Die Niederrheinischen Sinfoniker unter Corona-Bedingungen. Bild: Julian Scherer
Die Niederrheinischen Sinfoniker unter Corona-Bedingungen. Bild: Julian Scherer

Niederrheinische Sinfoniker

Bis Jahresende spielt Corona mit. Mindestens.

Generalmusikdirektor Mihkel Kütson hat das Konzertprogramm 2021/22 der Niederrheinischen Sinfoniker vorgestellt. Bis Jahresende sind die Konzerte als Corona-Schutzmaßnahme noch mit kleineren Orchesterbesetzungen, reduzierter Publikumsanzahl und einer Dauer von rund 75 Minuten ohne Pause konzipiert, danach planen Kütson und sein Team wieder mit der großen Orchesterbesetzung und abendfüllenden Werken. Im 1. Sinfoniekonzert, das diesen Dienstag (31.8.) startet, erwartet die Zuhörer mit dem 2. Hornkonzert von Richard Strauss und der D-Dur-Serenade von Johannes Brahms ein unbeschwertes Programm, das Sommerlaune wecken möchte. Solist ist der junge Marc Gruber, der laut Kütson für die neue Generation des Hornspiels steht. Ende Oktober kommt es endlich zum Besuch der Cellistin Emmanuelle Bertrand. Bereits im Mai 2020 wollte sie mit den Niederrheinischen Sinfonikern das berühmte 1. Cellokonzert von Camille Saint-Saens musizieren, doch der Corona-Lockdown verhinderte dies. Im zweiten Teil dieses Konzerts erklingt die 5. Sinfonie von Antonin Dvorak. Dirigentin des Abends ist Erina Yashima. Aktuell Assistentin von Yannick Nézet-Séguin in Philadelphia wechselt sie zur Saison 2022/23 als Kapellmeisterin ans hiesige Gemeinschaftstheater. Im 3. Sinfoniekonzert ist mit dem Theremin und Solistin Carolina Eyck ein außergewöhnliches Instrument zu erleben. Hierbei handelt es sich um ein 1920 erfundenes elektronisches Instrument, das ohne direkte Berührung gespielt wird. Vielmehr entstehen seine futuristisch, gern auch geisterhaft anmutenden Klänge, indem die Spielerin das Magnetfeld zwischen den beiden Elektroden des Theremins durch die Bewegung und unterschiedliche Position ihrer Hände verändert. In Kalevi Ahos Thereminkonzert über die traditionellen acht Jahreszeiten der Lappen kann das Theremin seine faszinierende Wirkung perfekt entfalten. Abgerundet wird dieses außergewöhnliche Klangerlebnis durch die 2. Sinfonie von Jean Sibelius. Das 4. Sinfoniekonzert widmet sich mit Kompositionen von Richard Strauss, Nino Rota und Frédéric Chopin dem größten Verführer der Menschheit: Don Juan. Im April gibt es ein Wiedersehen mit der Geigerin Alena Baeva, die als echte Rarität das Violinkonzert von Mieczyslaw Karlowicz präsentiert. Ihm folgt die höchst populäre Sinfonie „Pathétique“ von Peter Tschaikowsky. Gastdirigent Josep Caballé-Domenech stellt im Mai ein reines Orchesterprogramm mit Werken von W.A. Mozart und Gustav Mahler vor, bevor zum Saisonabschluss der berühmte Pianist Martin Stadtfeld Ludwig van Beethovens 4. Klavierkonzert mit den Niederrheinern zu Gehör bringt. Als weiterer Höhepunkt zum Saisonabschluss erklingt in diesem Konzert außerdem die „Istanbul“-Sinfonie von Fazil Say, in der zur Charakterisierung dieser Metropole auch verschiedene türkische Instrumente ins Orchester integriert sind.

Im Chorkonzert steht gemeinsam mit dem Niederrheinischen Konzertchor, dem Opernchor und dem Extrachor des Theaters das „Deutsche Requiem“ auf dem Programm, die Sonderkonzertreihe reicht erneut vom Klassik Open Air auf Schloss Rheydt über das Neujahrskonzert bis zum Filmmusikkonzert. Die Kammerkonzerte locken mit Programmen von Bach bis Martinu. Die neue Reihe für Konzerteinsteiger „Kütsons Happy Hour“ wird ebenfalls fortgesetzt. Allerdings nach wie vor „nur“ in Mönchengladbach, in Krefeld sind die Sinfoniker nach wie vor auf der Suche nach einem passenden Veranstaltungsort für diese Konzerte in lockerer After-Work-Atmosphäre.

Kobold Kiko wirbelt erneut in 5 Kinderkonzerten durch die Musikgeschichte, als Dirigent ist ab sofort Kapellmeister Sebastian Engel an seiner Seite. Sind diese Kinderkonzerte schon lange fester Bestandteil des Sinfonikerprogramms erfährt das konzertpädagogische Angebot eine große Erweiterung. Von nun an gibt es auch Krabbelkonzerte für 0- bis 2-Jährige, Sitzkissenkonzerte für 3- bis 6-Jährige und eine Vielzahl an Workshops: von Rucksackimprovisationen bis zum Komponieren mit Apps.

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