Marcus Creed. Foto: Klaus Mellenthin
Marcus Creed. Foto: Klaus Mellenthin

Marcus Creed geht in allen Ehren

Mit zwei Konzerten in der Stuttgarter Stiftskirche endet die Zeit von Marcus Creed als Chefdirigent des SWR Vokalensembles.

17 Jahre lang stand Marcus Creed an der Spitze des SWR Vokalensembles. Nun neigt sich diese Ära ihrem Ende entgegen. Mit zwei Konzerten am 25. Juli 2020 in der Stuttgarter Stiftskirche verabschiedet sich Marcus Creed als Chefdirigent des Vokalensembles. Er hat den Chor in diesen Jahren geprägt wie nur wenige Dirigenten zuvor. Unter seiner Leitung wurde das SWR Vokalensemble für seine kammermusikalische Interpre­tationskultur und seine stilsicheren Interpretationen vielfach ausge­zeichnet, unter anderem mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkri­tik, dem ECHO Klassik, dem Diapason d’Or, dem Choc de la Musique und dem Grand Prix du Disque. Einige dieser preisgekrönten CDs finden sich auch in der jüngst bei SWR Music herausgegebenen CD-Box „Chormusik der Welt“, die neun CDs mit musikalischen Länderporträts unter der Leitung von Marcus Creed vereint.

Als Zeichen der besonderen Wertschätzung und Verbundenheit ernennt das SWR Vokalensemble Marcus Creed zu seinem Ehrendirigenten. Diese Auszeichnung wurde bislang noch keinem anderen Dirigenten des Vokalensembles zuteil. Prof. Dr. Kai Gniffke, Intendant des Südwestrundfunks, wird die Auszeichnung zum Ehrendirigenten mit Überreichung einer Urkunde im Rahmen des zweiten Konzerts ab 20.30 Uhr zusammen mit dem Chorvorstand vornehmen.

Madrigale und Motetten des Frühbarock hat Marcus Creed für dieses solistisch konzipierte Ensembleprogramm in der Stiftskirche zusammengestellt, von Johann Michael Bach, Heinrich Schütz, Hermann Schein, Thomas Tomkins, Thomas Weelkes, John Wilbye und Henry Purcell. Es sind Welt- und Selbsterfahrungen aus Deutschland und dem elisabethanischen England des 17. Jahrhunderts, die in dieser Vokalmusik ihren Ausdruck suchen. Musik aus Zeiten von Pest und Cholera, von Hungersnot, Bürgerkrieg und politischer Willkür. Es weht ein melancholischer Zug durch diese Musik (was sie nur noch schöner macht), aber ihre Botschaft ist von großer Weisheit, denn die Menschen damals hatten verinnerlicht, was heute gerne verdrängt wird: Der Tod ist Teil des Lebens. Und gerade weil das Leben endlich ist, ist es so kostbar.

Samstag, 25. Juli 2020, 18.00 und 20.30 Uhr
Stiftskirche Stuttgart

Von der Kunst zu leben – und der Kunst zu sterben

Madrigale und Motetten von Johann Michael Bach, Heinrich Schütz, Hermann Schein, Thomas Tomkins, Thomas Weelkes, John Wilbye und Henry Purcell

 

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