Jonas Kaufmann. Foto: Gregor Hohenberg/Sony
Jonas Kaufmann. Foto: Gregor Hohenberg/Sony

Netrebko zum Greifen nah

Kaufmanns Otello auf Eins, Currentzis knapp vor Scherchen - die Klassik-Charts zeigen, was sich verkauft.

Jonas Kaufmann gab den „Otello" schon an ehrwürdigen Institutionen wie dem Royal Opera House in London oder der Bayerischen Staatsoper in München. Nun hat der Startenor gemeinsam mit Dirigent Antonio Pappano und der in Rom ansässigen Accademia Nazionale di Santa Cecilia eine Studioaufnahme von Giuseppe Verdis vorletzter Oper eingespielt (Rezension im FONO FORUM 08/2020). Die Aufnahme befördert das Aufnahmeteam direkt an die Spitze der Offiziellen Deutschen Klassik-Charts, ermittelt von GfK Entertainment. Es ist bereits Kaufmanns 13. Nummer-eins-Album in der Genre-Hitliste. Anna Netrebko, die im Laufe ihrer Karriere bislang 14 Produktionen auf den Thron hievte, rückt damit in greifbare Nähe.

Igor Levit würdigte den verstorbenen Komponisten Ennio Morricone am Montag mit einem kleinen Digitalkonzert, bei dem er die Musik zu seinem Lieblingsfilm „Es war einmal in Amerika" darbot. Im Klassik-Ranking ist der russisch-deutsche Pianist mit „Beethoven: Complete Piano Sonatas" (zwei) weiterhin prominent vertreten - und noch dazu in guter Gesellschaft: Teodor Currentzis und sein Ensemble musicAeterna („Beethoven: Symphony No. 5 In C Minor, Op. 67", neu auf fünf), Hermann Scherchen („Beethoven: Sinfonien 1-9, Ouvertüren", sechs), Anne-Sophie Mutter & Yo-Yo Ma („Beethoven: Triple Concerto & Symphony No. 7", sieben), Grigory Sokolov („Beethoven - Brahms (Live)", acht) und das Streichquartett Quatuor Ébène („Beethoven Around The World: The Complete String Quartets", neun) sorgen dafür, dass Beethoven-Werke insgesamt sechs der zehn Top-Positionen besetzen.

Die Offiziellen Deutschen Klassik-Charts werden von GfK Entertainment im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie e.V. ermittelt. Basis der monatlichen Hitlisten sind die Verkaufs- bzw. Nutzungsdaten von 2.800 Einzelhändlern.

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