Jean-Pierre Ferey | Cras: Klavierquintett, Streichquartett

Jean-Pierre Ferey | Cras: Klavierquintett, Streichquartett

Die erste und bislang einzige CD-Einspielung mit dieser Werkkopplung und -abfolge (Klavierquintett, Streichquartett) erschien vor elf Jahren beim Label Timpani. Nicht nur für Fans der französischen Musik war das damals ein echtes Ereignis, zumal die Werke vom Quatuor Louvigny und dem Pianisten Alain Jacquon als Weltersteinspielung präsentiert wurden. Interpretatorisch und klanglich ist diese Aufnahme immer noch sehr gut, zumindest was die Lesart des Quintetts betrifft. Nun sind das Quatuor Sine Qua Non und der Pianist Jean-Pierre Ferey in die Fußstapfen ihrer Vor-Spieler getreten – und wieder dürfen und müssen wir von einem diskografischen Ereignis sprechen, denn alles an dieser Neueinspielung ist um einen Bewertungsstern besser.


Da ist zunächst einmal der großartige Raumklang der CD hervorzuheben, der die Instrumente exakt ins richtige „Licht“ rückt und vor allem auch den tiefen Streichern eine sonore, warme Stimme gibt. Jedes einzelne Instrument ist genau zu hören bei gleichzeitiger Wahrung des harmonischen Gesamtklangs – ideale Voraussetzungen, um als Hörer akustisch „abtauchen“ zu können. Vor allem jedoch begeistert die Lesart, die die Musiker den 1909 (Quartett) bzw. 1922 entstandenen Kammerwerken des französischen Komponisten und Konteradmirals angedeihen lässt.
Das impressionistische, vor allem im Schlusssatz noch stark vom Japonismus geprägte Quintett versprüht eine Gischt von pastellfarbenen Valeurs, dass man sich gar nicht satthören mag. Eine vollends bezwingende Darstellung erfährt aber das von jugendlichem Elan und genialischem Drive nur so strotzende Quartett, in dem Jean Cras seiner Liebe zur Bretagne musikalischen Ausdruck verliehen hat und das man ohne Wenn und Aber neben die Streichquartette von Ravel, Debussy und Fauré stellen darf.

Burkhard Schäfer

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Cras: Klavierquintett, Streichquartett „A ma Bretagne“; Quatuor Sine Qua Non, Jean-Pierre Ferey (2018); Skarbo

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