Komponistin Florentine Mulsant. Bild: Sacem
Komponistin Florentine Mulsant. Bild: Sacem

Preis der französischen Verwertungsgesellschaft

Florentine Mulsant erhält den großen Preis der Sacem (vergleichbar der deutschen GEMA) für zeitgenössische Musik.

Für das Jahr 2019 bekommt erstmalig eine Komponistin den großen Preis der Sacem für klassische zeitgenössische Musik für ihr Lebenswerk: Florentine Mulsant.

Die Jury sagte über Florentine Mulsant: „Komplexität gemischt mit Finesse ist eins der wichtigen Kennzeichen ihrer Kompositionen. Florentine Mulsant wird sowohl von den Lehrern, die sie ausgebildet haben, als auch von ihren Schülern und den Aufführenden ihrer Werke auf der ganzen Welt geschätzt. Die Komponistin schafft es, jedem ihrer Werke einen lebhaften Ausdruck zu verleihen, der dennoch sanft und zart wirkt.“

Wie Mulsant in einem Interview im Jahr 2005 verriet, entwickelte sich ihre Leidenschaft für die klassische Musik dank eines glücklichen Zufalls: "Für meine Schwester war ein Klavier gekauft worden, doch als es ankam, war mir sofort klar, dass es für mich bestimmt war. Ich war zehn Jahre alt und von da an war das Klavier mein Begleiter für jeden Moment.“

Florentine Mulsant wurde 1962 in Dakar geboren und begann 1977 ein Studium am Konservatorium für Musik und Tanz in Paris (CNSMDP). Anschließend studierte sie Komposition an der Sorbonne, wo sie durch Claude Debussy, Maurice Ravel, Olivier Messiaen und Henri Dutilleux beeinflusst wurde, wie sie selbst sagt. Vielfach preisgekrönt umrunden ihre Werke die Welt, werden von vielen Solisten und Orchestern interpretiert; und Kompositionsaufträge von Orchestern und Interpreten sind ihr Ansporn. Mulsant erhielt bereits 2019 den Orden chevalier de l’ordre des Arts et des Lettres  vom französischen Kulturminister.

Ihr Oeuvre umfasst fast 90 Werke, vom Solostück über Kammer- und Orchesterwerke bis hin zur Vokalmusik. Florentine Mulsant steht an der Spitze der zeitgenössischen Komponistinnen. Momentan arbeitet sie an folgenden Auftragswerken: Ihrem 5. Streichquartett, dass im August 2020 beim Festival d’Ouessant uraufgeführt wird, dem Flötentrio Feuilles d’ Automne op. 89, ein Auftragswerk der Internationalen Flötengesellschaft und die Rhapsodie for violon et piano, ein Auftrag des Internationalen Wettbewerbs für Kammermusik, der im April 2020 in Lyon stattfindet. Ihr gesamtes Oeuvre ist beim Furore Verlag in Kassel verlegt.

Bisherige Gewinner des Grand Prix de la musique classique contemporaine (carrière) sind: Philippe Schoeller (2018), Karol Beffa (2017), Thierry Pécou (2016), Richard Dubugnon (2015), Bernard Cavanna (2014), Alain Kremski (2013), Eric Tanguy (2012).
 

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