Pietari Inkinen. Foto: Mechthild Schneider
Pietari Inkinen. Foto: Mechthild Schneider

Pietari Inkinen auf dem Grünen Hügel

Der finnische Dirigent Pietari Inkinen wird im Sommer 2020 die Neuproduktion vom Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen leiten.

Inkinen gibt damit sein Debüt am Grünen Hügel. Inszeniert wird Wagners vier Abende füllendes Werk von Valentin Schwarz. Zu seinem Engagement in Bayreuth sagt Pietari Inkinen: „Nur wenigen Dirigenten wird die Ehre zuteil, dieses große Meisterwerk unter den einzigartigen Bedingungen und in der besonderen Atmosphäre des Bayreuther Festspielhauses dirigieren zu dürfen. Ich fühle mich geehrt, mich in den exklusiven Kreis der herausragenden Kollegen einzureihen, die dieses große Meisterwerk geleitet haben. Wie so viele Interpreten und Wagnerianer wurde ich schon sehr früh in Wagners Bann gezogen. In seinen Kosmos einzutauchen und mit so vielen talentierten und erfahrenen Kollegen zu arbeiten, wird zweifellos ein Höhepunkt meiner Karriere sein.“

Die Musik Richard Wagners ist eine Herzensangelegenheit für Pietari Inkinen und zieht sich wie ein roter Faden durch seine Karriere. 2013 leitete er den allerersten Ring der Opera Australia. Die von Neil Armfield inszenierte Produktion wurde von Publikum und Kritikern enthusiastisch aufgenommen, und Inkinen erhielt dafür den Helpmann Award für das beste Operndirigat. Für die Wiederaufnahme 2016 wurde er erneut ausgezeichnet, diesmal mit dem Green Room Award ebenfalls für das beste Operndirigat. Mit Wagners Die Meistersinger von Nürnberg in der Inszenierung von Kasper Holten kehrte er 2018 zur Opera Australia zurück. Am Teatro Massimo in Palermo übernahm er zuvor Wagners Rheingold und die Walküre unter der Regie von Graham Vick. Für das Rheingold erhielt er von der italienischen Nationalen Gesellschaft der Musikkritiker den Franco Abbiati Preis in der Kategorie „Beste Aufführung“. Außerdem brachte er verschiedene Wagner-Opern konzertant zur Aufführung. Seinen ersten Tristan wird er 2020 an der Queensland Opera in Brisbane leiten mit Simon O’Neill in der Titelrolle. Mit ihm hatte er bereits 2010 für EMI eine viel gelobte Wagner-Einspielung gemeinsam mit dem New Zealand Symphony Orchestra aufgenommen.

Pietari Inkinen ist seit September 2017 Chefdirigent der Deutschen Radio Philharmonie. Darüber hinaus ist er seit der Saison 2016/17 Chefdirigent des Japan Philharmonic Orchestra und seit 2015 der Prager Symphoniker. Von 2008 bis 2016 war er Music Director des New Zealand Symphony Orchestra, dessen Ehrendirigent er inzwischen ist. Von 2014 bis 2019 wirkte er als Chefdirigent der Ludwigsburger Schlossfestspiele.

Als Gastdirigent arbeitete Pietari Inkinen mit dem Royal Concertgebouw Orchestra, NDR Elbphilharmonie Orchester, SWR Symphonieorchester, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Leipziger Gewandhausorchester, Staatskapelle Dresden, Academia di Santa Cecilia, Budapest Festival Orchestra, Orchestre Philharmonique de Radio France, Los Angeles Philharmonic Orchestra, Pittsburgh Symphony Orchestra und dem Israel Philharmonic Orchestra.

Im Bereich der Oper dirigierte Pietari Inkinen außerdem an der Finnischen Nationaloper, am Théâtre de la Monnaie, an der Staatsoper Unter den Linden und der Bayerischen Staatsoper. An der Dresdner Semperoper stand er am Pult der erfolgreichen Neuproduktion von Eugen Onegin.

Am 9. August erscheint das erste Album, das er als Chefdirigent der Deutschen Radio Philharmonie vorlegen wird, darauf Auszüge von Wagners Siegfried mit den erfahrenen Wagner-Solisten Lise Lindstrom (Brünnhilde) und Stefan Vinke (Siegfried). Mit beiden arbeitete Inkinen bereits bei früheren Wagner-Produktionen zusammen. Außerdem komplettiert er mit der Deutschen Radio Philharmonie zurzeit für das Label SWR Music den Zyklus der Dvořák Sinfonien und arbeitet an der Gesamteinspielung aller Sinfonien von Sergej Prokofjew, die ebenfalls bei dem Label SWR Music veröffentlicht werden.

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