Jan Vogler | Muhly/Helbig/Long: Three Continents

Jan Vogler | Muhly/Helbig/Long: Three Continents

Ein Cello-Konzert aus drei Kulturen, von drei unterschiedlichen Kontinenten wünschte sich Jan Vogler und vergab für jeweils einen Satz Kompositionsaufträge an Nico Muhly (USA), Sven Helbig (Deutschland) und Zhou Long (China/USA), damit sie für sein Instrument musikalisch das einfangen, was ihn auch im Alltag begleitet: das Miteinander verschiedener Kulturen.

In Deutschland geboren und sozialisiert, lebt Vogler in den USA und ist mit einer Chinesin verheiratet.


Nun kann man darüber streiten, wie groß die kulturellen Unterschiede zwischen drei Komponisten sind, die alle in der klassischen westlichen Musik ausgebildet wurden, aber das Konzert mit dem Untertitel „Drei Kontinente“ entfaltet seinen Reiz: Der erste Satz von Muhly beginnt völlig unvermittelt und präsentiert sogleich die kurzen Motive, die zum Ausgangspunkt für weitere Variationen werden, die das ganze Klangspektrum des Cellos ausloten. Helbigs Mittelsatz ist eine weite, dunkle Orchesterklangfläche, auf der das Solo-Cello zu einem großen Lamento anhebt. Zhou Long legte seinem Satz ein chinesisches Gedicht über betrunkene Dichter zugrunde. Der Satz entwickelt einen starken rhythmischen Sog, der immer wieder durch Anklänge an traditionelle chinesische Musik unterbrochen wird. Alle drei Sätze wurzeln  in der erweiterten, aber noch tonalen Klangsprache des 20. Jahrhunderts. Die Einspielung mit Vogler und dem WDR Sinfonieorchester unter Cristian Măcelaru überzeugt. Und es ist erstaunlich, wie gut Schostakowitschs zweites Cello-Konzert, immerhin schon über 50 Jahre alt, zu dem neuen Drei-Kontinente-Konzert passt. Vogler legt hier eine gelungene Einspielung mit dem Mariinsky-Orchester unter Valery Gergiev vor.

Dorothee Riemer

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Muhly/Helbig/Long: Cellokonzert „Drei Kontinente“; Schostakowitsch: Cellokonzert Nr. 2; Jan Vogler, WDR Sinfonieorchester, Cristian Macelaru, Mariinsky-Orchester, Valery Gergiev (2019/20); Sony

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