Musiker der NaturTon-Stiftung draußen. Foto: Rosenberg
Musiker der NaturTon-Stiftung draußen. Foto: Rosenberg

Orchester des Wandels

Das 7. Klimakonzert wird zum Gedenkkonzert für Enoch zu Guttenberg. Das Orchester des Wandels tritt am 30. Juni unter der musikalischen Leitung von Thomas Guggeis und mit Michael Volle als Solist auf.

Am 30. Juni lädt das Orchester des Wandels, eine Initiative von Musikerinnen und Musikern der Staatskapelle Berlin, zum 7. Klimakonzert – Gedenkkonzert für Enoch zu Guttenberg in den Kammermusiksaal der Philharmonie. Das Konzert sollte ursprünglich unter der musikalischen Leitung und mit Moderationen von Enoch zu Guttenberg stattfinden, der am 15. Juni unerwartet verstarb. Die musikalische Leitung übernimmt nun Thomas Guggeis, als Solist tritt Michael Volle auf. Auf dem Programm stehen die »Hebriden«-Ouvertüre von Felix Mendelssohn Bartholdy, die Sinfonie Nr. 44 von Joseph Haydn, die den Beinamen »Trauersinfonie« trägt, Ausschnitte aus Haydns »Die Schöpfung« (u. a. die instrumentale Einleitung sowie einige Bass-Arien) sowie die Sinfonie Nr. 7 in h-Moll »Die Unvollendete« von Franz Schubert.

»Wir sind sehr erschüttert über den plötzlichen Tod von Enoch zu Guttenberg, der sowohl als Dirigent als auch als Umweltschützer Großes geleistet hat und dem Orchester des Wandels sehr verbunden war. Dass das Klimakonzert nun nicht wie ursprünglich geplant stattfinden kann, macht uns traurig, aber wir möchten die Gelegenheit nutzen, im Rahmen des Konzerts seiner Person und seines Schaffens zu gedenken. Wir sind froh, dass sich Thomas Guggeis kurzfristig dazu bereit erklärt hat, die musikalische Leitung zu übernehmen, und dass wir mit Michael Volle einen so gefragten Solisten gewinnen konnten. Wir werden Enoch zu Guttenberg und seinen musikalischen wie auch seinen umweltpolitischen Verdiensten unser Andenken bewahren.«, so Markus Bruggaier, Mitglied der Staatskapelle Berlin und Vorstand der Stiftung NaturTon.

Das Orchester des Wandels ist eine Initiative der Musikerinnen und Musiker der Staatskapelle Berlin unter der Schirmherrschaft von Daniel Barenboim. Zentraler Bestandteil ist die gemeinnützige NaturTon-Stiftung, die 2009 mit privaten Mitteln der Orchestermusiker gegründet wurde und die Nachhaltigkeit ihrer Initiative manifestiert. Die Stiftung fördert globale Klima- und Umweltschutzprojekte, die im Einklang mit ihrem sozialen Umfeld nachhaltig dem Schutz und Erhalt unseres Planeten und unserer Lebensgrundlagen dienen. Partner ist der World Wide Fund For Nature WWF, eine der größten Naturschutzorganisationen der Welt. Zu diesem Zweck veranstaltete die Stiftung bereits mehrere Benefizkonzerte mit renommierten Künstlern wie Zubin Mehta, Patricia Kopatchinskaja und Frank Strobel.

Im vergangenen Jahr gab das Orchester des Wandels unter dem Motto »Europa« ein Sinfoniekonzert in der Arena auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) in den »Gärten der Welt«, geleitet von Daniel Barenboim. Im Dezember 2012 brachten die Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Enoch zu Guttenberg Haydns Oratorium »Die Jahreszeiten« zur Aufführung. Mit der Darbietung der »Schöpfung« sollte diese Zusammenarbeit fortgesetzt werden. Die Einnahmen dieses Benefizkonzertes fließen in den nachhaltigen Schutz der vom Aussterben bedrohten Eben- und Palisanderhölzer, die weltweit zum Bau von Musikinstrumenten verwendet werden.

Durch den Verein Eben!Holz e.V., mit dessen Gründung sich mittlerweile international über 100 Geigen- und Bogenbauer gemeinsam mit den Musikern des »Orchester des Wandels« für die nachhaltige Bewirtschaftung dieser Edelhölzer engagieren, wurde dafür ein Projekt in Madagaskar ins Leben gerufen. Wildlife Conservation Society organisiert vor Ort Initiativen zur Wiederaufforstung von degradierter Waldfläche mit 30 lokalen Baumarten sowie zum Aufbau von Waldwirtschaftsstrukturen, die ein nachhaltiges Einkommen der lokalen Bevölkerung ermöglichen und damit die Plünderung von natürlichen Ressourcen reduzieren sollen. Die Kapazitäten für die Wiederaufforstung konnten inzwischen auf 200 Hektar Waldfläche verdoppelt werden. Statt der Pflanzung von 100.000 Bäumen in zehn Jahren werden nun voraussichtlich 200.000 Bäume gepflanzt.

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