Die Dresdner Philharmonie im Kulturpalast. Bild: Björn Kadenbach
Die Dresdner Philharmonie im Kulturpalast. Bild: Björn Kadenbach

Janowski leitet das diesjährige Gedenkkonzert in Dresden

Das Konzert der Dresdner Philharmonie zur Erinnerung an die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 wird von MDR Klassik und MDR Kultur sowie von Sachsen Fernsehen live übertragen.

Mit ihrem Konzert am 13. Februar knüpft die Dresdner Philharmonie an eine bis ins Jahr 1946 zurückreichende Tradition an. Damals führte sie mit dem Dresdner Kreuzchor unter der Leitung von Rudolf Mauersberger „Ein Deutsches Requiem" von Johannes Brahms auf. Seitdem gehört das Konzert, das fast ausnahmslos vom jeweiligen Chefdirigenten geleitet wurde, fest zur musikalischen Erinnerungskultur Dresdens.

Marek Janowski, Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Dresdner Philharmonie, weiß um die Bedeutung dieser Tradition: „Es ist uns als Dresdner Philharmonie ein wichtiges Anliegen, dass auch und gerade in diesem Jahr das traditionelle Konzert zum Gedenktag am 13. Februar stattfinden kann. Ich weiß, dass die spezifische Tradition des Erinnerns, zu der auch die Gedenkkonzerte der Dresdner Philharmonie gehören, nach wie vor für viele Dresdnerinnen und Dresdner sehr wichtig ist und dass sie auch weit über Dresden hinaus wirkt. Die Werke von Bach, Mozart und Strauss, die wir für das diesjährige Programm ausgewählt haben, dürften, so denke ich, diesem Tag ein besonderes musikalisches Gepräge geben."

Frauke Roth, Intendantin der Dresdner Philharmonie, ergänzt: "Ihre Gedenkkonzerte zum 13. Februar sind für die Dresdner Philharmonie ein gelebtes und tief verwurzeltes Ritual. Sie bieten an diesem Tag einen besonderen Rahmen für die Erinnerung an die damaligen Geschehnisse und für Gedanken darüber, welche Verantwortung wir alle für ein friedliches Miteinander heute und in Zukunft tragen. In dieser für uns alle schwierigen Zeit geben Rituale wie dieses Kraft und stärken den Gemeinsinn. Zur Tradition gehört auch, dass sich Publikum und Orchester am Schluss zu einer Gedenkminute erheben und dass es keinen Applaus gibt. In diesem Jahr wird es auch aus anderen Gründen keinen Applaus geben, und ich lade dazu ein: Erheben wir uns alle innerlich!"

Zu Beginn sprechen Ministerpräsident Michael Kretschmer und Oberbürgermeister Dirk Hilbert jeweils ein Grußwort. Das Konzert wird von MDR Klassik und MDR Kultur ab 20.05 Uhr zeitversetzt übertragen und steht anschließend zum Nachhören unter mdr-klassik.de und mdr-kultur.de zur Verfügung. Sachsen Fernsehen überträgt das Konzert live ab 18.30 Uhr. Außerdem ist es im Internet als Livestream zu verfolgen.

Anton Weberns Bearbeitung des „Ricercar a 6" aus dem „Musikalischen Opfer" von Johann Sebastian Bach für kleines Orchester eröffnet das Konzert. Nach dem „Anschluss" Österreichs 1938 hatte Webern als „Kulturbolschewist" keine Chance im offiziellen Musikleben mehr und zog sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück. Am 15. September 1945 wurde er von einem Soldaten der US-Armee tragischerweise versehentlich erschossen.

In der Mitte des Programms steht Mozarts Sinfonie in g-Moll KV 183, die durch ihre Tonart, ihren starken Ausdruck und ihre besondere Instrumentation (vier Hörner) immer wieder Rätsel aufgegeben und vielfältige Spekulationen ausgelöst hat. Der Mozartforscher Alfred Einstein sprach von „Ingrimm" und einem „inneren Aufruhr des Orchesters".

Das Konzertprogramm zum Dresdner Gedenktag am 13. Februar 2021 kulminiert schließlich in den „Metamorphosen" von Richard Strauss, einem Werk für 23 Solostreicher, das im März 1945 durch die „Trauer um München", aber auch unter dem Eindruck der Zerstörung Dresdens entstand. Strauss widmete es dem Auftraggeber Paul Sacher, der es mit dem Collegium Musicum Zürich 1946 uraufführte. Am Ende wird das Trauermarschmotiv aus Beethovens „Eroica" zitiert, der Komponist notiert in der Partitur: „in memoriam"

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