Ein Eindruck vom russischen Zaubersee-Festival in Luzern. Foto: Ingo Höhn
Ein Eindruck vom russischen Zaubersee-Festival in Luzern. Foto: Ingo Höhn

Russischer Zaubersee in Luzern

Russisches Klavierrepertoire, russische Kammermusik, russische Oper, russische Literatur und die Verbindungen der russischen Romantik ins westliche Europa: Anfang Mai sind sie das Thema des fünften Zaubersee-Festivals.

Das Festival Zaubersee findet 2016 bereits zum fünften Mal statt und widmet sich erneut den Raritäten der russischen Musik wie Anton Arensky, Nikolai Medtner, Alexander Borodin, Georgi Catoire, Samuil Feinberg und Sergei Liapunov. Die Schwerpunkte 2016 sind die russische Klavierliteratur und die Einflüsse der russischen Literatur. Der Pianist Gary Graffman vertieft das Thema mit einem Meisterkurs und einem öffentlichen Gespräch dazu. Ebenfalls einen zentralen Platz erhalten junge Talente. Dem Festivalcharakter Rechnung getragen wird erstmals durch das mehrfache Auftreten einzelner Künstler in unterschiedlichen Formen.

Eröffnet wird das Festival am 4. Mai durch drei junge Künstlerinnen: Valentina Lisitsa, Alena Baeva und Anastasia Kobekina mit Werken von Arensky, Skrjabin und Rachmaninoff.

Ebenfalls am 4. Mai startet der dreitägige Meisterkurs Klavier mit Gary Graffman. Als Teilnehmende des Meisterkurses wurden Graffmans Protegée, Wei Luo, und der ebenfalls erst 16-jährige Tomoharu Ushida ausgewählt. Vor dem Abschlusskonzert am 6. Mai wird Graffman als einer der bedeutendsten Pianisten des 20. Jahrhunderts und ausgewiesener Kenner der russischen Klaviertradition im Gespräch zum Thema Gibt es die russische Klavierschule noch? zu erleben sein.

Bei ihrem zweiten Auftritt bei Zaubersee 2016 wird die Violinistin Alena Beaeva zusammen mit dem Gewinner der goldenen Medaille des Van Cliburn International Piano Competition 2013, Vadym Kholodenko, im Lunchkonzert I am 5. Mai Literatur von Rachmaninoffs Freund Nikolai Medtner spielen.

Raritäten der russischen Kammermusik werden von hervorragenden Solisten am 5. Mai präsentiert: Philippe Quint und Alena Baeva, Lily Francis und Alexander Besa (Solobratscher des LSO), Claudio Bohórques und Christian Poltéra und Vadym Kholodenko. In unterschiedlichsten Formationen präsentieren sie Werke von Borodin und Arensky. Im Anschluss wird der amerikanisch-russische Violinist Philippe Quint zusammen mit den Wolga-Virtuosen im Nachtkonzert interpretieren.

Am 6. Mai kontrastiert das Jerusalem Quartett, das in diesem Jahr sein 20. Bühnenjubiläum feiert, in der Bright and Dark Night die hellen Klänge in Dvořáks Amerikanischem Quartett mit den dunklen Elementen in Schostakowitschs letztem Opus. Betont wird die Stimmung durch ein optisch angepasstes Konzertambiente.

In der darauf folgenden Spätveranstaltung rezitiert die russische Schauspielerin Xenija Rappoport Gedichte der beiden russischen Dichter Alexander Pushkin und Mikhail Lermontov. Begleitet wird sie von den Akkordeonklängen von Ksenija Sidorova, die bereits zum zweiten Mal bei Zaubersee zu Gast sein wird.

Der Meisterpianist und leidenschaftliche Entdecker von selten gespielten Komponisten, Marc-André Hamelin, widmet sich in seinem Zaubersee-Debut im 2. Lunchkonzert am 7. Mai vier weniger bekannten russischen Komponisten: Georgi Catoire, Nikolai Medtner, Samuil Feinberg und Sergei Liapunov.

Im Galakonzert im KKL Luzern wird erstmals bei Zaubersee die russische Oper und deren italienische Einflüsse thematisiert, in dem Tschaikowskys Eugen Onegin Verdis Opern gegenüber gestellt werden. Die Leitung des Luzerner Sinfonieorchesters übernimmt am 7. Mai der gefragte Opern-Stardirigent Marco Armiliato. Als Gesangssolistentrio fungieren Marina Rebeka, Stefano Secco und Carlos Alvarez.

Im Familienkonzert am 8. Mai interpretiert das Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von Lorenzo Viotti Prokofieffs berühmtes musikalisches Märchen Peter und der Wolf, erzählt von Kurt Aeschbacher, sowie die Ouvertüre zu Rossinis Wilhelm Tell. Das Konzert bildet damit auch einen Schwerpunkt des Musikvermittlungsprogramms LSO Horizonte. Getreu dem Jahresmotto Zuhause wird das Saisonlied Wo bisch du deheim? mit den Kindern aus den Workshops im LSO Musikwagen und dem ganzen Publikum gesungen.

Als Abschluss des Zaubersee Festivals finden sich nochmals Hamelin, Quint, Francis und Poltéra zusammen, um den Bogen Russland-Schweiz abzuschliessen. Mit Mendelssohn, Strawinsky und Catoire werden Komponisten berücksichtigt, deren Werke von der Schweiz inspiriert wurden. Als Spielstätten dienen wiederum das Hotel Schweizerhof Luzern, die St. Charles Hall in Meggen und das KKL Luzern.

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