Marcus Bosch. Foto: Ulf Krentz
Marcus Bosch. Foto: Ulf Krentz

"Offenheit, Neugier und große Musizierlust"

Der Dirigent Marcus Bosch bindet sich stärker an das Volkstheater und die Norddeutsche Philharmonie Rostock.

Mit der Spielzeit 2020/2021 übernimmt Marcus Bosch neben der künstlerischen nun auch verstärkt  personelle Verantwortung für die Norddeutsche Philharmonie Rostock und wird ihr Chefdirigent bis 2024. Zuvor hat er bereits zwei Jahre lang als Conductor in Residence Programm wie musikalischen Ausdruck des Orchesters geprägt und mit Reihen wie „Klassiker im Club“ oder „Philharmonische Lounge“ neue Wege zum Publikum gesucht.

„Ich bin sehr froh, dass wir, auf die bisherige hervorragende Zusammenarbeit mit Marcus Bosch aufbauend, mit dieser Ernennung ein klares Zeichen für die nächsten Jahre setzen können – für die Weiterentwicklung der musikalischen Qualität unseres Orchesters und die Weiterarbeit an innovativen Formaten“, so Ralph Reichel, Intendant des Volkstheaters Rostock, zu dem der Klangkörper gehört. Die gemeinsame Geschichte von Norddeutscher Philharmonie und Marcus Bosch begann bereits im Oktober 2013, als der Dirigent erstmals im Großen Haus am Pult stand und das damalige 2. Philharmonische Konzert u.a. mit der 4. Symphonie von Mendelssohn Bartholdy leitete. Seitdem ist Marcus Bosch der Hansestadt Rostock verbunden – zunächst mit regelmäßigen Gastdirigaten, bevor er 2018 als Conductor in Residence die künstlerische Verantwortung für das Orchester übernahm und nun fünf der traditionell zehn Philharmonischen Konzerte pro Saison leitet.

Im Oktober letzten Jahres arbeitete Marcus Bosch erstmals auch mit dem Opernensemble des Volkstheaters zusammen – unter seiner Leitung und in der Regie von Magdalena Fuchsberger wurde Verdis „La Traviata“ zum großen Erfolg der nun zu Ende gehenden Saison 2019/2020. Im Frühjahr 2021 hat er die musikalische Leitung der Rostocker Neuinszenierung von Janáčeks Oper „Das schlaue Füchslein“ inne und wird hier mit der Regisseurin Vera Nemirova zusammenarbeiten.

„Ich freue mich sehr auf die nächsten Jahre mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock. Die Zusammenarbeit war von der ersten Minute an geprägt von großer Offenheit, Neugier und großer Musizierlust. Zusätzlich ist durch die Kooperation mit meiner Dirigierklasse an der HMT München eine wertvolle Situation für alle Seiten entstanden. Ich hoffe, dass ich mit meiner Arbeit helfen kann, die Norddeutsche Philharmonie Rostock weiter als erstes und großes A-Orchester in MecklenburgVorpommern zu profilieren und im Team mit Ralph Reichel den Theaterneubau damit weiter zu befördern und zu unterstützen“, sagt Prof. Marcus Bosch.
 
Marcus Bosch, geboren 1969 in Heidenheim an der Brenz, entschied sich früh für die klassische Kapellmeisterlaufbahn: Nach Stationen an den Staatstheatern Wiesbaden und Saarbrücken sowie am Staatsorchester Halle war er von 2002 bis 2012 Generalmusikdirektor der Stadt Aachen, von 2011 bis 2018 GMD des Staatstheaters und der Staatsphilharmonie Nürnberg. Der „Hör-Verführer“, wie ihn Deutschlandfunk Kultur nannte, geht immer wieder neue, innovative Wege: Er entwickelt gern neue Konzert- und Veranstaltungsformate, dirigierte 2008 die weltweit erste frei zugängliche LiveInternetübertragung („Salome“ in Aachen) und 2012 die erste live in Kinos übertragene Opernpremiere („Tristan und Isolde“ in Nürnberg). Mit dem Nürnberger Klassik Open Air leitete er mehrmals die größte Klassikveranstaltung Europas. 2010 übernahm Marcus Bosch die Künstlerische Leitung der altehrwürdigen Opernfestspiele Heidenheim. 2016 begann für ihn ein neuer Lebensabschnitt: Als ordentlicher Professor an der Hochschule für Musik und Theater München vermittelt er sein Wissen und seine Erfahrung dem Dirigier-Nachwuchs.  
 

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