Nils Landgren in Frankfurt. Bild: Wonge Bergmann/Alte Oper
Nils Landgren in Frankfurt. Bild: Wonge Bergmann/Alte Oper

Landgren: Bestandsaufnahme vor Ort

Mit gleich zwei Projekten, die sich zum einen auf Frankfurt, zum anderen auf eine bedeutende Persönlichkeit der Stadt beziehen, stellt sich Nils Landgren als Residenzkünstler der Spielzeit 2021/22 dem Publikum der Alten Oper Frankfurt vor.

Der Doppeltermin mit dem schwedischen Posaunisten ist zugleich eingebettet in das neue Musikfestival der Alten Oper Frankfurt „Fratopia", das in zahlreichen Konzerten auf die Stadt Frankfurt verweist. „Nils & Frankfurt" heißt es dementsprechend im ersten Termin, am Freitag, 24. September 2021 (20.00 Uhr), wenn Nils Landgren im Mozart Saal der Alten Oper gemeinsam mit Künstlerkollegen musikalisch weiterverarbeitet, was bereits im Vorfeld als erster Reflex auf Impressionen aus der Stadt entstand: Nils Landgren war vor einigen Monaten gemeinsam mit dem Filmteam „Open Strings Berlin" an verschiedenen Orten in Frankfurt unterwegs, um dort unmittelbar im Solo-Posaunenspiel auf Atmosphäre, Stimmungen, Blickwinkel zu reagieren. Diese an verschiedenen Stationen filmisch festgehaltenen musikalischen Antworten werden im Konzert in den Mozart Saal eingespielt, wo sie wiederum erneut reflektiert werden. Denn die Trioformation mit Nils Landgren, der mehrfach ausgezeichneten Kontrabassistin und Komponistin Eva Kruse und der Schlagzeugerin (und ersten deutschen Jazz-Professorin) Eva Klesse setzt sich frei improvisierend sowohl mit den Eindrücken aus der Stadt als auch mit Landgrens erster Reaktion darauf auseinander.

Auch der zweite Termin des Abends mit Nils Landgren ist geprägt vom spontanen und improvisierenden Spiel mit Material aus anderer Zeit und von anderem Ort. Im Konzert um 22.00 Uhr im Mozart Saal „Nils & Albert" begegnet Landgren dem 2005 verstorbenen großen Frankfurter Jazzposaunisten Albert Mangelsdorff auf musikalische Weise. Anknüpfen wird er dabei unter anderem an Mangelsdorffs in Filmen geäußerte Gedanken über die Stadt Frankfurt, an dessen Vorliebe für Vogelstimmen und an Stücke, die er ganz persönlich mit Mangelsdorff verbindet. „Meine erste Begegnung mit Albert Mangelsdorff hatte ich 1975", erinnert sich der schwedische Posaunist. „Er kam nach Stockholm und gab ein Konzert im Goethe-Institut, ein Solo-Konzert mit Musik von seiner Platte 'Trombirds', die ich schon zu Hause hatte. Ich fand es völlig abgefahren, was er da machte: Ganz allein! Was für ein Mut! Welche Musikalität! Und was für Klänge er aus dem Instrument geholt hat!"

Für seine Mangelsdorff-Hommage arbeitet Landgren mit einem weiteren Posaunisten zusammen, der in der Frankfurter Szene groß geworden ist: Stefan Lottermann, einst Schüler Albert Mangelsdorffs, und Landgren kennen sich aus vielen gemeinsamen Projekten. Über ihren Zugang zum Vorbild sind sie sich einig: „Wir wollen nicht Alberts Musik nachmachen. Wir wollen Albert ehren mit dem, was wir können." Mit dabei sind zudem der Gitarrist Arne Jansen sowie wieder die Bassistin Eva Kruse und die Schlagzeugerin Eva Klesse.

 

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