Briefmarkenoper. Archivbild der Hochschule für Musik Dresden
Briefmarkenoper. Archivbild der Hochschule für Musik Dresden

Mehr Licht auf die Briefmarkenoper

Die Hochschule für Musik in Dresden zeigt die neuen Studierenden-Produktionen an Briefmarkenopern.

Wer an der HfM Dresden im Fach Komposition aufgenommen wurde, kennt spätestens nach zwei Wochen eine neue Gattung: die Briefmarkenoper. Damit sind Musiktheaterstücke gemeint, briefmarkenklein, die meist experimentell angelegt sind. In einer Zeit, die auf Meisterhaftes und auf Quantifizierung setzt, bescheiden sich Briefmarkenopern hinsichtlich ihrer äußeren Ausdehnung. Miniatur, das ist die Initiale der mittelalterlichen Handschrift, die mit dem Element Minimum, Zinnoberrot, unterlegt ist.

Die Briefmarkenopern arbeiten skizzenhaft und in spielerischem Modus an der Verdichtung der Ereignisse. Und: Sie erlauben sich dabei ungefähr alles, was die Konzertmusik nicht kann und will. Seit einigen Jahren schreiben, produzieren und inszenieren die Kompositionsstudierenden der HfM Dresden Briefmarkenopern. Sie treten dabei als Autoren, Darsteller, Video-Künstler, Beleuchter, Interpreten, als Stage-Designer, Stühle-Aufbauer, Einweisungspersonal, gegenseitige Kritiker, ja, sogar als Claque in Erscheinung.

Alle werden sich innerhalb des Arbeitsprozesses in allem üben, was dazu gehört: wie effizient geplant, besetzt, geprobt, inszeniert und aufgeführt wird. Beraten und unterstützt von Dirk Homann vom Tonstudio und dem Beleuchtungsmeister Oliver Fenk erlernen sie das Musiktheater-Metier.

Herausgekommen ist bisher ein bunter, lebendiger, einfallsreicher und auch seriöser Blumenstrauß szenischer Miniaturen, mit denen die Studierenden bei Gastspielen, Kongressen und sogar bei geistigen Motto-Shows – wie etwa beim Briefmarken-Ring zum Wagner-Jahr 2013 – landen konnten. Das Motto des Formates Briefmarkenoper war und ist: Je kleiner, desto besser. Denn das schafft Beweglichkeit, Vielfältigkeit und die Notwendigkeit, sich aufs Wesentliche zu besinnen. Diese Beweglichkeit inspiriert und macht Spaß. Schließlich muss man kein Meisterwerk schreiben - und wennschon, dann aber bitte von kurzer Dauer! Die Neuproduktion im November/Dezember 2018 findet in Kooperation mit Studierenden und Professoren der UdK Berlin zum Thema „Mehr Licht“ statt. Zu der Aufführung in der HfM Dresden am 20.12.18 laden alle Beteiligten herzlich ein!

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