Auch das Code-Quartet kommt zur jazzahead in Bremen. Foto: Stephen ACourt
Auch das Code-Quartet kommt zur jazzahead in Bremen. Foto: Stephen ACourt

jazzahead! mit Kanada

In Bremen steht im April der kanadische Jazz in Fokus. Im letzten Jahr besuchten 18.000 Menschen die Fachmesse.

Alljährlich im April wird Bremen zur Jazzmetropole. Dann kommt die internationale Jazzszene zur Fachmesse jazzahead! in der Messe Bremen zusammen. Das Jahr 2020 steht dabei im Zeichen eines Doppeljubiläums: Der weltgrößte Branchentreff feiert 15. Geburtstag, das begleitende Festival mit Partnerlandprogramm und Clubnight vielerorts in Bremen erlebt die zehnte Auflage. Die Messe findet statt von Donnerstag bis Sonntag, 23. bis 26. April. Das Festival beginnt bereits am Freitag, 17. April.

„Die jazzahead! hat sich in der Zeit ihres Bestehens zu einer wesentlichen Größe im Jazz-Business und einem Karriere-Sprungbrett entwickelt. Zugleich ist sie ein Publikumsmagnet geworden", berichtet Sybille Kornitschky, Projektleiterin der jazzahead! von der Messe Bremen. „Zum doppelten Jubiläum wollten wir nun etwas Besonderes auf die Beine stellen – und darum freuen wir uns so über Kanada als diesjähriges Partnerland. Erstmals steht eine Jazznation aus Übersee in ihrer Diversität im Zentrum, wobei die starke Präsenz von Künstlerinnen auffällig ist."

Gleich zum Auftakt des Festivals erwartet die Besucher ein großes Highlight: Am Eröffnungsabend im Theater Bremen ist zunächst Singer-Songwriterin und Pianistin Laila Biali zu erleben, die kürzlich einen Juno Award erhielt, das kanadische Pendant zum Grammy. Den zweiten Teil bestreitet Tanya Tagaq, eine der wichtigsten Vertreterinnen der Inuit, die den traditionellen Kehlkopfgesang dieser kanadischen Ureinwohnergruppe auf ganz eigene Weise für den Jazz fruchtbar gemacht hat.

In den zehn Tagen im Anschluss an die Eröffnung sind neben Musik weitere Facetten der kanadischen Kultur zu erleben. Zum Beispiel liest Tanya Tagaq aus ihrem Erstling „Eisfuchs". Das Museum Weserburg zeigt Arbeiten der Künstlerin Kapwani Kiwanga. Ihre Skulpturen aus schwarzem Marmor und Leuchten zum Beispiel beziehen sich auf das New Yorker „Laternengesetz" von 1713, demzufolge Sklaven im Dunkeln nur mit einer Laterne oder in Begleitung unterwegs sein durften.

Zu Beginn der Fachmesse empfehlen sich in der Canadian Night acht etablierte und aufstrebende Gruppen dem Fachpublikum unter anderen aus Bookern, Festivalmachern, Vertretern von Labels und der interessierten Öffentlichkeit. Mit dabei sind so unterschiedliche Künstler wie die Posaunistin Audrey Ochoa mit ihrer Band, das Quartett des klassisch ausgebildeten Gitarristen Itamar Erez oder das Gemeinschaftsprojekt von Pianistin Marianne Trudel und Schlagzeuger John Hollenbeck, „Dédé Java Espiritu".

Um mögliche Vertragsabschlüsse geht es auch in „bilateralen Speedmeetings". Dabei treffen während der Messe Fachleute zusammen, die kanadischen Künstlern Türen in Deutschland und ihren deutschen Kollegen in Kanada öffnen können.

Ein weiterer arrivierter und vielfach prämierter Künstler gibt am Messefreitag das Galakonzert der jazzahead! im Konzerthaus Die Glocke: Rufus Wainwright. Er feiert die Deutschlandpremiere seines weltweit neu herauskommenden Albums.

Die jazzahead! Clubnight schließlich trägt den Jazz am Samstag in rund 30 Bremer Spielstätten. Kanadische Jurys haben für einige von ihnen zahlreiche weitere Bands ausgewählt. Zum Beispiel sind das Josh Zubot String Quintet mit den Brüdern Josh und Jesse Zubot zu hören oder das Code Quartet um die vielfach ausgezeichnete Saxophonistin und Komponistin Christine Jensen, die unter anderem bereits zwei Juno Awards gewann. Mit dabei ist auch der Pianist und Komponist John Kameel Farah, der Elemente aus Barockmusik, Musik des Nahen Ostens und zeitgenössischer Musik mit Improvisation und Elektronik mischt.

Für die Fachmesse jazzahead! 2019 waren 3.408 Teilnehmende aus 64 Nationen registriert. Rund 18.000 Besucher erlebten die Messe und die 100 Konzerte am Messewochenende.

 www.jazzahead.de

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