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Pierre-Laurent Aimard und Alfred Brendel. Bild: Klavier-Festival Ruhr/Peter Wieler
Pierre-Laurent Aimard und Alfred Brendel. Bild: Klavier-Festival Ruhr/Peter Wieler

Klavier-Festival

Erfolgsbilanz des Klavier-Festivals Ruhr 2021 trotz Corona: 12.000 Besucher in 45 Konzerte auf 26 Podien an 22 Orten.

Das Klavier-Festival Ruhr 2021 ist mit einem Konzert der Pianisten Fabian Müller und Lorenzo Soulès in der Mercatorhalle Duisburg zu Ende gegangen. Erstmals präsentierte sich beim Abschlusskonzert auch das vielfach preisgekrönte Education-Programm des Festivals mit einer Choreographie, an der Schülerinnen und Schüler von vier Schulen in Duisburg-Marxloh mitwirkten.

Nach 2020 fand das Festival auch 2021 in zwei Staffeln statt: Aufgrund des pandemiebedingten Veranstaltungsverbotes zu Anfang des Jahres war das erste Konzert mit Publikum erst am 20. Juni möglich; nach einer Sommerpause wurde das Festival ab dem 3. September fortgesetzt. So konnten rund 12.000 Besucher 45 Konzerte mit 50 Pianisten aus 19 Nationen auf 26 Podien in 22 Orten feiern. 17 Konzerte waren ausverkauft. Zusätzlich wurden im Mai und Juni vier Konzerte als kostenloses Online-Streaming angeboten. Dieses Streaming-Angebot wurde über 53.000 Mal abgerufen.

Trotz der teilweise weiterhin bestehenden Reisebeschränkungen und Quarantäneregeln, die insbesondere die Durchführung der Konzerte der ersten Staffel noch erschwerten, ist es dem Festival erneut gelungen, Weltstars der internationalen Pianisten-Szene ins Ruhrgebiet zu holen: So durfte das Publikum sich in der ersten Konzertstaffel u.a. über Auftritte von Gabriela Montero, die in einem außergewöhnlichen Programm u.a. zu einem Stummfilm von Charlie Chaplin improvisierte, Igor Levit, dem Bariton Matthias Goerne gemeinsam mit Seong-Jin Cho, Grigory Sokolov, Jan Lisiecki (der in Bochum für Leif Ove Andsnes übernahm), Khatia und Gvantsa Buniatishvili und Arcadi Volodos freuen. In der zweiten Staffel kehrten u.a. die Star-Geigerin Anne-Sophie Mutter mit Lambert Orkis und dem Cellisten Pablo Ferrández, Sir András Schiff, Krystian Zimerman, Marc-André Hamelin und Jeremy Denk zum Festival zurück. Ein besonders berührender Höhepunkt waren die fünf Konzerte zu Ehren von Alfred Brendel im Robert-Schumann-Saal Düsseldorf, mit denen im September Pierre-Laurent Aimard, Kit Armstrong gemeinsam mit Andrej Bielow und Adrian Brendel, Anne Queffélec, Imogen Cooper und Francesco Piemontesi dem verehrten Lehrer und Mentor nachträglich zum 90. Geburtstag gratulierten.

15 Pianisten wurden von Intendant Prof. Franz Xaver Ohnesorg beim Klavier-Festival Ruhr zu ihrem Debüt eingeladen: So konnten sich nicht nur die Stipendiaten 2020 und 2019, die russische Musikerin Eva Gevorgyan sowie der aus China stammenden Jazz-Pianisten A Bu, erstmals dem Publikum vorstellen, auch die Debüts z.B. von Roman Borisov, Jonathan Fournel, Mariam Batsashvili, Isata Kanneh-Mason, Pallavi Mahidhara und Giorgio Lazzari, der für Alexandra Dovgan kurzfristig übernahm, wurden begeistert gefeiert.

Mehrere bereits für 2020 geplante Konzerte auf historischen Tasteninstrumenten konnten 2021 nachgeholt werden: So debütierten die international anerkannten Hammerflügel-Spezialisten Jos van Immerseel und Kristian Bezuidenhout mit gefeierten Konzerten beim Festival. Nachdem ihr Debütkonzert 2020 nur als Radiokonzert ohne Publikum möglich gewesen war, konnte sich Olga Pashchenko in Hamm endlich auch leibhaftig ihren Hörern vorstellen. In unserer gemeinsam mit dem WDR durchgeführten Reihe „Alte Musik in NRW“ war Cembalist Aapo Häkkinen auf Schloss Hohenlimburg zu erleben.

Dem Education-Programm ist es auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie gelungen, seine vielfältigen Aktivitäten – trotz einer nach wie vor schwierigen Ausgangslage – erfolgreich fortzusetzen. Verfolgt wurde dabei eine bereits im letzten Jahr erprobte Doppelstrategie: Abhängig von der pandemischen Lage und den jeweils geltenden Vorschriften wurden die Workshopangebote vor Ort zum Teil von Woche zu Woche modifiziert und an die spezifische Situation der Kindertagesstätten und Schulen angepasst. Auf diese Weise ist es gelungen, die Aktivitäten substantiell auszubauen und eine kontinuierlich wachsende Zahl von Kindern und Jugendlichen unter Berücksichtigung aller notwendigen Sicherheitsmaßnahmen und Vorgaben wieder im Präsenzunterricht zu fördern. Außerdem wurden die Entwicklung und Bereitstellung digitaler Lehrmaterialien und interaktiver Vermittlungsformate erfolgreich vorangetrieben.

In Duisburg-Marxloh ist es möglich geworden, dass das Festival mittlerweile wieder an sämtlichen Schulen des Stadtteils sowie an zwei Kindertagesstäten in vollem Umfang präsent ist. An der Grundschule Sandstraße und am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium wurden die Aktivitäten noch in den Zeiten von Homeschooling, Notbetreuung und Wechselunterricht ausgeweitet. Einen lebendigen Einblick in diese Arbeit vermittelt eine Streaming-Präsentation, die während der ersten Festivalstaffel im Juni 2021 auf Marxloher Pausenhöfen und Brachflächen aufgezeichnet wurde (abrufbar unter www.klavierfestival.de/education/mediathek ). Mit der stufenweisen Lockerung konnten im Lauf des Frühsommers 2021 auch die Aktivitäten an den anderen Marxloher Schulen fortgesetzt werden. So begann bereits im April die Arbeit an dem schulübergreifenden Tanz- und Musikprojekt zu Darius Milhauds Ballettmusik La Création du monde, das am 16. November im Abschlusskonzert präsentiert wurde.

Die nachhaltig ausgerichtete Bildungsarbeit des Klavier-Festivals Ruhr schließt seit 2018 alle fünf Schulen des Stadtteils ein und leistet somit in Marxloh eine flächendeckende Arbeit. Intensive Tanzworkshops, Solmisationsunterricht und sogar Kompositionsworkshops (Grundschule Sandstraße) führen in den drei Grundschulen des Stadtteils zu aktiver Beschäftigung mit Musik und zum Kennenlernen der Welt des Klavieres und leisten damit nachhaltige kreative Bildungsarbeit. Das langfristige Engagement wird seit 2011 von der Klöckner & Co SE ermöglicht. 2015 ist als zweiter wichtiger Partner die Stiftung Mercator hinzugekommen, die die Education-Arbeit im Rahmen des Modellprojekts "ÜberGänge - Brücken bauen mit Musik und Tanz" fördert und in die Breite trägt.

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