Sängerin Reri Grist. Bild: privat
Sängerin Reri Grist. Bild: privat

Kein 1-A-Promi, aber eine 1-A-Sängerin

Der OPUS KLASSIK für die „Würdigung des Lebenswerkes" geht in diesem Jahr an die US-amerikanische Opernsängerin Reri Grist.

Die Sopranistin ist eine der ersten afroamerikanischen Sängerinnen mit einer internationalen Karriere im Opern- und Konzertbereich. Ihren beispiellosen Werdegang markieren Auftritte an der Bayerischen und der Wiener Staatsoper, an der Mailänder Scala, der Royal Opera in London, bei den Salzburger Festspielen oder an der New Yorker Met. Ihren Durchbruch feierte sie 1960 unter Leonard Bernstein mit dem Sopransolo in Gustav Mahlers 4. Sinfonie. Der OPUS KLASSIK wird am 10. Oktober durch den Verein zur Förderung der Klassischen Musik e.V. im Konzerthaus Berlin verliehen. Unter den insgesamt 48 Preisträger sind auch Pianist Lang Lang, Sängerin Sonya Yoncheva, Sängerin Fatma Said und Cellist Pablo Ferrández. 

„Reri Grist ist eine Legende der Oper", so Jurysprecherin Dr. Kerstin Schüssler-Bach. „In ihrer über 30-jährigen aktiven Karriere hat sie als Koloratursopranistin an allen großen Opernhäusern der Welt gesungen. Reri Grists Interpretation von Partien wie Zerbinetta, Susanna und Rosina hat auf der Bühne und auf Tonträger Maßstäbe gesetzt. Ihre kristallklare, silbrige Stimme besitzt ein unverwechselbares Timbre und eine besondere Leichtigkeit. Mit ihrem Charme hat sie sich in die Herzen der Menschen gesungen." 

„Die Auszeichnung ist eine große Ehre für mich", freut sich die Preisträgerin. „Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Jury, die mich für diesen Preis ausgewählt hat. Als Lehrerin und Mentorin von jungen begabten Gesangsschülerinnen und -schülern liegt mir die Förderung des Nachwuchses sehr am Herzen. Ich wünsche mir, dass sich zukünftig mehr junge Menschen für die Vielfalt der klassischen Musik begeistern."

Der bemerkenswerte Weg einer afroamerikanischen Sopranistin

1932 in New York City geboren, stand Grist schon als junges Mädchen auf den Bühnen des Broadways. Das hingebungsvolle Engagement ihrer Eltern ermöglichte ihr eine gute Gesangsausbildung. Nach dem Besuch der High School of Music and Art in New York und dem Studium am Queens College 1957 trat sie in der Urbesetzung der West Side Story von Leonard Bernstein auf. Sie sang die „Consuelo" und brachte das Lied Somewhere zur Uraufführung. Als Gewinnerin eines nationalen Wettbewerbs erhielt sie 1959 ein Engagement an der Santa Fe Opera und debütierte dort als Blondchen in Mozarts „Entführung aus dem Serail". Im Opernhaus Köln wurde sie wenig später als Mozarts Königin der Nacht in der Zauberflöte als erste afroamerikanische Sängerin ein festes Ensemble-Mitglied in einem europäischen Opernhaus. Mit ihrer persönlichen Geschichte inspirierte sie nicht nur Jahrzehnte lang die Klassikwelt – sie lehrte auch als Professorin für Gesang an der renommierten School of Music Bloomington, USA, und an der Hochschule für Musik und Theater in München.

Mit dem OPUS KLASSIK erweitert sich ihre Sammlung an hochrangigen Auszeichnungen wie dem Titel als Bayerische Kammersängerin in München, dem Legacy Award of the American Opera Association und zwei Awards ihrer Alma Mata, dem Queens College, New York City.

„Dass der OPUS KLASSIK für das Lebenswerk in diesem Jahr Reri Grist überreicht wird, freut mich besonders, weil es zeigt, wie sehr ihr sängerisches Schaffen auch dreißig Jahre nach Beendigung ihrer aktiven Laufbahn uns immer noch berührt und im kollektiven Gedächtnis geblieben ist", so Dr. Clemens Trautmann, Vorstandsvorsitzender des Vereins zur Förderung der Klassischen Musik e.V. „Durch ihre außergewöhnliche Karriere und engen Kollaborationen mit Größen wie Bernstein, Boulez und Strawinsk konnte Reri Grist ein weit hör- und sichtbares Zeichen für die Präsenz von afroamerikanischen Künstlerinnen und Künstlern in der klassischen Musik setzen. Wir gratulieren Reri Grist von ganzem Herzen zu dieser wohlverdienten Auszeichnung."

Aufgebot der Künstler bei der Gala

Bei der großen Gala am 10. Oktober treten Sonya Yoncheva, Daniel Hope, Martin Fröst, Piotr Beczała, Lucienne Renaudin Vary, Pablo Ferrández, Daniil Trifonov und Fatma Said auf. Die Moderation übernimmt Désirée Nosbusch. Das ZDF überträgt die Preisverleihung am gleichen Abend um 22:15 Uhr.

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