Christian Thielemann und die Staatskapelle Dresden. Bild: Matthias Creutziger
Christian Thielemann und die Staatskapelle Dresden. Bild: Matthias Creutziger

Jetzt auch in Dresden: Mahlers Siebte

Christian Thielemann stellte die nächste Spielzeit der Staatskapelle Dresden vor.

Neben dem in der vergangenen Saison begonnenen Beethoven-Zyklus und nach zykli­schen Aufführungen der Symphonien von Brahms, Bruckner und Schumann wendet sich Christian Thielemann mit der Staatskapelle Dresden in der Spielzeit 2020/2021 dem Schaffen von Richard Strauss zu. Im Fokus stehen dabei Orchesterlieder und ausgewählte Tondichtungen. »Zu kaum einem anderen Orchester pflegte Richard Strauss eine so intensive Beziehung wie zur Dresdner Staatskapelle. In vielen seiner Werke wird das deutlich, besonders im Umgang mit Instrumentation«, so Thielemann. »Hochvirtuos sind auch seine Orchesterlieder – wobei die wenigsten ursprünglich für Orchester geschrie­ben wurden, sondern auf nachträglich instrumentierte Klavierlieder zurückgehen. Der Farbenreichtum seiner Werke, die Flexibilität der Besetzung und Variabilität seiner Musik üben eine andauernde Faszination auf mich aus.«

Mit den Symphonien Nr. 6 »Pastorale« und Nr. 7 führen Christian Thielemann und die Staatskapelle ihren in der vergangenen Spielzeit eröffneten Beethoven-Zyklus weiter. »In den Symphonien Ludwig van Beethovens erkennt man sein Wachstum als Kompo­nist«, so Thielemann. »Für den Zyklus des Jubilars nehmen wir uns Zeit, um diese Entwicklung seines musikalischen Könnens genau zu zeigen. Gemeinsam arbeiten wir so aus jeder seiner Symphonien das spezifische klangliche Moment heraus.«

Auch das vom ZDF übertragene Silvesterkonzert der Staatskapelle 2020 wird Christian Thielemann zum wiederholten Mal leiten. Insgesamt drei Tourneen führen den Chefdirigenten mit der Staatskapelle u. a. nach Frankfurt, Mailand, Amsterdam, Wien, in die Hamburger Elbphilharmonie, nach Luxemburg sowie nach Asien.

Myung-Whun Chung und Herbert Blomstedt

Mit französischem Repertoire präsentiert sich Myung-Whun Chung, Erster Gastdirigent der Staatskapelle, im 11. Symphoniekonzert. Zuvor dirigiert er außerdem das Sonderkonzert am Gründungstag der Sächsischen Staatskapelle – in diesem Jahr mit Werken von Brahms und Dvořák und wieder im Kulturpalast. Das Programm dieses Konzerts wird anschließend auch auf einer Tournee durch Europa zu hören sein. Als ausgezeichneter Pianist musiziert Myung-Whun Chung in der kommen­den Saison zudem gemeinsam mit Kapellmitgliedern im 1. Kammerabend in der Semperoper.

Auch Ehrendirigent Herbert Blomstedt kehrt nach Dresden zurück: Zusammen mit der gefeierten Geigerin Vilde Frang widmet er sein Programm Wolfgang Amadeus Mozart.

Capell-Compositeur posthum: Giuseppe Sinopoli

Mit dem Tod von Giuseppe Sinopoli am 20. April 2001 verlor die Sächsische Staatskapelle Dresden ihren Chefdirigenten. Sinopolis kompositorisches Schaffen stand lange Jahre im Schatten seiner Erfolge als Dirigent. Mit dem erstmals posthum verliehenen Titel des Capell-Compositeurs an Sinopoli widmet sich die Staatskapelle in der kommenden Saison verstärkt dessen Œuvre.

Daniele Gatti und Daniel Harding ehren mit ihren Konzertprogrammen Giuseppe Sinopoli und bringen Auszüge aus der ersten »Lou Salomé« Suite sowie »Tombeau d'Armor II« zur Aufführung. Im 2. Aufführungsabend leitet Mihhail Gerts Sinopolis Kammerkonzert für Klavier, Bläser, Schlagzeug, Harfe und Celesta. Und im inzwischen zur guten Tradition gewordenen Porträtkonzert im Festspielhaus Hellerau wird zudem Sinopolis Witwe, die Pianistin Silvia Cappellini Sinopoli, mitwirken.

Capell-Virtuos: Sir András Schiff

Mit Sir András Schiff übernimmt einer der herausragendsten Pianisten unserer Zeit den Titel des Capell-Virtuosen 2020/2021 bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Der gebürtige Ungar, der vor allem durch zyklische Aufführungen der Klavierwerke von Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Chopin, Schumann und Bartók Aufmerksamkeit erregte, beginnt seine Residenz in Dresden im September 2020 mit einem Rezital. Neben der Interpretation von Brahms' erstem Klavierkonzert unter Myung-Whun Chung im Kulturpalast wird Sir András Schiff zudem ein Sonderkonzert in der Semperoper vom Klavier aus leiten. Auch außerhalb Dresdens wird der Capell-Virtuose gemeinsam mit der Staatskapelle zu erleben sein, etwa in Antwerpen, Wien, Bratislava, Frankfurt, München, Turin, Aix-en-Provence und Toulouse.

Weitere Konzerte, Tourneen & Osterfestspiele Salzburg

Erstmals in der traditionsreichen Kapell-Historie steht Gustav Mahlers siebte Symphonie auf dem Konzertprogramm. Sir Antonio Pappano kehrt für diese späte Dresdner Premiere ans Kapellpult zurück und wird das Werk im Mai 2021 auch im Rahmen des Gastkonzerts der Staatskapelle beim Mahler Festival in Leipzig dirigieren. Sein Debüt bei der Staatskapelle gibt der Tscheche Jakub Hrůša u. a. mit Leoš Janáčeks Rhapsodie »Taras Bulba« und begleitet von Joshua Bell, der nach fast 30 Jahren als Solist zur Staatskapelle zurückkehrt. Mit Ton Koopman und Philippe Herreweghe, zwei Experten für Alte Musik, führt die Staatskapelle außerdem die fruchtbaren Zusammenarbeiten der letzten Jahre fort.

Traditionell zu Saisonbeginn gastiert das Gustav Mahler Jugendorchester, seit 2012 Patenorchester der Staatskapelle, in Dresden. Mit »Kapelle für Kids« und Sonder-projekten wie »Ohne Frack auf Tour« führt das Orchester sein Engagement für die jüngsten Zuhörer und neue Besuchergruppen fort. Die Giuseppe-Sinopoli-Akademie – die Orchesterakademie der Staatskapelle – feiert 2020/2021 ihr zehnjähriges Bestehen, unter anderem mit zwei Kammerkonzerten.

Als weltweit gefragter Klangkörper ist die Staatskapelle erneut in den musikalischen Metropolen Europas und Asiens mit insgesamt 43 Konzerten zu Gast. Das Programm der Osterfestspiele Salzburg 2021, deren Residenzorchester die Staatskapelle ist, wird am 5. April 2020 veröffentlicht.

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