Siegfried Matthus im Jahr 1986. Bild: E. Döring
Siegfried Matthus im Jahr 1986. Bild: E. Döring

Zum Tod von Siegfried Matthus

Die Sächsische Staatskapelle Dresden trauert in einem Nachruf um Siegfried Matthus.

Die Mitglieder der Sächsischen Staatskapelle Dresden trauern um den Komponisten und langjährigen Wegbegleiter Siegfried Matthus, der am vergangenen Freitag im Alter von 87 Jahren verstarb. Mit dem am 13. April 1934 in Mallenuppen in Ostpreußen geborenen Siegfried Matthus verband das Orchester über viele Jahre ein besonders kontinuierliches, intensives Zusammenwirken für die Bühne und den Konzertsaal, das in zahlreichen Ur- und Erstaufführungen, u. a. auch zur Wiedereröffnung der Semperoper im Jahr 1985, einen Ausdruck fand.

Siegfried Matthus und die Staatskapelle Dresden kannten und schätzten einander seit 1964. Am 26. Februar des Jahres fand damals die Uraufführung des »Kleinen Orchesterkonzertes« des 29-Jährigen im Steinsaal des Hygiene-Museums unter der Leitung von Siegfried Kurz statt. Seither erklangen seine Werke regelmäßig in Symphoniekonzerten sowie Kammer- und Aufführungsabenden, darunter 1969 die Uraufführung der »Dresdner Sinfonie« unter Herbert Kegel, 1974 die Deutsche Erstaufführung des Klavierkonzerts unter Herbert Blomstedt und mit der Pianistin Annerose Schmidt sowie 1976 die Uraufführung des Violoncellokonzerts unter Herbert Blomstedt und mit Heinrich Schiff als Solisten.

Eine ganze Reihe von Kompositionen entstanden außerdem eigens für Kapellmitglieder – meist auf Anregung und in engem Kontakt mit ihnen. In Erinnerung bleiben hier insbesondere die Uraufführungen des Paukenkonzerts »Der Wald« für Peter Sondermann 1985, des Harfenkonzerts »Der See« für Jutta Zoff 1989 und des Hornkonzerts für Peter Damm 1995 als Auftragswerk der Staatskapelle. Manche Werke, die von der Staatskapelle aus der Taufe gehoben wurden, gingen mit auf Tourneen in Europa und nach Übersee, wie etwa Matthus' Konzert »Responso« von 1977. Siegfried Matthus gehörte auch zu jenen Komponisten, die zum 450-jährigen Jubiläum der Staatskapelle neue Werke schrieben; am 18. Dezember 1998 leitete der ehemalige Chefdirigent Herbert Blomstedt die Uraufführung des Konzerts für Flöte, Harfe und Orchester mit Solo-Flötist Eckart Haupt und Solo-Harfenistin Astrid von Brück als Solisten.

Auf der Bühne des Kleinen Hauses der Staatsoper Dresden wurde seine Oper »Der letzte Schuß« 1969 inszeniert. Zu den Höhepunkten der gemeinsamen Aktivitäten gehörte zweifellos die Uraufführung der Oper »Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke« zur Wiedereröffnung der Semperoper am 16. Februar 1985 unter der Leitung von Hartmut Haenchen und in einer Inszenierung von Ruth Berghaus.

Am 21. Dezember 1988 stand Siegfried Matthus erstmals auch am Pult der Staatskapelle und dirigierte in einem Aufführungsabend eigene Werke. Zum 450. Jubiläum der Staatskapelle 1998 gratulierte Matthus mit den Worten: »Mich hat die nun schon ein Leben währende Begegnung mit den Musikern der Kapelle bereichert und inspiriert. Ich wäre sehr glücklich, wenn auch ich den jüngeren Musikern mit meinen Kompositionen etwas geben konnte.«

»Mit dem Tod von Siegfried Matthus hat die Sächsische Staatskapelle nicht nur einen herausragenden Komponisten verloren, sondern vor allem einen einzigartigen Freund. Zwischen ihm und der Staatskapelle bestand ein künstlerischer Einklang, wie er nur selten zu finden ist. Wir sind dankbar, dass viele seiner Werke für und mit Kapellmitgliedern entstanden und hier in Dresden zur Uraufführung kamen. Wir werden ihn nie vergessen.« (Der Orchestervorstand der Sächsischen Staatskapelle Dresden)

Zur Übersicht

FonoForum-Newsletter

Mehr frische Infos und Angebote finden Sie im FonoForum-Newsletter.

Jetzt registrieren