Probe im Konzerthaus Berlin mit Joana Mallwitz Foto: Martin Walz
Probe im Konzerthaus Berlin mit Joana Mallwitz Foto: Martin Walz

Joana Mallwitz nach Berlin

Konzerthausorchester Berlin: Ab der Saison 2023/24 wird Joana Mallwitz Chefdirigentin.

In der vergangenen Saison haben Joana Mallwitz und das Konzerthausorchester bereits zwei Konzertprojekte erarbeitet, die in Zusammenarbeit mit ARTE und rbb sehr erfolgreich gestreamt und gesendet wurden.
 
„Ich bin sehr geehrt, als Chefdirigentin ans Konzerthaus zu kommen und freue mich ungemein auf die Arbeit mit dem Konzerthausorchester, dessen Musiker ich in zwei wunderbaren Projekten als modern denkende, musizierfreudige, entdeckungslustige und überaus zugewandte Persönlichkeiten kennenlernen durfte. Gepaart mit der spannenden und inspirierenden Geschichte des Ortes, der Klangschönheit des Orchesters und des wunderbaren Teams um Intendant Sebastian Nordmann sind dies Voraussetzungen, die man sich als Dirigentin nicht besser wünschen kann," beschreibt Joana Mallwitz ihre Beweggründe, ans Konzerthaus Berlin zu wechseln.

"Mit Joana Mallwitz als Chefdirigentin werden wir ein neues spannendes Kapitel für das Konzerthausorchester Berlin aufschlagen. Wir teilen das Anliegen, einem breiten Publikum Musik auf höchstem Niveau nahezubringen. Dank ihrer großen Experimentierfreudigkeit und fachlichen Kompetenz werden wir gemeinsam innovative Impulse setzen und künstlerische Höhepunkte erleben. Wir sehen ihrem Amtsantritt mit großer Spannung entgegen," resümiert der Sprecher des Orchestervorstands Uwe Emmrich.

"In Joana Mallwitz' Dirigat steckt eine unglaubliche Kraft und Dynamik. Schon beim konzentrierten Proben zieht sie einen in ihren Bann. Auch die Gespräche mit ihr über die Zukunft klassischer Musik, ihre große Hingabe und ihre Begeisterung für Musikvermittlung haben sie schnell zur Wunschkandidatin gemacht. Ich bin sehr glücklich, dass sie zu uns nach Berlin kommt," so Intendant Sebastian Nordmann.

Joana Mallwitz übernimmt die Position von Christoph Eschenbach, der dem Orchester eng verbunden bleibt. Die Zusammenarbeit beginnt mit der Saison 2023/24. Der Vertrag wird, vorbehaltlich der Zustimmung der Personalkommission und der Zustimmung des Senats von Berlin, für fünf Jahre geschlossen. Aktuell ist Mallwitz, Jahrgang 1986, Generalmusikdirektorin in Nürnberg. Zuvor bekleidete sie dieselbe Position in Erfurt.

Spätestens seit ihrem umjubelten Debüt mit Mozarts „Così fan tutte" bei den Salzburger Festspielen 2020 zählt Joana Mallwitz zu den herausragenden Dirigent*innenpersönlichkeiten ihrer Generation. In der 100-jährigen Festspielgeschichte war sie die erste Frau, der eine Neuproduktion und gesamte Aufführungsserie anvertraut wurde. Seit der Spielzeit 2018/19 als Generalmusikdirektorin am Staatstheater Nürnberg tätig, wurde die damals 33-jährige Joana Mallwitz im Herbst 2019 als „Dirigentin des Jahres" ausgezeichnet.
 
Als Porträt-Künstlerin des Wiener Musikvereins wird sie in der Saison 2021/22 bei den Wiener Symphonikern und dem RSO Wien am Pult stehen; weitere Debüts sind beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Orchestre National de France und an der Semperoper Dresden mit einer neuen „Rusalka" geplant. In den vergangenen Jahren war sie bereits an der Bayerischen Staatsoper („Eugen Onegin" und „L'elisir d'amore"), an der Oper Frankfurt („Salome" und „Die lustige Witwe"), an der Royal Danish Opera („Der Fliegende Holländer" und „Madama Butterfly"), der Norwegischen Nationaloper Oslo („Der Rosenkavalier") und an der Oper Zürich („Macbeth") zu Gast. Konzertengagements führten sie zum Konzerthausorchester Berlin, dem HR- und SWR - Sinfonieorchester, dem Philharmonia Orchestra London, den Münchner Philharmonikern, dem City of Birmingham Symphony Orchestra und den Göteborger Symphonikern.
 
Nach ihrem langjährigen Engagement als Kapellmeisterin am Theater Heidelberg trat Mallwitz zur Spielzeit 2014/2015 als jüngste Generalmusikdirektorin Europas ihr erstes Leitungsamt am Theater Erfurt an. Dort rief sie die Orchester-Akademie des Philharmonischen Orchesters ins Leben und begründete das Composer in Residence-Programm „Erfurts Neue Noten".
 
Ihre ebenfalls in dieser Zeit konzipierten „Expeditionskonzerte" sind inzwischen auch an ihrer Hauptwirkungsstätte am Staatstheater Nürnberg und als Online-Format ein durchschlagender Erfolg. Nach dem überregional beachteten Einstand in Nürnberg mit Produktionen von Prokofjews „Krieg und Frieden" und Wagners „Lohengrin" wird Joana Mallwitz dort in der kommenden Spielzeit die Neuproduktionen von „Pelléas et Mélisande" und „Der Rosenkavalier" einstudieren.
 
In Hildesheim geboren, studierte Mallwitz an der Hochschule für Musik und Theater Hannover Dirigieren bei Martin Brauß und Eiji Oue sowie Klavier bei Karl-Heinz Kämmerling und Bernd Goetzke.

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