen ganz besondere Highlights der Barockmusik unter dem Motto „Musikalische Malereien“. Eine Besonderheit der Händel-Festspiele in Halle ist, dass diverse Veranstaltungen an authentischen Händel-Orten stattfinden. Insgesamt werden fünf szenische Produktionen, fünf Oratorien und eine Vielzahl von Festkonzerten präsentiert.

In der Oper Halle gibt es die Neuproduktion der Händel-Oper „Teseo“ HWV 9 in einer Spielfassung von Martin G. Berger. Im historischen Goethe-Theater in Bad Lauchstädt werden die Händel-Opern „Ottone, Ré di Germania“ HWV 15 und „Alessandro Severo“ HWV A13 über die Bretter gehen. Im Carl-Maria-von-WeberTheater in Bernburg gibt es im nächsten Jahr mit der szenischen Produktion „Moving Seasons“ etwas ganz Besonderes: Eine Kombination aus barocker Musik wie die berühmten „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi und modernem Ballett mit der Lautten Compagney Berlin und dem Ballett des Theaters Plauen-Zwickau.

Internationale Stars wie die Countertenöre Valer Sabadus und Iestyn Davies, der Tenor Daniel Behle sowie die gefeierte, junge Sopranistin Sophie Junker stehen bei den HändelFestspielen 2020 auf der Bühne. Weltweit geschätzte Orchester wie die Gabrieli Consort & Players mit Paul McCreesh aus Großbritannien, die Accademia Bizantina unter der Leitung von Ottavio Dantone aus Italien, das französische Ensemble Le Concert de l’Hostel Dieu mit Franck-Emmanuel Comte, das Pera Ensemble Istanbul mit Mehmet C. Yeşilçay, der Chor und das Orchester der Capella Cracoviensis unter der musikalischen Leitung von Jan Tomasz Adamus aus Polen sowie das MDR-Sinfonieorchester mit dem MDR-Rundfunkchor und Howard Arman sind zu erleben.

Der „Messiah“ HWV 56, Händels bekanntestes Oratorium, wird gleich zweimal aufgeführt: In der Konzerthalle Ulrichskirche erklingt die Fassung von 1751 mit dem Stadtsingechor zu Halle und der Batzdorfer Hofkapelle und im Dom zu Halle ist „Der Messias“ HWV 56 (KV 572) in der Bearbeitung von Wolfgang Amadeus Mozart von den portugiesischen Ensembles Gulbenkian Choir und Divino Sospiro zu erleben. Weiterhin erwartet die Besucher die Uraufführung des Händel-Opernfragmentes „Fernando, Ré di Castiglia“ HWV 30 nach der Hallischen Händel-Ausgabe und in Kooperation mit dem London Handel Festival, die Oratorien „La bellezza ravveduta nel trionfo del tempo e del disinganno“ HWV 46a, „Israel in Egypt“ HWV 54 und „L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato“ HWV 55 sowie verschiedene Baroque Lounges, Kinder- und Jugendprojekte, die internationale wissenschaftliche Konferenz und die traditionellen Open-Air-Konzerte in der Galgenbergschlucht.

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