Gruppenfoto mit Vertretern der Institutionen, die die neue Biennale organisieren. Bildquelle: Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz
Gruppenfoto mit Vertretern der Institutionen, die die neue Biennale organisieren. Bildquelle: Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz

Rhein-Neckar

Die erste Biennale für Neue Musik der Metropolregion Rhein-Neckar „Konkrete Utopien“ stellt Programm für Februar 2021 vor.

Bei einer Pressekonferenz stellten die Organisator*innen das Programm im Ernst-Bloch-Zentrum der Stadt Ludwigshafen vor. Die erste Festivalausgabe ist mit „Konkrete Utopien“ überschrieben und nimmt Bezug auf den Philosophen Ernst Bloch. Für die Biennale haben sich das Ernst-Bloch-Zentrum der Stadt Ludwigshafen am Rhein, die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, die Gesellschaft für Neue Musik Mannheim e.V., das Nationaltheater Mannheim, das KlangForum Heidelberg und das Theater und Orchester Heidelberg vernetzt.

Mit elf Veranstaltungen findet die Biennale vom 19. bis 28. Februar 2021 in den Städten Heidelberg, Ludwigshafen und Mannheim statt. Auf dem Programm stehen zwölf Uraufführungen und eine Erstaufführung sowie ein Begleitprogramm aus Vorträgen, Workshops und Vermittlungsformaten. Zusätzlich wird ein Kompositionswettbewerb veranstaltet.

Themenschwerpunkt Ernst Bloch

Im Zentrum der inhaltlichen Planung steht jeweils ein „Kind“ der Region aus dem Bereich der Philosophie, Literatur oder Wissenschaft. Die ausgewählten oder in Auftrag gegebenen Werke nähern sich dieser außermusikalischen Gedankenwelt mit klanglichen Mitteln. Die erste Biennale für Neue Musik nimmt Bezug auf den 1885 in Ludwigshafen geborenen Philosophen Ernst Bloch.

„Es freut mich besonders, dass die Philosophie von Ernst Bloch den Ausgangspunkt für die erste Biennale für Neue Musik bildet. In einer Zeit der allgemeinen Verunsicherung und Orientierungslosigkeit spenden Kunst, Musik und Philosophie nicht nur Trost, sondern können auch einen wichtigen Beitrag zur Beantwortung von Zukunftsfragen leisten. Denn sie zeigen – ganz im Sinne von Ernst Bloch – neue Wege des Denkens und der Wahrnehmung auf. Für Bloch hat Utopie auch mit einer Erneuerung der Wahrnehmung zu tun. Welches Medium ist dafür besser geeignet als die Musik?  Die Musik beinhaltet jenes utopische Potential, welches gerade in unserer Gegenwart, im Zeitalter der Industrialisierung und der Globalisierung, neue Wege aufzeigt und dazu beitragen kann, alternative Lebensentwürfe zu entwickeln. Damit wird Ernst Bloch zu einer visionären Figur, dessen Denken bis heute seine Gültigkeit behalten hat.“, so Immacolata Amodeo, die Leiterin des Ernst-Bloch-Zentrums der Stadt Ludwigshafen am Rhein. 

Ziele der Biennale für Neue Musik

Blochs Fortschrittsbegriff ist ein anderer, nicht-industrieller und dennoch scheint gerade die Metropolregion Rhein-Neckar für das Festival prädestiniert. Hier treffen und verbinden sich die verschiedenen Zukunftsentwürfe eines kontrapunktischen gesellschaftlichen Multiversums auf fruchtbare Weise: Industrie- und Kulturgeschichte, akademische Hochschulkultur und technische Innovation, Kulturen und Subkulturen der deutschen Popmusik, zentrale Lage und vielfältige Verknüpfung in einem europäischen Verkehrsknotenpunkt. Die Gründung der Biennale setzt ein deutliches Zeichen für die zeitgenössische Musik in der Metropolregion Rhein-Neckar. Vor dem Hintergrund des gesellschaftsrelevanten Anspruchs ist die Vernetzung der zahlreichen Institutionen ein starkes Signal. Dabei erweist sich, wie das Potential einer ganzen Region kreativ genutzt werden kann. Das Projekt soll aber auch deutlich über diese Großregion hinaus Resonanz finden und sich durch sein gesellschaftliches Engagement deutlich von anderen Festivals unterscheiden. Daher ist ein weiteres Ziel nicht ausschließlich bei Akteur*innen aus der Region zu bleiben, sondern zusätzlich international renommierte Klangkörper einzubeziehen.

 

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