Marktplatz bei der Eröffnung des Musikfestes Bremen 2019. Bild: Fotoetage
Marktplatz bei der Eröffnung des Musikfestes Bremen 2019. Bild: Fotoetage

Musikfest Bremen stellt Pläne vor

Derzeit weiß niemand, wie lange das Kulturleben ausgesetzt bleibt. Planungen für die Zukunft laufen weiter: auch für das Musikfest Bremen ab 29. August.

Musikalische Entdeckungsreisen durch eine faszinierende Vielfalt an Epochen, Stilrichtungen, und Genres mit renommierten Künstlerpersönlichkeiten aus aller Welt – mit diesem Spektrum lockt das 31. Musikfest Bremen. Vom 29. August bis zum 19. September bieten 43 Konzerte Musik von der Renaissance bis zur Gegenwart in Bremen, Bremerhaven und Spielstätten im Nordwesten sowie im niederländischen Groningen.

Startschuss ist der beliebte Eröffnungsabend „Eine große Nachtmusik" rund um den stimmungsvoll illuminierten Bremer Marktplatz. Für die 27 Konzerte in 3 Zeitschienen an 9 Spielstätten kündigen sich arrivierte Stars und aufregende Newcomer an: das Insula Orchestra und Laurence Equilbey aus Paris, das schottische Dunedin Consort, das italienische Originalklang-Ensemble Europa Galante und Fabio Biondi, der britische Tenor Ian Bostridge, der deutsch-französische Cellist Nicolas Altstaedt, das französische Quatuor Akilone, das israelische Shalosh Trio, das US-amerikanische Hypnotic Brass Ensemble oder das slowakische Janoska Ensemble.

Die Operndarbietungen in den folgenden drei Wochen gelten einer aufregenden Wiederentdeckung sowie einem der Repertoire-Bestseller schlechthin: Während Europa Galante und Fabio Biondi Antonio Vivaldis „Argippo" als deutsche Erstaufführung im Gepäck haben (30.08., Oldenburg), widmen sich Jérémie Rhorer und Le Cercle de l'Harmonie Mozarts „Zauberflöte" (06.09., Glocke). Weiteren vokalen Glanz versprechen Christian Gerhaher, Rolando Villazón und Anna Prohaska: Der deutsche Bariton interpretiert mit Klavierpartner Gerold Huber Lieder von Schubert, Fauré und Alban Berg, der mexikanische Star-Tenor wandelt mit Christina Pluhar und L'Arpeggiata auf den Spuren von Orpheus-Vertonungen aus Renaissance und Barock (17.09., Glocke) und die österreichisch-englische Sopranistin verschreibt sich mit Il Giardino Armonico zwei faszinierenden Königinnen: Dido und Cleopatra (17.09., Sillenstede). Daneben setzen zwei sakrale Meisterwerke markante Akzente im Programm: Marc Minkowski und Les Musiciens du Louvre bringen Händels Oratorium „Messias" in der selten zu hörenden, um Holz- und Blechbläserstimmen erweiterten Bearbeitung von Mozart zu Gehör (01.09., Glocke) und René Jacobs und Chor und Orchester von musicAeterna gestalten das Festival-Finale mit Haydns Oratorium „Die Jahreszeiten" (19.09., Glocke).

Natürlich hinterlässt auch Beethoven als der zentrale Komponisten-Jubilar des Jahres seine Spuren im Programm. Im „Pastoral for the Planet"-Projekt von Carlus Padrissa und seinem katalanischen Künstlerkollektiv La Fura dels Baus wird Beethovens „Pastorale"-Sinfonie als Hymne an die Natur in einer multimedialen Inszenierung neu erlebbar (05.09., Bremerhaven). In einem Klavierabend stellt Sir András Schiff die „Waldstein"-Sonate des Komponisten in Bezug zu Haydn und Schubert (09.09., Glocke), wohingegen Hammerflügel-Spezialist Kristian Bezuidenhout und das Chiaroscuro Quartet Mozarts Klavierkonzert Nr. 12 A-Dur KV 414 und Beethovens Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur in den jeweiligen Kammermusik-Fassungen erklingen lassen (10.09., Glocke). Ganz der Suche nach den Lehrern, Konkurrenten und Freunden Beethovens verschreibt sich das Quatuor Mosaïques in zwei Kammermusik-Abenden (10.09., Schloss Gödens und 13.09., Sendesaal) und mit der Messe in C-Dur stellen Il Giardino Armonico und der Chor des Nationalen Musikforums Breslau eine wegweisende sakrale Komposition Beethovens in den Fokus (16.09., Dom zu Verden).

Für schwelgerische sinfonische Höhepunkte sind erneut die Bremer Philharmoniker mit GMD Marko Letonja Garant: Neben Tschaikowskys Violinkonzert mit dem jungen Geiger Daniel Lozakovich widmen sie sich mit Sopranistin Juliane Banse und Bariton Michael Nagy der Lyrischen Symphonie von Alexander von Zemlinsky (04.09., Glocke). Die Haydn Philharmonie und ihr Leiter, Cellist Nicolas Altstaedt, bringen Fazıl Says neues Cellokonzert zur deutschen Erstaufführung (14.09., Glocke) und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und der RIAS Kammerchor schlagen von Haydn über Wolfgang Rihm einen Bogen zu Luigi Cherubinis Requiem d-Moll (15.09., Glocke).

Erstmals initiiert das Festival in diesem Jahr drei Musikfest-Ateliers, einwöchige Werkstätten für junge Musiker aus der ganzen Welt unter der Leitung angesehener Dozenten.

Zusätzlich bietet die Reihe Musikfest Surprise in der Bremer Überseestadt wieder musikalische Grenzüberschreitungen und unerwartete Brückenschläge (08.-11.09., BLG-Forum), während das Arp-Schnitger-Festival mit neuen Akzenten das einmalige Orgelparadies rund um Bremen in den Fokus rückt (01.-06.09.).

 

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