Musikalische Komödie in Leipzig. Bild: Dirk Brzoska
Musikalische Komödie in Leipzig. Bild: Dirk Brzoska

Musikalische Komödie Leipzig

Mit einer Onlinepremiere von Gräfin Mariza feiert Leipzig die Eröffnung der Musikalischen Komödie.

Am Samstag, dem 8. Mai 2021, 19 Uhr, findet die Streamingpremiere der Kálmán-Operette »Gräfin Mariza« statt, begleitet von ersten Einblicken in die Musikalische Komödie nach ihrer zweijährigen Sanierung. Die festliche Eröffnungsgala ist auf den Herbst verschoben, doch online öffnen sich in dieser Spielzeit die Türen mit Grußworten von Oberbürgermeister Burkhard Jung und Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke. Intendant Prof. Ulf Schirmer und Betriebsdirektor Torsten Rose präsentieren zusammen mit allen Beschäftigten und Ensembles die neu ausgestatteten und renovierten Räume. Anschließend laden sie das Publikum zu Gesprächen und digitalem Anstoßen zu einer Premierenfeier auf wonder.me ein – Erklärvideo und Link finden sich zusammen mit dem Programmheft, der Festschrift und allen weiteren Informationen auf www.oper-leipzig.de/de/stream . Die Streamings der Oper Leipzig sind kostenlos und stehen anschließend noch 48 Stunden on demand zur Verfügung. Zusätzlich wird »Gräfin Mariza« an Pfingsten gezeigt, zu erreichen über www.oper-leipzig.de .

Mit seiner Operette »Gräfin Mariza« verfolgte Emmerich Kálmán den Plan, den Erfolg der »Csárdásfürstin« zu wiederholen. Das Ergebnis sieht aus wie eine Operette nach Rezept: Man rühre zunächst ein absurdes Spiel mit den Identitäten an, hebe eine melodramatische Liebesromanze darunter, garniere das Ganze mit einer Mischung aus Walzerseligkeit und jeder Menge feuriger Csárdásrhythmen und streue zum Schluss ein paar zeittypische Foxtrottklänge darüber.

Um sich vor dem Ansturm potenzieller Heiratskandidaten zu schützen, fingiert die schöne und reiche Gräfin Mariza eine Verlobungsfeier mit dem Gutsbesitzer Zsupán aus Varasdin und lädt in allen Zeitungen großspurig dazu ein. Allein der Bräutigam habe sich für den besagten Abend entschuldigt. Als dieser aber plötzlich in leibhaftiger Gestalt vor Mariza steht, ist sie ähnlich verblüfft wie ihr Fake-Bräutigam, der aus der Zeitung von seinem Glück erfahren hat. Mariza gerät unter Zugzwang – gesteht sie vor versammelter Gesellschaft ihr kleines Abwehrmanöver oder folgt sie Zsupáns Ruf: »Komm mit nach Varasdin!«? Einem jedenfalls würde sie damit einen gewaltigen Stich versetzen, dem melancholisch veranlagten Tassilo, der Mariza ausgerechnet an jenem denkwürdigen Abend zum ersten Mal begegnet.

Neben täglicher Testung des Esembles hat Ulrich Wiggers in seiner Inszenierung – auch wehmütig oder ironisch kommentiert – auch auf erforderliche Abstände für Gesang und Tanz geachtet. der Chor singt von den neuen Rängen aus, getrennt nach Stimmen und ist leider nicht im Bild. Das Orchester unter der Leitung von Tobias Engeli musiziert zum ersten Mal aus dem neuen höhenverstellbaren Orchestergraben der Musikalischen Komödie, der wie Stellwerk, Zuschauersaal, Venussaal, Außenanlage und Tontechnik der zweijährigen Sanierung zu verdanken ist. Die umfassende Sanierung im Wert von annähernd 10 Millionen Euro wurde gemeinsam von Oper Leipzig, Stadt, Land und Bund u. a. aus dem Förderprogramm Stadtumbau Ost und Eigenmitteln der Oper finanziert. Auch die zahlreichen Fans der traditionsreichen Spielstätte, die 1912 im Leipziger Stadtteil Lindenau erbaut wurde, haben sich durch einen zweckgebundenen Zuschlag auf die Eintrittskarten für die Musikalischen Komödie engagiert.

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