Die Sächsische Staatskapelle. Foto: Matthias Creutziger
Die Sächsische Staatskapelle. Foto: Matthias Creutziger

Nachgeholte Uraufführung im Radio

Eine Uraufführung von Aribert Reimann mit der Staatskapelle im Radio: »Fünf Stücke für kleines Orchester« bei DLF Kultur.

Mit einer Radiopremiere holt die Sächsische Staatskapelle Dresden die im Mai ausgefallene Uraufführung der »Fünf Stücke für kleines Orchester« von Aribert Reimann nach. Unter der Leitung von Gaetano d'Espinosa, ehemals Stellvertretender Konzertmeister der 1. Violinen des Orchesters, spielten die Musiker*innen das gut 16 Minuten dauernde Auftragswerk der Staatskapelle am vergangenen Freitag in einer Aufnahmesession im Orchesterprobenraum der Semperoper ein. Dabei zeichnete Matthias Wollong, 1. Konzertmeister der Staatskapelle, zusätzlich als Dirigent für Haydns Symphonie Nr. 64 verantwortlich und wird zudem als Solist in Mendelssohn Bartholdys d-Moll-Violinkonzert zu hören sein. Deutschlandfunk Kultur sendet am Freitagabend (20.11.2020 um 20.03 Uhr). Die Uraufführung des vormaligen Capell-Compositeurs wurde mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft der Freunde der Staatskapelle Dresden e. V. ermöglicht.

»In den Fünf Stücken für kleines Orchester habe ich versucht, die einzelnen Teile möglichst kontrastreich einander gegenüber zu stellen, im Charakter, Tempo und in der Kombination der einzelnen Instrumente, wobei immer wieder solistisch geführte Abschnitte im Wechsel stehen zu größeren Klangaufschichtungen«, schreibt der Berliner Aribert Reimann über sein neues Werk, das nun erstmals öffentlich erklingt. »Die Klammer bildet der Anfang des ersten Stücks und der letzte Teil des fünften, in dem die hohen Streicher rückläufig das Tonmaterial der hohen Holzbläser zu Beginn des ersten Stücks übernehmen, eingefügt von 8-stimmigen Akkordfolgen in den Holzbläsern, die sich zur Hälfte nach oben und nach unten auseinander weiten.«

Aribert Reimann war in der Saison 2019/2020 Capell-Compositeur der Staatskapelle Dresden. 1936 in eine musikalische Familie geboren, studierte er Komposition bei Boris Blacher und Ernst Pepping sowie Klavier. Mit 22 Jahren machte er sich als Korrepetitor einen Namen. 1983 wurde er zum Professor für Zeitgenössisches Lied an die Berliner Hochschule der Künste berufen. Neben zahlreichen Ehrungen wurde ihm 2018 der deutsche Theaterpreis DER FAUST für sein Lebenswerk verliehen.

Gaetano d'Espinosa begann seine musikalische Karriere als Violinist im Orchestra da Camera Italiana und dem Mahler Chamber Orchestra. Von 2001 bis 2008 war er Mitglied der Staatskapelle Dresden, ab 2003 in der Position des Stellvertretenden Konzertmeisters. Auf Anregung von Fabio Luisi widmete er sich dem Dirigieren. Der gebürtige Sizilianer überzeugte seither auch bereits in der Semperoper, als er im vergangenen Jahr kurzfristig für Omer Meir Wellber einsprang. Sein Debüt im Konzert der Staatskapelle war für den 1. Aufführungsabend Ende November geplant gewesen.

 

 

 

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