"Waterworks" - Konzert des Baltic Sea Philharmonic im Emirates Palace in Abu Dhabi, 11. November 2018. Foto: Paul Gärtner
"Waterworks" - Konzert des Baltic Sea Philharmonic im Emirates Palace in Abu Dhabi, 11. November 2018. Foto: Paul Gärtner

Programmmusik mit Überbau

Erstmals eine Tour außerhalb Europas, eine Lobrede der deutschen Bundeskanzlerin, ein ganzes Konzert komplett aus dem Gedächtnis gespielt und vieles mehr – das Baltic Sea Philharmonic und Kristjan Järvi blicken auf ein Jahr voller Höhepunkte zurück

In drei Touren – „Nordic Pulse",„Midnight Sun" und „Divine Geometry" – mit zwei Virtuosen an der Violine – Mari Samuelsen und David Nebel – und mit der Pianistin Simone Dinnerstein bringt das Baltic Sea Philharmonic 2019 seine Vision für aufregende Programme in bedeutende Konzertsäle: das Konzerthaus des Mariinsky Theaters in St. Petersburg (19.3.), die Finlandia-Halle in Helsinki (17.3.), die Berliner Philharmonie (26.6.) und die Elbphilharmonie in Hamburg (2.7.) sowie zum Usedomer Musikfestival (21.9.).  

Die „Nordic Pulse"-Tour vom 11. bis 19. März durch das Baltikum, Finnland und Russland führt in die Hauptstädte Riga (Lettland) und Tallinn (Estland), Helsinki (Finnland) und in die russische Metropole St. Petersburg. Das Programm vereint Licht und Magie mit Kristjan Järvis vom Nordlicht inspiriertem Werk „Aurora" und Tschaikowskys Ballett „Dornröschen", das Järvi als Konzertsuite neu zusammenstellte. Komplett auswendig gespielt, verwandelt das Baltic Sea Philharmonic den bekannten Stoff in ein unvergleichliches Konzerterlebnis.

Der Schweizer Geiger David Nebel begleitet das Orchester im Violinkonzert des litauischen Komponisten Gediminas Gelgotas – das er bereits 2018 zur „Nordic Pulse"-Tour des Ensembles beim Kissinger Musiksommer uraufführte – und in Lonely Angel, eine Komposition des Letten Pēteris Vasks. Sie handelt von einer Vision des Komponisten: Ein Engel, der über die Welt fliegt und sie mit "trauernden Augen, aber einer fast unmerklichen, liebevollen Berührung" betrachtet. Das Konzert in Helsinki wird das Engagement des Baltic Sea Philharmonic für die Umwelt unterstreichen: Je ein Euro für jedes Ticket geht an die finnische John Nurminen Foundation, die Projekte fördert, die sich einer sauberen Ostsee widmen.

Die „Midnight Sun"–Tour des Baltic Sea Philharmonic am 26. Juni in der Berliner Philharmonie und am 2. Juli in der Elbphilharmonie Hamburg – zwei Konzerthäuser, an denen das Orchester bereits Erfolge feiern konnte – bringt das nordische Natur- und Kulturphänomen der Mitternachtssonne nach Deutschland. „Das Nordlicht bevorzugt zwar gewissermaßen die nordischen Länder", sagt Kristjan Järvi, „wir wollen mit unserem Programm die Mitternachtssonne jedoch auch in den Süden bringen und damit eine Botschaft der Einheit vermitteln." „Midnight Sun" beginnt mit Rautavaaras „Cantus Arcticus", einem Konzert für Vogelstimmen und Orchester. Die norwegische Geigerin Mari Samuelsen spielt mit dem Baltic Sea Philharmonic drei weitere Werke: Kristjan Järvis Violinkonzert „Aurora", das von der Aurora borealis, dem Polarlicht, inspiriert ist; Arvo Pärts „Fratres" und Pēteris Vasks Violinkonzert „Lonely Angel". Höhepunkt des Programms ist Strawinskys Ballett „Der Feuervogel", eine mythische Gestalt der russischen Folklore. Das Baltic Sea Philharmonic spielt das gesamte Programm komplett auswendig.  

Welten und Zeiten durchdringen sich im „Divine Geometry"-Programm am 20. September in Meran (Italien) und am 21. September zur Eröffnung des 26. Usedomer Musikfestivals im Kraftwerk Peenemünde. Die US-amerikanische Pianistin Simone Dinnerstein begleitet das Baltic Sea Philharmonic und Kristjan Järvi in einem Programm, das die Symmetrie von Vergangenheit und Gegenwart sucht. Komponisten sind dabei, die in ihrer Epoche jeweils Großes geleistet haben: Bach und Händel als musikalische Hauptfiguren eines hanseatischen Nordens und Philipp Glass als Klassiker des amerikanischen Minimalismus. Steve Reichs „Music for Ensemble and Orchestra", vom Baltic Sea Philharmonic, New York Philharmonic, Los Angeles Philharmonic, San Fransisco Symphony, London Symphony Orchestra und Sydney Symphony Orchestra in Auftrag gegeben, erklingt dann auch zum ersten Mal in Deutschland, beim Usedomer Musikfestival im Kraftwerk Peenemünde, dem Geburtsort des Baltic Sea Philharmonic. 

Eine „Waterworks"-Tour krönte das Jubiläumsjahr des Baltic Sea Philharmonic 2018. In den Vereinigten Arabischen Emiraten spielte das Ensemble im November erstmals gleich zwei Konzerte komplett aus dem Gedächtnis und zum ersten Mal außerhalb Europas. Das zukunftsweisende Programm, gemeinsam mit SunbeamProductions realisiert, begeisterte mehr als 2.800 Zuhörer in der Dubai Oper und im ausverkauften Emirates Palace in Abu Dhabi: Modernstes Licht-, Sounddesign, Projektionskunst und Musik verschmolzen miteinander. Wassermusiken von Händel, Charles Coleman und David Rozenblatt erklangen gemeinsam mit Werken von Philip Glass. Die Tour war zugleich Startschuss für eine strategische Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultur und Wissensentwicklung der Vereinigten Arabischen Emirate.   

Im September tourten das Baltic Sea Philharmonic und Kristjan Järvi mit „Nordic Pulse" durch Italien, Deutschland und Polen. Anlass war der 10. Geburtstag des Orchesters und 100 Jahre der Erklärung der Unabhängigkeit im Baltikum, Finnland und Polen. Komponisten aller fünf Nationen standen auf dem Programm. Komplett aus dem Gedächtnis erklang Kristjan Järvis aus Sibelius' „Der Sturm" zusammengestellte Konzertsuite sowie der erste Satz der„RockSymphony" des Letten Imants Kalniņš. An einem ausverkauften Peenemünder Konzert des Usedomer Musikfestivals nahmen 1.300 Personen teil, darunter auch die deutsche Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, die in ihrer Eröffnungsrede die „Tiefe und Eleganz" des Baltic Sea Philharmonic lobte und sagte: „Die Mitglieder des Orchesters verkörpern internationale Verständigung; sie nutzen Musik als zeitlose Sprache, die über Grenzen hinweg verstanden werden kann."  

 

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