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Ensemble Aventure. Foto: Marc Doradzillo
Ensemble Aventure. Foto: Marc Doradzillo

"Postmigrantische Visionen" in Musik

Das vom Deutschlandfunk veranstaltete Forum neuer Musik lädt in seiner Jubiläumsausgabe unter dem Motto "Postmigrantische Visionen" dazu ein, die klingende Vielfalt live zu erleben.

Farzia Fallah, Ying Wang und Oxana Omelchuk sind nur drei der Komponistnnen-Namen, mit denen das Forum neuer Musik sein 20. Jubiläum feiert. Die drei Künstlerinnen sind wie unzählige weitere Komponisten aus aller Welt nach Deutschland gekommen und haben ihren Lebensmttelpunkt in unsere Gesellschaft verlegt. Sie stehen für Diversität, Vielgestalt, Globalität. Vor allem die Stadt Köln wartet mit einer beeindruckenden internationalen Komponierszene auf. Während die gesellschaftliche Öffentlichkeit sich fortwährend mit den Themen Migration, Integration und Identität beschäftigt, haben sich Musikerinnen und Musiker aus aller Welt längst in diversen, multikulturellen und sich gegenseitig befruchtenden Formationen zusammen getan. Das Forum neuer Musik im Deutschlandfunk und in der Kunst-Station Sankt Peter in Köln wird am 5. und 6. April in neun Gesprächs- und Konzertformaten Räume für Plurales und für Visionen schaffen, in denen jeder Mensch gleiche Möglichkeiten für Teilhabe und Entfaltung hat und in denen Migration als gesellschaftliche und künstlerische Bereicherung erfahrbar wird.

Die Berliner Migrationsforscherin Naika Foroutan - auf dem Podium zu Gast im Forum neuer Musik 2019 - unterscheidet zwischen zwei gesellschaftlichen Positionen. Die eine favorisiert mittels Integration Homogenität, also möglichst große "Gleichheit" - die andere setzt auf Pluralität und den konstruktiven Wettstreit von Ideen und Konzepten. "Integration", so Foroutan, würde noch immer als etwas Einseitiges verstanden. Ein postmigrantisches Verständnis hingegen bedeute, demografische Realität anzuerkennen, und Deutschland als modernen, globalisierten Lebensort von Menschen mit vielgestaltigen nationalen und kulturellen Herkünften, Biografien, Ausbildungen, Berufen, Einkommen, sexuellen Orientierungen und Religions-Zugehörigkeiten zu verstehen. Davon, so stimmen Migrationsforschung, Veranstalter und Mitwirkende überein, sei unsere Gesellschaft noch ein Stück weit entfernt. Das Forum neuer Musik versteht sich vor diesem Hintergrund als Beitrag zu mehr Pluralität. In den 20 Jahren seines Bestehens hat es junge Komponierende aus aller Welt gefördert und präsentiert. Am Beispiel der neuen Musik will das Forum 2019 an zwei kompakten Veranstaltungstagen die Vorzüge des diversen Miteinanders thematisieren.

Im Zentrum des Programms stehen Ensemble-Konzerte. Aventure aus Freiburg spielt Werke von Komponistinnen und Komponisten aus dem Nahen und Mittleren Osten, die in Deutschland ihre kulturellen Wurzeln wieder entdecken. LUX:NM aus Berlin widmet sich Mauern und Mauerfällen verschiedener Art. Die Musiker des ensembles 20/21 der Kölner Musikhochschule erleben sich in internationaler Gemeinschaft und komponieren selbst.

In der Kunststation Sankt Peter erklingen Werke von Isang Yun und Younghi Pagh-Paan, zwei Wegbereitern kompositorischer Diversität. In Lectures und Gesprächsformaten sind Prof. Dr. Naika Foroutan, Dr. Lale Akgün und Dr. Mark Terkessidis, Forumskurator Frank Kämpfer vom Deutschlandfunk sowie die Komponistinnen und Komponisten Eres Holz, Violeta Dinescu, Farzia Fallahund David Smeyers zu erleben.

Das Forum neuer Musik 2019 wird vom Deutschlandfunk veranstaltet und von der Kunststiftung NRW gefördert. Die Stadt Köln und die Ernst von Siemens Musikstiftung fördern mehrere Kompositionsaufträge. Die Veranstaltungen finden  am 5. und 6. April 2019 im Deutschlandfunk und in der Kunst-Station Sankt Peter in Köln statt.

www.deutschlandfunk.de/forum-neuer-musik

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