Junge Deutsche Philharmonie. Foto: Achim Reissner
Junge Deutsche Philharmonie. Foto: Achim Reissner

Junge Deutsche Philharmonie auf Tour

Die Junge Deutsche Philharmonie unter Jonathan Nott und das JACK Quartet gehen mit Lachenmann und Strauss auf Tournee.

Auf der diesjährigen Herbsttournee der Jungen Deutschen Philharmonie treffen unter dem Titel ENDZEIT Helmut Lachenmanns Tanzsuite mit Deutschlandlied für Streichquartett und Sinfonieorchester und Richard Strauss’ Ein Heldenleben aufeinander. Das US-amerikanische JACK Quartet übernimmt den Streichquartett-Part in Lachenmanns Werk. Jonathan Nott, Erster Dirigent und Künstlerischer Berater der Jungen Deutschen Philharmonie, leitet die fünf Konzerte in Brügge, Köln, Berlin, Celle und Dresden.

Lachenmanns Titel Tanzsuite mit Deutschlandlied weckt Assoziationen an Bekanntes – jedoch ist sein Werk weniger als Hommage, sondern vielmehr als Dekonstruktion der deutschen Musiktradition gedacht. Beispielsweise ist die von Joseph Haydn komponierte Melodie der deutschen Nationalhymne im Verlauf des Werkes kaum auszumachen, die Tänze sind nur fragmentarisch hörbar. Wie so oft möchte Lachenmann die Ohren und den Horizont seiner Zuhörerinnen und Zuhörer öffnen und ihnen neue ästhetische Erfahrungen ermöglichen. Das anfänglich unruhige Premierenpublikum bei den Donaueschinger Musiktagen 1980 bat er: „Bitte hören Sie zuerst das Stück bis zum Ende und protestieren Sie dann“, und ließ das Stück von vorne spielen.

Richard Strauss war sich der deutschen Musiktradition sehr bewusst, als er 1898 Ein Heldenleben komponierte. Hatte er sich in seinen früheren sinfonischen Dichtungen vorrangig auf literarische Figuren wie Don Juan oder Till Eulenspiegel bezogen, betonte er anlässlich der Uraufführung von Ein Heldenleben, es gehe in dem Werk nicht um eine einzelne Figur, sondern vielmehr um ein allgemeineres Ideal großen Heldentums. Hierfür schöpft Strauss aus dem Vollen: Fünf Trompeten, vierfach besetzte Holzbläser und mindestens 64 Streicher verlangt der Komponist, um die klanglichen Möglichkeiten des modernen Sinfonieorchesters maximal auszunutzen und weiterzuentwickeln.

Jonathan Nott ist Musikdirektor des Orchestre de la Suisse Romande und des Tokyo Symphony Orchestra sowie Erster Dirigent und Künstlerischer Berater der Jungen Deutschen Philharmonie. Zudem ist er regelmäßig Gastdirigent bei weltweit führenden Orchestern. Für seine Arbeit als Chefdirigent der Bamberger Symphoniker – Paten der Jungen Deutschen Philharmonie – von 2000 bis 2016 erntete er weltweit Anerkennung, reiste mit dem Orchester regelmäßig in die USA, nach Südamerika, China, Japan, zu den Salzburger Festspielen und den BBC Proms.

Die vier Musiker des US-amerikanischen JACK Quartett gelten als „Superhelden der Neue-Musik-Welt“ (Boston Globe) und treten weltweit in den großen Konzertsälen auf. Das Streichquartett widmet sich der Aufgabe, neue Musik für Streichquartett aufzuführen, zu verbreiten und neue Werke in Auftrag zu geben. Ein besonderes Anliegen ist für das Quartett die Förderung des musikalischen Nachwuchses: Das Ensemble gibt jeden Sommer Kurse für junge Interpreten und Komponisten beim „Point“ Kammermusikfestival zeitgenössischer Musik in Vermont.

Termine:

Donnerstag, 12.09.2019 / 20.00 Brügge, Concertgebouw
Freitag, 13.09.2019 / 19.00 Köln, Philharmonie
Sonntag, 15.09.2019 / 11.00 Uhr Berlin, Philharmonie, Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin
Montag, 16.09.2019 / 20.00 Uhr Celle, Congress Union
Dienstag, 17.09.2019 / 20.00 Uhr Dresden, Frauenkirche

Zur Übersicht