Der Landesjazzpreis Baden-Württemberg 2019 geht an Olivia Trummer. Foto: Ronald Göttel
Der Landesjazzpreis Baden-Württemberg 2019 geht an Olivia Trummer. Foto: Ronald Göttel

Landesjazzpreis Baden-Württemberg

Kunststaatssekretärin Petra Olschowski: „Olivia Trummer gelingt auf herausragende und eigenständige Weise der Brückenschlag zwischen Jazz und klassischer Musik. Das macht sie weit über Baden-Württemberg hinaus bekannt“

Die Pianistin und Sängerin Olivia Trummer aus Stuttgart ist diesjährige Jazz-Preisträgerin des Landes Baden-Württemberg. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 28. Juli 2019 im Rahmen eines Preisträgerkonzertes im Theaterhaus Stuttgart verliehen.

"Olivia Trummer versteht die klassische Musik als Inspiration für ihre eigenständige musikalische Arbeit und überträgt Elemente daraus in den Jazz und die Improvisation. Sie hat einen persönlichen Stil im Zusammenspiel von Klavier und Gesang entwickelt und ist damit längst über die Landesgrenzen hinaus anerkannt", sagte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski am Mittwoch (13. März) in Stuttgart. Die Vorsitzende der Jury, Gudrun Endress, begründete die Entscheidung wie folgt: "Olivia Trummer zeichnet Vieles aus. Die virtuose, sich in vielen Stilen bewegende Pianistin hat im Lauf der Jahre einen Gesangsstil entwickelt, der aus derselben Quelle kommt wie ihr Klavierspiel. Ihre eigenen Texte - ob auf Deutsch oder auf Englisch - sprechen über das Leben, über ihre Sicht der Welt. Sie bringen zudem eine charmante Leichtigkeit in ihre Musik ein. Ihr stimmlicher Einsatz ist einmal eher textlich, ein anderes Mal stärker instrumental. Manchmal verquickt sie in ihren Songs diese beiden Ausdrucksweisen. Die umfassend in klassischer Musik sowie in Jazzmusik geschulte Pianistin ist auch als Komponistin eigener Werke sehr produktiv. Sie ist darüber hinaus eine der wenigen KünstlerInnen, die die Fähigkeit besitzt, charakteristische und inspirierende Elemente der klassischen Vorlagen mit Intuition und Fantasie in neue Zusammenhänge zu bringen."

Die Preisträgerin Olivia Trummer wurde 1985 in Stuttgart in eine Musikerfamilie geboren. Mit vier Jahren begann sie ihre klassische Klavierausbildung und entdeckte zeitgleich ihre Neugier, sich auch über Improvisation und Komposition auszudrücken. Sie studierte Jazzklavier und klassisches Klavier an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, schloss beides mit Auszeichnung ab und setzte ihr Jazzklavierstudium an der "Manhattan School of Music" in New York fort. Die in der Jazzmetropole New York verbrachten Jahre sowie ihr enger Bezug zur klassischen Musik dienen ihr von je her als Inspirationsquellen. Insbesondere mit dem "Olivia Trummer Trio" macht die ausgebildete Pianistin auch als Sängerin und Songwriterin auf sich aufmerksam.

Der Brückenschlag zwischen Jazz und klassischer Musik spiegelt sich in ihrer Projektreihe "Classical To Jazz" wieder und ist ebenfalls ein fester Bestandteil ihres vielseitigen, bisher auf sieben eigenen Alben dokumentierten musikalischen Schaffens. Olivia Trummer wurde vielfach ausgezeichnet (Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg 2010, Stipendium der Bruno-Frey-Stiftung 2010, Jazzpreis Ingolstadt 2014, mehrmalige Stipendiatin der Initiative Musik) und von 2013 bis 2016 als Jazzkünstlerin des "stART"-Programms von Bayer Kultur in Leverkusen gefördert. Konzerttourneen führten Olivia Trummer nach Italien, Irland, England, Österreich, Polen, Tschechien, in die Schweiz und in die USA. Sie war mit verschiedenen eigenen Projekten sowohl bei Jazz-Festivals als auch bei klassischen Musikfestivals zu Gast. Seit Oktober 2016 tourt sie international mit Kurt Rosenwinkel.

Als festes Mitglied seines neuen Projekts "Caipi" trat sie in namhaften Clubs und bei renommierten Festivals auf (z.B. Montreux Jazz Festival, Vancouver Jazz Festival, Montréal Jazz Festival, "Birdland" New York, "Blue Note" Tokyo, "Blue Note" Beijing). Weitere Kollaborationen schließen die NDR Bigband, Wolfgang Haffner, Bodek Janke, Nicola Angelucci, Jean-Lou Treboux, Tim Garland, Gerard Presencer, Hadar Noiberg, Max Ionata, Matthias Schriefl und Sebastian Studnitzky mit ein.

Der Jazz-Preis Baden-Württemberg wird in diesem Jahr zum 35. Mal verliehen. Erhalten können ihn Nachwuchsmusikerinnen und -musiker unter 35 Jahren, die in Baden-Württemberg leben oder durch ihre künstlerische Arbeit eine enge Beziehung zum Land haben. Der unabhängigen Jury gehören neben Gudrun Endress weitere ausgewiesene Jazz-Kenner an: Günter Huesmann, Gee Hye Lee, Alexandra Lehmler, Julia Neupert, Thomas Siffling, Thomas Staiber, Rainer Tempel und Arndt Weidler. Zu den nominierten Künstlerinnen und Künstlern in der diesjährigen Jurysitzung zählten neben der späteren Preisträgerin in alphabetischer Reihenfolge: Apollonio Maiello, Ferenc Mehl, Christoph Neuhaus und Franziska Schuster.

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