Mitwirkende des alternativen Opernprojektes in Baden-Baden. Bild: Festspielhaus Baden-Baden
Mitwirkende des alternativen Opernprojektes in Baden-Baden. Bild: Festspielhaus Baden-Baden

"Politische Stoffvorlage in Reinform"

Alternatives Opernprojekt im Rahmen der Osterfestspiele Baden-Baden: „Des Simplicius Simplicissimus Jugend" von Karl Amadeus Hartmann.

Die zweite Oper der Baden-Badener Osterfestspiele 2020 wird im Theater Baden-Baden von Eva-Maria Höckmayr inszeniert und von Michael Hasel, Flötist der Berliner Philharmoniker, musikalisch geleitet.

Karl Amadeus Hartmanns „Des Simplicius Simplicissimus Jugend" entsteht als Gemeinschaftsprojekt der Berliner Philharmoniker, des Festspielhauses Baden-Baden und des Theaters Baden-Baden. Für Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa ist der ‚Simplicius' eine der Hauptattraktivitäten der Osterfestspiele. „Die Oper passt in ihrer geschichtlichen, geografischen Nachbarschaft und der inhaltlichen Nachbarschaft zu Fidelio mit den europäischen Themen von Freiheit und Umbruch hervorragend in das nachbarschaftlich-freundschaftlich verbundene Theater Baden-Baden. Für Nicola May, die Intendantin des Theaters, hat die Zusammenarbeit auch einen Nachhaltigkeitsaspekt: „Die großartigen Projekte, die mit den Berliner Philharmonikern entstehen, sind durch die Repertoirevorstellungen auch über die Osterfestspiele noch zu erleben und bieten die Möglichkeit im Theater Baden-Baden faszinierende Opernkunst zu erleben".

In Renchen, weniger als einen Tagesritt von Baden-Baden entfernt, schrieb der Barockdichter Johann Jacob Christoph von Grimmelshausen einen der wichtigsten Romane seiner Epoche: „Simplicius Simplicissimus". Die Abenteuer des Titelhelden aus der Zeit des 30-jährigen Krieges dienten Karl Amadeus Hartmann schon in den frühen 1930er Jahren als Vorlage für seine Oper über eine neue, dunkle Menschheits-Epoche, deren Vorboten den Künstler in Angst und Schrecken versetzten. Als der Komponist die Partitur nach der Nazi-Diktatur nicht mehr verstecken musste, wurde das Werk von Karl Amadeus Hartmann 1948 erstmals szenisch aufgeführt.

Zu den Osterfestspielen mit den Berliner Philharmonikern wird die Oper nun neu von Eva-Maria Höckmayr inszeniert. Für die Regisseurin ist das Werk „ein großes Geschenk: Selten gibt es eine politische Stoffvorlage in einer derartigen Reinform. Die Oper ist eine zeitlose Parabel einer Umbruchszeit, die Schrecknisse des 30-jährigen Krieges aufgreifend, in den 1930er Jahren komponiert und dabei das Trauma des ersten aufarbeitend, die Grausamkeiten des zweiten Weltkrieges vorausahnend. Damit ist sie in den heutigen Zeiten der Umbrüche und Unsicherheiten brandaktuell und zeitlos mahnend."

Das Orchester setzt sich aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker sowie Stipendiatinnnen und Stipendiaten der Karajan-Akademie zusammen. Ein regionaler Projektchor mit elf Stimmen ist ebenso mit dabei. Nach den Osterfestspielen werden junge Instrumentalisten aus der Region im Orchestergraben des Theaters Baden-Baden sitzen – dann dirigiert Clemens Jüngling die Aufführungen. Das Solisten-Ensemble vereint erfahrene Opern-Solistinnen und –Solisten sowie junge Talente.

 

 

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